Veranstaltungsberichte

Smart City - Wie soll das Jena der Zukunft aussehen?

Vortrag und Gespräch

In Kooperation mit dem Jenaer Internetunternehmen dotSourcelud das Politische Bildungsforum Thüringen der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. am Abend des 18. Juni 2019 interessierte Bürger zu einer Vortrags- und Gesprächsrunde zum Thema Smart City ein, um gemeinsam über die Entwicklung von Städten, unter dem besonderen Fokus Jena, zu sprechen. Etwa 35 Gäste folgten der Einladung zum Gespräch mit den Referenten und dem anschließenden Empfang in das futuristische Büro des Kooperationspartners dotSource.

Steven Bickel vom Politischen Bildungsforum Thüringen der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. eröffnete die Veranstaltung mit einigen einführenden Worten zur Wichtigkeit des Themas und stellt die anwesenden Gesprächsteilnehmer im Podium kurz vor.

Christian Otto Grötsch, der als Gründer und Geschäftsführer von dotSource am Expertengespräch teilnehmen und einige einleitende Worte über das 2006 gegründete Unternehmen sagen sollte, konnte krankheitsbedingt nicht an der Veranstaltung teilnehmen, sodass eine Mitarbeiterin ihn bei der Vorstellung der Firma vertrat. Zur Einstimmung in das Thema des Abends wurde dann noch ein kurzes, vorher für die Veranstaltung aufgenommenes Video mit einigen Gedanken zur Entwicklung Jenas im Bereich smarter Steuerung gezeigt.

Gunar Schmidt, Geschäftsführer der Stadtwerke Jena Netze GmbH, eröffnete mit seiner Vorstellung des seit Anfang 2019 anlaufenden Modellprojekts Smartes Quartier in Jena-Lobeda die Expertenrunde. Er erläuterte in seinem Vortrag die geplanten Vorhaben, die unter anderem Elemente smarter Wohnungen, von E-Health-Programmen, smarter Mobilität und ebensolcher Energiesysteme enthalten werden. Noch in diesem Jahr wird eine entsprechende Sanierung beginnen und somit smarte Technologien auch in Thüringen praktisch erprobt werden.

Fagus Pauly, Geschäftsführer und Gründer von UnternehmenDigital, vertrat die Perspektive der Wirtschaft, die immer stärker durch Elemente der Digitalisierung geprägt wird. Sein Unternehmen berät dabei kleine und mittelständische Firmen bei der Einführung und Umsetzung neuer digitaler Möglichkeiten, sodass er den Anwesenden auch einen entsprechenden praktischen Einblick geben konnte. Ebenso ging Herr Pauly aber auch auf die großen Fragen beim Umgang mit der Digitalisierung ein und verwies darauf, dass für die Akzeptanz neuer digitaler Technologien ein hohes Maß an Bereitschaft der Menschen diese anzunehmen vorhanden sein muss. Die Frage der Digitalisierung könne somit nicht als reines IT-Problem gesehen werden, sondern sei ebenso ein Kulturprojekt.

Eine andere Perspektive auf das Konzept Smart City und Digitalisierung brachte die Jenaer Medizinstudentin und KAS-Stipendiaten Selina Dürrbeck ein. Sie stellte aus der Sicht der Nutzer und der Medizin Vor- und Nachteile der Digitalisierung dar. Zwar seien neue Methoden und moderne technische Hilfsmittel eine große Unterstützung, aber gleichzeitig sei auch zu beachten, dass der persönliche Kontakt zwischen Ärzten und Patienten ein wichtiges Element sei. So sei möglicherweise zu bedenken, dass z.B. durch Mittel wie Videosprechstunden auch das Vertrauensverhältnis in der Patienten-Arzt-Beziehung leiden könnte. Gleichzeitig müssten aber auch die Chancen ortsunabhängiger medizinischer Betreuung und auch medizinischer Eingriffe gesehen werden. So könnte durch Zuschaltung von Fachärzten und Experten Diagnosen deutlich beschleunigt werden. Am Ende betonte Frau Dürrbeck ihre Bereitschaft digitale Möglichkeiten zu nutzen, sofern sie das Leben und die medizinische Betreuung verbessern würden.

Während der Diskussion im Plenum wurden weitere Fragen aufgeworfen. Vor allem die ethischen und persönlichkeitsrechtlichen Fragen einer zunehmend digitalisierten und vernetzten Welt wurden dabei in den Fokus gerückt. Ein breiter Teil des Publikums zeigte sich dabei gegenüber neuen Technologien aufgeschlossen, wenn diese sicher seien und das alltägliche Leben erleichtern würden.