Veranstaltungsberichte

„Wir arbeiten dort, wo die Not am größten ist“

Verwirklichung von Menschenrechten als Bezugspunkt der Welthungerhilfe

(von Benedikt Jäger)Susanne Luithlen von der Welthungerhilfe ist auf Einladung der Sektion Lippstadt der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. (GSP) und des Regionalbüro Westfalens der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. zu Gast in Lippstadt.
links nach rechts: Dr. Olav Freund (Sektionsleiter), Dieter Brand (Geschäftsführer), Susanne Luithlen (Welthungerhilfe), Benedikt Jäger (KAS)
links nach rechts: Dr. Olav Freund (Sektionsleiter), Dieter Brand (Geschäftsführer), Susanne Luithlen (Welthungerhilfe), Benedikt Jäger (KAS)

Vor interessiertem Publikum sprach die Leiterin der Abteilung „Strategy, Knowledge and Learning“ zum Thema „Krisen als neuer Normalfall der weltpolitischen Ordnung“. Dr. Olav Freund, der als Sektionsleiter der GSP die Referentin in der Marienschule begrüßte, betonte gleich zu Beginn der Veranstaltung die Relevanz des Themas. In ihrem anschaulichen Vortrag betonte Luithlen die enorme Bedeutung von Stabilität für die Entwicklung eines Landes. Denn Fragilität und Krisen korrelieren. Stabilität müsse auf vielen Dimensionen geschaffen werden, um einem Land ermöglichen zu können, sich zu entwickeln, erklärte Lutihlen das von der OECD entwickelte Entwicklungskonzept. Dazu gehörten Politik und Sicherheit ebenso wie Umwelt und Zivilgesellschaft. Hier setze auch die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen wie der Welthungerhilfe an.

„Wir arbeiten dort, wo die Not am größten ist“

Politik spiele eine große Rolle, dabei seien die Interessen zwar unterschiedlich – oft jedoch kompatibel. Nichtregierungsorganisationen böten allerdings einige Vorteile, hob Luithlen hervor. Sie seien oft basisnäher und genössen durch ihre jahrelangen Bemühungen vor Ort eine hohe Legitimität. Dass sie mitunter gegen die Mühlen auch hiesiger politischer Entscheidungen arbeite, sei für sie keineswegs frustrierend, so Luithlen, vielmehr motiviere sie dies, weiter zu arbeiten für eine Welt mit weniger Ungleichheit.

„Wir müssen lernen, zu fühlen, dass wir im Wesentlichen gleich sind“

Luithlen regte zu einem Perspektivwechsel an und rief dazu auf, sich nicht abzuschotten und einen pauschalisierenden, entfremdeten Blickwinkel abzulegen. Leidgeplagte dürften nicht als „die da“ gelten, sondern als die Menschen, die sie sind – ebenso wie wir. Luithlen stellt die Verwirklichung von Menschenrechten als Bezugspunkt und Antrieb für die Bemühungen der Welthungerhilfe und ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hervor.