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Présentations & compte-rendus

"Grammatik einer Gesellschaft"

Prof. Dr. Hans Kaminski zur Notwendigkeit wirtschaftlicher Bildung

"Je dünner die Kenntnislage, desto sicherer das politische Urteil!" Das Spannungsverhältnis von ökonomischer Kompetenz vieler Menschen gegenüber ihrer Bereitschaft zu einem politischen Urteil im Zusammenhang bedachte Prof. Dr. Hans Kaminski am Dienstag im Rahmen des Mittagsgespräches der Konrad-Adenauer-Stiftung mit Kritik.

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Vor Vertretern aus Wirtschaft und Politik brach er jedoch eine Lanze für den Ausbau der ökonomischen Bildung. Die Defizite beim Angebot wirtschaftlichen Grundwissens insbesondere an Schulen müssten mit dem Ziel abgebaut werden, Wirtschaftswissen im Fächerkanon in die vordere Reihe zu stellen. Wer Wirtschaft rein von der Warte "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" betrachte, missachte die real wirkenden Anreizstrukturen der Ökonomie. Kaminski verdeutlichte dies an einer Reihe von Beispielen, wie wohl gemeinte Politik genau das Gegenteil des ursprünglichen Ziels bewirkt hätte.

http://www.kas.de/politische_bildung/oldenburg/2009/Kaminski_006b.jpg
Prof. Hans Kaminski: „Wer das System nicht versteht, versucht, Lösungen an der Oberfläche zu suchen!“

Die Wirtschaftsordnung sei Teil der Gesellschaftsordnung – eine Art "Grammatik der Gesellschaft". Zur Erklärung identifizierte der Leiter des IÖB vier konstituierende Faktoren des Wirtschaftssystems, die jeweils markt- oder planwirtschaftlich verfasst sein könnten: Eigentumsverfassung, die Planung- und Lenkungsfunktion, die Preisbildung sowie die betriebliche Ergebnisrechnung.

Kaminski stellte das Wirtschaftssystem vor dem Hintergrund der Systemtheorie von Niklas Luhmann als ein Subsystem dar, das anderen Regeln gehorche als die Politik, die ebenfalls ein Subsystem sei. Wirtschaftliche Bildung sei zwar kein Allheilmittel für die Probleme auch der aktuellen Krisenlage, doch müsse dem berechtigten Wunsch der Schüler entsprochen werden. Umfragen zufolge forderten rund 75 Prozent der Schüler Wirtschaft als eigenständiges Fach. Langfristig sei dies unerlässlich, damit politische Lösungen weniger um die Oberfläche als um die grundsätzlichen Problemlagen kreisten.

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