Veranstaltungsberichte

"Schöpfung - ökologische Ethik - Umweltökonomik"

Summer School an der Ruhr-Universität Bochum

Im Rahmen der Bochumer Summer School haben sich Studierende der Ruhr-Universität Bochum sowie Stipendiaten und Stipendiatinnen der Konrad-Adenauer-Stiftung mit den ethisch-ökologischen Herausforderungen an die Gestaltung der Wirtschaftsordnung und an die wirtschaftlichen Akteure beschäftigt.

von Julia van der Linde

Vom 12. bis 15. Oktober erhielten die Teilnehmer der diesjährigen Bochumer Summer School zum Thema "Schöpfung - ökologische Ethik - Umweltökonomik" Einblicke in das Spannungsfeld von Moral und ökonomischen Vorteilsstreben. Die interdisziplinär ausgerichtete Veranstaltung beschäftigte sich dabei sowohl mit theologischen als auch biologischen und wirtschaftlichen Aspekten der drei Themenbereiche. In Vorträgen, Diskussionen, Gruppenarbeiten und Exkursionen wurden die verschiedenen Themen erarbeitet und Handlungsimpulse abgeleitet.

Aus theologischer Perspektive wurde das Thema Schöpfung exegetisch diskutiert und Aussagen der Enzyklika Laudato Si' bezüglich der Umwelt thematisiert. Aber auch die biologische Herangehensweise an die Erforschung des vom Menschen verursachten Klimawandels kam an dieser Stelle nicht zu kurz. Stark diskutiert wurde die Tatsache, dass die Konsequenzen des Klimawandels vor allem von der Bevölkerung ärmerer Regionen getragen werden müssen, während die Verursacher vor allem in den Industrienationen zu finden sind. Weiterhin wurden Effekte ökologischer Probleme auf die Wirtschaft aufgezeigt und über die unterschiedlichen Herangehensweisen der verschiedenen Disziplinen an ebendiese Probleme und den Klimawandel debattiert. Weitere Themenschwerpunkte waren die Energiewende und die Vorgehensweise der Politik bei klimaethische Problemstellungen.

Im Rahmen einer Exkursion informierten sich die Teilnehmer darüber, wie Unternehmen den Herausforderungen des Spannungsfeldes von Moral und ökonomischen Vorteilsstreben in der Praxis gerecht werden. Michael Sommer, der bei der Bank im Bistum Essen für die Kundenbetreuung im Ausland und das Nachhaltigkeitsmanagement zuständig ist, stellte in diesem Rahmen das Konzept der Bank vor, die vor allem auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit setzt und auch Mikrofinanzierung anbietet. Auch evonik stellte sein Konzept der Nachhaltigkeit in einem Chemieunternehmen vor. Dabei lag der Schwerpunkt vor allem auf dem Umgang mit Arbeitnehmern und der Umwelt.

Der stellvertretende Leiter des Kompetenzbereiches "Umwelt und Ressourcen", Prof. Dr. Colin Vance, informierte im Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung über die wirtschaftliche Bewertung der Energiewende. Er zeigte auf, welche Rolle vor allem auch die Politik in diesem Bereich spielt. So hätte aus wirtschaftlicher Sicht die Energiewende ökonomisch vorteilhafter gestaltet werden können, wenn der Bau von Photovoltaikanlagen weniger finanzielle Unterstützung bekommen hätte.

Insgesamt wurden im Rahmen der Veranstaltung verschiedene Aspekte ethischer Problemstellungen interdisziplinär beleuchtet und das Spannungsfeld von Moral und ökonomischen Vorteilsstreben kontrovers diskutiert, wobei Lösungsansätze und Handlungsimpulse gesucht wurden.