Veranstaltungsberichte

Politische Berichterstattung

Fortbildung für Politiker und Journalisten

Politische Kommunikation – mit dieser Thematik befassten sich Journalisten und Medienvertreter im Rahmen des dreitägigen Medientrainings, das von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Tiflis organisiert wurde. Das Training wurde von dem erfahrenen WDR Reporter, Produzenten und DW Medientrainer Christian David geleitet und gab den Teilnehmern vom 30. November bis zum 2. Dezember die Möglichkeit neue theoretische Inhalte kennenzulernen und diese direkt in praktischen Übungen anwenden zu können.

Sowohl die präzise und kritische Nachfrage nach Informationen als auch eine ausgewogene Analyse und Berichterstattung des politischen Geschehens gehören zu den wichtigsten Elementen einer gelungen Politischen Kommunikation. Neben diesen beiden Aspekten wurde während des Trainings im Büro der Konrad-Adenauer Stiftung auch auf grundlegende Regeln für journalistisches Arbeiten und den sinnvollen Aufbau von Nachrichten eingegangen.

In verschiedenen Panels befassten sich die Teilnehmer zunächst mit der Rolle der Journalisten in der politischen Berichterstattung und der damit einhergehenden Verantwortung gegenüber Einzelpersonen und der gesamten Gesellschaft, um anschließend in Übungen grundlegende journalistische Arbeitstechniken zu vermitteln. Letzteres umfasste zum einen eine richtige Interviewführung sowie eine zielgerichtete Fragestellung, zum anderen ging es aber auch um die reale Simulierung von Interviewsituationen und Pressekonferenzen, um ein geeignetes (Frage-)Verhalten nachzustellen und eventuellen Problemen vorbeugen zu können. Für die Umsetzung der Übungen trug auch die Teilnahme verschiedener Politiker bei, um nicht nur über reale und aktuelle Themen zu sprechen, sondern auch eine realitätsnahe Situation zu gewährleisten und im Gegenzug ebenso Politiker für den korrekten Umgang mit (kritischen) Journalisten zu sensibilisieren. Die verschiedenen praktischen Übungen wurden zudem aufgezeichnet und anschließend gemeinsam analysiert, um jedem Teilnehmer eine umfassende Rückmeldung und mögliche Verbesserungsvorschläge geben zu können.

Den Abschluss der Fortbildung bildete ein Vortrag und eine anschließende Diskussion über das Thema „hate speech / Hasssprache“ – ein Problem für viele Gesellschaften und auch in Deutschland bei Meinungsäußerungen in sozialen Netzwerken (Stichwort: Flüchtlingskrise) sehr aktuell – und sehr problematisch – ist. Den Teilnehmern wurden die wichtigsten Gegenstrategien wie z.B. die „counter speech“ erklärt, um diffamierende und volksverhetzende Aussagen durch ruhiges und rationales Argumentieren zu entkräften. In diesem Rahmen waren sich auch alle Teilnehmer einig, dass nur ein unabhängiger und qualitativ-hochwertiger Journalismus einen essentiellen Bestandteil für die Öffentliche Meinung und damit zu einer funktionierenden Demokratie darstellen kann.

Vom 3. bis 5. Dezember wird das KAS-Medientraining "Politische Berichterstattung" auch für Journalisten und Politiker in Armenien durchgeführt.