Veranstaltungsberichte

Der Weg zu Produktivität und Gleichheit :: Vortrag und Podiumsdiskussion

Am 22. Oktober hat die Konrad Adenauer Stiftung zusammen mit dem Manuel Oribe Institut eine Konferenz über das Thema „Produktivität und Gleichheit im Beruf“ veranstaltet. Vortragende aus Lateinamerika und Europa teilten unterschiedlichste Erfahrungen.

Dr. Fernando Zeballos, Psychologe am Manuel Oribe Institut, eröffnete die Veranstaltung. In seinem Vortag hob er hervor, dass nicht nur Leistungsfähigkeit, sondern auch die Gleichheit unter den Menschen wichtig sei.  „Geschäfte sind zwar ein Mittel für Wachstum, aber das Ziel bleiben die Menschen“, merkte er an.

Daniel Martínez Cué, ehemaliger Vorsitzender der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)  für Amerika, hat auf „die Wichtigkeit der harmonischen Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber“ zur Steigerung der Produktivität hingewiesen. Dafür sei es wesentlich, bilaterale und trilaterale  Arbeitsverträge zu schaffen. Doch die Zukunft der Arbeitsverträge sei aufgrund politischer Hürden, wie etwa Korruption oder fremdenfeindlicher Populismus, ungewiss.

 

Nach dem letzten Vortrag ging das Programm in eine Podiumsdiskussion über. Diese wurde von Dr. Horta, dem Leiter der Abteilung für Ökonomie und Finanzen der Universidad Católica del Uruguay sowie von Elvira Domínguez, der  Vertreterin der Unternehmen der Sozialversicherungsbank Uruguays (BPS), abgehalten. 

 

Domínguez betonte, dass für Gleichheits- und Produktivitätssteigerung die Verhandlungsinstanzen eine wesentliche Rolle spielen. In Lateinamerika sei die Situation besorgniserregend, da trilaterale Vereinbarungen, also zwischen Regierung, Gewerkschaften und Unternehmern, nur in Peru und Uruguay institutionalisiert seien.

 

In Europa und Lateinamerika müsse  Produktivität als ein Mittel zur Schaffung von Gleichheit verstanden werden. Wenn die Produktivität ansteige, könne immer auch eine Erhöhung der Löhne bewirkt werden.

Insofern sei „Konkurrenzfähigkeit“ von hoher Wichtigkeit. Der Begriff stamme zwar ursprünglich aus dem Bereich der Geschäfte und des Handels, gelte aber zunehmend für ganze Länder und Regionen. „Konkurrenzfähigkeit ist ein Mittel für nachhaltigen Wohlstand“, betonte Horta.

 

Im Anschluss stellten die Zuhörer eine Vielzahl interessanter Fragen und traten in eine spannende Diskussion mit den Vortragenden. Die Relevanz des Themas wurde auch bei der Frage nach dem stark anwachsenden Einfluss neuer Technologien deutlich, durch den zunehmend menschliche Arbeitsplätze durch Maschinen ersetzt werden.