Veranstaltungsberichte

Keine Zukunft ohne gemeinsame Werte

Pöttering wirbt in Prag für Europa und lobt die deutsch-tschechischen Beziehungen

Der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. Hans-Gert Pöttering, hat sich in Prag mit Premierminister Nečas, Außenminister Schwarzenberg sowie dem Vorsitzenden der Tschechischen Bischofskonferenz, Erzbischof Duka, über die aktuelle Situation in der Europäischen Union ausgetauscht.

Ohne ein kraftvolles Einstehen für gemeinsame Werte werde die Europäische Union keine Zukunft haben, sagte Pöttering in seiner Rede vor dem Adenauer-Forum, das ein sichtbarer Beleg für die freundschaftlichen und vertrauensvollen Beziehungen zwischen Deutschland und Tschechien war und anlässlich des 20-jährigen Bestehens des KAS-Büros in der Tschechischen Republik stattfand.

In einer Atmosphäre der tiefen Entschlossenheit, aus der momentanen Krise die richtigen Schlüsse zu ziehen und die Europäische Integration zu vertiefen, erinnerte Pöttering daran, dass nur die Europäische Union die historisch einmalig ausgeprägten Freiheiten ihrer Bürger sowie die wirtschaftliche Prosperität in einer globalisierten Welt sichern könne. Grundlage hierfür seien gemeinsame Werte wie die unantastbare Würde des Menschen, Frieden und Freiheit, die Demokratie und das Recht. Diese gelte es zu verteidigen. Pöttering: „Jeder ist aufgerufen, für die gemeinsamen Werte der Europäischen Union einzutreten, sie zu leben und vor Gefahren zu schützen.“

Nečas: Gemeinsame Interessen Tschechiens und Deutschlands

Premierminister Nečas betonte in seiner Rede die deutschen und tschechischen Gemeinsamkeiten und verwies darauf, dass die Interessen der Tschechischen Republik und Deutschlands hinsichtlich der Bekämpfung der Eurokrise nahe beieinander liegen. „Gemeinsam legen wir großen Wert auf die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft und die Notwendigkeit der Senkung der Staatsverschuldung“, so Nečas.

Schwarzenberg betont gute Wirtschaftsbeziehungen

Schwarzenberg konstatierte, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Tschechien in der Geschichte noch nie so gut waren wie heute. Er bemerkte, dass die junge tschechische Generation frei von Stereotypen gegenüber Deutschland sei. Alle Redner hoben die deutsch-tschechischen Wirtschaftsbeziehungen als ein Musterbeispiel für die beiderseitige Zusammenarbeit hervor. Deutschland ist Tschechiens wichtigster Handelspartner: Ein Drittel des tschechischen Außenhandels findet mit Deutschland statt. Für Deutschland wiederum ist die Tschechische Republik unter den mittel-osteuropäischen Handelspartnern nach Polen und Russland drittgrößter Handelspartner.

Auch politisch haben Deutschland und Tschechien viele gemeinsame Ziele. Beide Länder arbeiten intensiv zu Fragen im Bereich der Balkanpolitik, der Östlichen Partnerschaft, der Energiepolitik und Afghanistan sowie dem Nahen Osten zusammen.

KAS wichtiger Partner

In diesem Zusammenhang hoben sowohl Nečas als auch Schwarzenberg die Rolle der Konrad-Adenauer-Stiftung bei der Vertiefung der deutsch-tschechischen Beziehungen sowie der demokratischen Entwicklung der Tschechischen Republik hervor. Schwarzenberg sagte: „Ich schätze die Aktivitäten und die Anreize, die uns die Konrad-Adenauer-Stiftung in der Tschechischen Republik gegeben hat sehr. Die Konrad-Adenauer-Stiftung beteiligte sich von Anfang an der Vertiefung der politischen und kulturellen Beziehungen mit unseren deutschen Nachbarn und unterstützte die Zukunftsorientierung dieser Beziehungen. Wir sind sehr froh, dass wir heutzutage Partner in einem vereinten Europa sind und zusammen mit der Konrad-Adenauer-Stiftung über die Gestaltung der Zukunft nachdenken können.“

Im Vorfeld der Veranstaltung war Pöttering mit Finanzminister Miroslav Kalousek und mit dem KDU-ČSL Vorsitzenden Pavel Bělobrádek zusammengetroffen. Im Mittelpunkt dieser Gespräche standen der Meinungsaustausch zur Situation innerhalb der EVP, die Vertiefung der gegenseitigen Kontakte und der Zusammenarbeit.

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Ansprechpartner

Matthias Barner

Matthias  Barner bild

Leiter des Auslandsbüros Tschechien und Slowakei

Matthias.Barner@kas.de +420 222 320-190 +420 222 320-198