Veranstaltungsberichte

Ausbildung von Mentoren

Als Partner von KAS Korea organisierte die „Civil Solidarity for Open Society“ 2008 über das Jahr verteilt insgesamt sechs Workshops zur Ausbildung von Mentoren und führte damit das im Vorjahr gestartete gemeinschaftliche Projekt fort.

Zu Beginn des Programms werden Freiwillige, meist Studenten, speziell geschult und sensibilisiert, um im weiteren Verlauf junge Zuwanderer aus Nordkorea aktiv bei der Integration zu unterstützen und sachkundig zu betreuen. Nach ihrer Ankunft und dem rund dreimonatigen Integrationsprogramm im Hanawon-Zentrum, das die Mehrheit der nordkoreanischen Zuwanderer absolviert, sind diese weitgehend auf sich allein gestellt. Viele durchleben in diesem Zeitraum einen Kulturschock, wenn sie entdecken, dass Südkorea nicht ihren idealistischen Vorstellungen und Träumen entspricht und das Leben im Süden von Materialismus und Wettbewerb geprägt ist, während sie selbst ohne materiellen Besitz sind und ihr Leben komplett neu aufbauen müssen.

Seit der Teilung der koreanischen Halbinsel entlang des 38. Breitengrads hat sich neben Land und Leuten auch die koreanische Sprache in den beiden Teilen unterschiedlich entwickelt. Das Nordkoreanische orientiert sich hauptsächlich am koreanischen Kernwortschatz, im Südkoreanischen dagegen gibt es viele Lehnwörter aus dem Englischen, womit die Neuankömmlinge vor allem in der Anfangsphase große Verständnisschwierigkeiten haben. Das Mentorenprogramm soll über Nachhilfeunterricht in Fächern wie zum Beispiel Koreanisch, Englisch, Mathematik oder Geschichte auch zu weiteren gemeinsamen Aktivitäten von Mentoren und Schützlingen, wie Besichtigungen von historischen Sehenswürdigkeiten und Kulturschätzen oder auch das Erleben des südkoreanischen Alltags und einem persönlichen Austausch der Teilnehmer führen. Ziel des Mentorenprogramms ist es auch, gegenseitige Vorurteile und Missverständnisse abzubauen und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit hervor zu rufen, spielerisch soziale Fähigkeiten zu erleichtern und so den Zuwanderern die Eingewöhnung zu erleichtern.

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(1) Byun Kwangyoung, Leiter des Mentorenprogramms (2) bis (4) Mentoren und Mentee in Seoul