Veranstaltungsberichte

Aspekte ungarischer und türkischer Außen- und Sicherheitspolitik

von Henning Richter

Vortrag an der Corvinus Universität Budapest

Die Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltete am 04. März 2015 in Kooperation mit dem Antall József Wissenszentrum eine Konferenz zum Thema „Aspekte der Ungarischen und Türkischen Außen- und Sicherheitspolitik“. Referenten aus der Türkei und Ungarn referierten und diskutierten anschließend im Rahmen einer Podiumsdiskussion vor rund 120 Teilnehmern.

Frank Spengler, Leiter des Auslandsbüros Ungarn der Konrad-Adenauer-Stiftung, sah dieses Treffen auch als eine Auftaktveranstaltung eines ungarischen-türkischen Gesprächskreises. Die Türkei befinde sich aufgrund ihrer geographischen Lage nah an Krisenherden, die direkte Auswirkungen auf Europa hätten. Insofern sei die Türkei ein strategisch wichtiger Partner und der Dialog zwischen der EU und der Türkei wichtig. In einer Grundsatzrede konzentrierte sich Prof. Dr. İlter Turan von der Istanbuler Bilgi-Universität auf die außen- und sicherheitspolitischen Dimensionen der Türkei, der Europäischen Union und der USA. Ferner nahm er auch Stellung zur Kooperation der Türkei und Ungarn in Fragen besonderer politischer Relevanz. In der nachfolgenden Diskussion verdeutlichte der ehemalige General Dr. Edip Başer die Bedeutung internationaler Kooperation angesichts aktueller und globaler Herausforderungen: „Mit zwei Händen ist mehr zu erreichen als mit einer Hand.“ Die türkisch-ungarischen Beziehungen seien besonders an dieser Stelle ein wichtiger Faktor.

Die Referenten aus Ungarn betonten, dass sie in den türkisch-ungarischen Beziehungen und der Zusammenarbeit der Türkei und Europas sehr viel Potential sehen. Vor allem in Hinblick auf den Balkan sei die Türkei ein essentieller Partner, so Dr. Tamás Szigetvári, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Weltwirtschaft der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Die Universitätsprofessorin der Universität für den Öffentlichen Dienst und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Auswärtige Angelegenheiten und Außenhandel, Dr. Erzsébet N. Rósza, skizzierte sogar eine entsprechende Abhängigkeit der Europäischen Union zu der Türkei. Moderiert wurde dieses Gespräch von Dr. Péter Marton, Professor am Institut für Internationale Studien der Corvinus Universität. Zusammenfassend betrachtet kann diese Konferenz als Initiative für weitere Dialoge gesehen werden. Ein informeller Gedankenaustausch konnte im Rahmen des Empfangs fortgesetzt werden.