Veranstaltungsberichte

Herausforderungen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in einer globalisierten Welt

Am 28. August veranstaltete das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Korea in Zusammenarbeit mit der Korea Universität ein hochrangig besetztes internationales Symposium zum Thema „Herausforderungen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in einer globalisierten Welt“.

Nach der Eröffnung durch Prof. Lee Ki-Su, dem Präsidenten der Korea Universität und Marc Ziemek, Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Korea, folgte ein Grußwort des Bundestagspräsidenten und stellvertretenden Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung Prof. Dr. Norbert Lammert, der sich im Rahmen eines Staatsbesuchs in Seoul aufhielt.

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Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert hält das Grußwort

In seiner Rede hob Herr Prof. Dr. Lammert vor allem hervor, dass sich der Globalisierung kein Land dieser Welt entziehen könnte. Eine Diskussion für oder gegen die Globalisierung sei daher in der Politik unangebracht, vielmehr müsse sich die Politik geeignete Maßnahmen überlegen, um mit dieser richtig umzugehen.

Die halbtätige Veranstaltung war in die Themenblöcke „Frieden und Stabilität“ und „Wachstum und Wohlstand“ aufgeteilt. Als Referenten konnten für den ersten Teil, der außenpolitische Berater der CDU/CSU Bundestagsfraktion Dr. Heinrich Kreft sowie der Präsident des Institute of Foreign Affairs and National Security Lee Soon-Chun gewonnen werden. Dr. Kreft ging in seinem Vortrag auf die Rolle der EU in der Gewährleistung und Herbeiführung von Frieden und Stabilität ein. Er betonte vor allem das große Potential, welches in der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der EU steckt, stellte aber zugleich fest, dass die EU dieses Potential derzeit noch nicht voll ausschöpft. Anschließend stellte Präsident Lee Soon-Chun die Vision und Strategie der neuen südkoreanischen Regierung für die Gewährleistung von Frieden und Stabilität in der Welt dar. Er wies darauf hin, dass sich Korea bislang zu sehr allein auf den innerkoreanischen Frieden konzentriert hat und daraus resultierend globale Probleme vernachlässigt habe. Die neue Regierung strebt jedoch ein stärkeres internationales Engagement Koreas an, ohne dabei aber die Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel und das Ziel der Wiedervereinigung vernachlässigen zu wollen.

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Landesbeauftragter der KAS in Korea Marc Ziemek, Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert
Den Auftakt zum zweiten Teil der Veranstaltung, unter dem Thema „Wohlstand und Wachstum“, gab Dr. Heribert Dieter von der Forschungsgruppe globale Fragen der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). In seinem Vortrag über „Chancen und Risiken“ der Globalisierung ging er auf die internationale Handelsordnung, bilaterale Freihandelsabkommen sowie die Rolle der internationalen Finanzmärkte ein. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise in den U.S.A äußerte Herr Dr. Dieter Zweifel am von Institutionen wie dem IWF gepriesenen angelsächsischen Finanzmodell. Zugleich stellte er die Frage, ob im Zuge einer zunehmenden finanziellen Absicherung vieler asiatischer Länder, der IWF als gobale Institution überhaupt noch eine Zukunft hat. Direkt im Anschluss erläuterte der Generaldirektor des Multilateralen Handelsbüros des Außen- und Handelsministeriums Lee Taeho die Herausforderungen von Wirtschaftskooperationen aus koreanischer Sicht. Der negativen Stimmung innerhalb der Bevölkerung, vor allem gegenüber Freihandelsabkommen, wie dem mit den USA, müsse durch eine transparente Regierungspolitik entgegengewirkt werden. Diese Politik sieht Lee als Schlüssel zu einem veränderten Globalisierungsverständnis, in dem Wirtschaftskooperationen nicht mehr als Gefahr, sondern als Chance wahrgenommen werden.

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