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Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Veranstaltungsberichte

„Der Euro wird scheitern!“. So lautet das ernüchternde Fazit des streitbaren Historikers und Publizisten Prof. Dr. Arnulf Baring. Die Vorteile des Euro für die Exportnation Deutschland wollte der Referent nicht anerkennen. Baring referierte im Rahmen der Reihe „Abendschule der KAS“ im Kippenberg Gymnasium vor über 200 Zuhörern.

Der Referent sah Deutschland vor zwei großen Herausforderungen stehen: dem demografischen Wandel und der so genannten Euro-Krise. Als Grund für das rückläufige Bevölkerungswachstum führte Baring unter anderem die Traumatisierung des deutschen Volkes durch ihre belastete nationalsozialistische Vergangenheit an. Nach Baring bestehe der Sinn des Lebens darin, neues Leben zu schaffen. Dieser Wille sei jedoch durch die Verbrechen der Nationalsozialisten getrübt worden. Des Weiteren habe die Emanzipation der Frau zu einer Senkung der Geburtenrate geführt. Viele junge ambitionierte Frauen entschieden sich immer öfter für eine akademische Laufbahn und somit gegen die Geburt eines Kindes. Baring sah in der (reinen) Selbstverwirklichung eine „Sackgasse des Lebens“.

Die Einführung des Euros bezeichnete er als „größten Fehler seit 1945“, dessen Scheitern vorhersehbar gewesen sei. Er verwies außerdem auf den Artikel 125 der EU-Verträge, nachdem kein Staat und auch nicht die Europäische Union für Schulden eines anderen Staates einstehen dürfe. Als einen Ausweg aus der Krise nannte er die Möglichkeit eines „Neuros“ – einer gemeinsamen Währung der Länder wie Deutschland, Frankreich und der Benelux-Staaten. Die Möglichkeit eines „Marshallplans“ nach dem Vorbild aus dem Jahr 1947 schloss Baring dagegen kategorisch aus. Nach dem 2. Weltkrieg sei ein enormer Leistungswille innerhalb der Bevölkerung vorhanden gewesen. Aktuell lasse sich jedoch eine gewisse Bequemlichkeit nachweisen, die diese Möglichkeit nicht zulasse. Barings abschließende Worte zielten auf das Jahr 2013 ab - ein Jahr, welches von der Bundestagswahl geprägt sein wird. Er unterstellte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie dem Kanzlerkandidaten der SPD, Peer Steinbrück, dass sie ihrer Bevölkerung das genaue Ausmaß der Finanzkrise verschweigen würden.

Kontakt

AbbildungDr. Ralf Altenhof ›
Landesbeauftragter für Bremen und Leiter des Politischen Bildungsforums Bremen
Tel. +49 421 163009-0
ralf.altenhof(akas.de


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