Veranstaltungsberichte

Politische Winterschule: All Tomorrow's Parties

Structure and Organization of Party Politics

Formate, Strukturen und Funktionen moderner Parteiarbeit standen im Fokus der zweiten Stufe der Politischen Schule für junge Nachwuchspolitiker aus Armenien, Aserbaidschan und Georgien.

Während eines dreitägigen Trainingsprogramms in Tiflis vom 18. bis 20. Januar hatten 16 junge Nachwuchspolitiker unterschiedlicher Parteien aus den drei südkaukasischen Ländern die Möglichkeit, sich intensiv mit der Struktur, Organisation und Funktion politischer Parteien auseinanderzusetzen. Inhalte mehrerer interaktiver Workshops waren dabei unter anderem die Charakteristika eines modernen Parteimanagements, die vielfältigen Methoden der Mitgliederrekrutierung sowie diverse Wege der politischen Kommunikation und Interaktion. Außerdem standen die eigenen Projektentwürfe der Teilnehmer im Vordergrund, die diese im Anschluss an die politische Sommerschule im Juni 2015 entworfen und erarbeitet hatten.

Mit viel Kreativität und Engagement präsentierten die jungen Politiker ihre jeweiligen Konzeptpapiere zu Projekten im Bereich des Parteimanagements und innerparteilichen Capacity Buildings, der Netzwerkarbeit oder der Zusammenarbeit zwischen Jugendorganisationen mit deren jeweiliger Mutterpartei. Die Projektentwürfe bewertete im Anschluss eine Jury bestehend aus Monika Lenard, der stellvertretenden Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Georgien, Franziska Fislage, Koordinatorin für Demokratie, Parteien und Gesellschaft der Konrad-Adenauer-Stiftung, und Professor Ghia Nodia vom Caucasus Institute for Peace, Democracy and Development. Der Konzeptentwurf der Delegation der georgischen United National Movement-Partei mit dem Motto Youth Volunteers for European Georgia erhielt unter den insgesamt fünf Projektentwürfen die höchste Punktzahl. Im Rahmen eines ambitionierten und ausgefeilten Programms möchte das georgische Projekt auf die Bedeutung des Ehrenamts aufmerksam machen und freiwilliges Engagement innerhalb der eigenen Bevölkerung fördern, insbesondere in der mehrheitlich von ethnischen Aserbaidschanern besiedelten Region um Marneuli. Das Gewinnerteam hat nun die Chance sein Projekt erfolgreich durchzuführen und wird dabei finanziell von der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt.

Die Jurymitglieder gratulierten allen Teilnehmern zu ihren Ideen und ihrem unermüdlichen Einsatz und gaben ihnen wichtige Empfehlungen für ihre politische Zukunft mit auf den Weg. Den Abschluss der Politischen Schule stellt wie jedes Jahr eine Studienreise der diesjährigen Teilnehmer in die deutsche Bundeshauptstadt Berlin im Frühjahr dar.

Bereits seit 2008 veranstaltet das Regionalbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung politische Sommer- und Winterschulen sowie Studien- und Bildungsreisen nach Berlin für junge Politiker aus den drei Ländern des Südkaukasus. Die großen Erfolge und die Nachhaltigkeit der Projektinitiativen der vergangenen Jahre zeigen, welche Chancen die Politische Schule den jungen Nachwuchspolitikern bietet. Initiativen wie diese fördern zudem die länderübergreifende Verständigung in der Region. Außerdem haben die Teilnehmer die Chance, ihr Blickfeld im Hinblick auf Prozesse demokratischen politischen Agierens zu erweitern und Kenntnisse über moderne Strukturen und Formate von politischen Parteien sowie über die Möglichkeiten inner- wie zwischenparteilicher Arbeit zu gewinnen.