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Présentations & compte-rendus

Europa "erfahren": Per Motorrad nach Cadenabbia

2400 Kilometer Spurensuche durch Europa

Das Europäische Parlament in Straßburg ist das architektonische Dokument einer historischen Ausnahme: Noch nie gab es so lange Frieden in Europa. Schon beim Hambacher Fest 1832 wurde die Forderung nach einem geeinten Europa laut. Es folgten die bitteren Rückschläge der Weltkriege. Adenauer und seine Mitstreiter legten schließlich - auch aus internationalem Verantwortungsbewusstsein - den Grundstein für Frieden und Wohlstand in Europa. In einem Seminar von Motorradfahrern für Motorradfahrer begaben wir uns auf Spurensuche. Ziel: Cadenabbia. Seminarbericht und Impressionen eines Experiments.

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Europa "erfahren"

Vom Hambacher Schloss bis zum Europäischen Parlament in Straßburg sind es gerade gut 140 Kilometer. Doch zwischen den beiden Orten liegen – bildlich und historisch gesprochen – auch die Millionen Opfer der beiden Weltkriege. An der Casemate Esch, einer kleinen Bunkeranlage der Maginot-Linie bei Hatten, ragen heute, zwischen Pappeln und sanften Hügeln, verrostete Stahlstangen aus meterdickem Beton in den Himmel. Wie aufgeplatzt wirkt die Bunkerdecke, die, so erklärt Herr Heintz von den Freunden der Maginot-Linie, auch der Beschuss durch Dutzende von Panzergranaten nicht knacken konnte. Obendrauf: ein Panzer als weithin sichtbares Denkmal. Drumherum: Geschütze, Gräben, Stacheldraht und angedeutete Minenfelder.

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"Vom Hambacher Fest 1832 bis ins moderne Europa": Prof. Dr. Bernhard Vogel im Hambacher Schloss.

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Auch ohne Schlips und Kragen: Die Sache zählt! Mit Dr. Hans-Gert Pöttering MdEP im Europaparlament. (Foto: EP)

Unter dem Motto "Politik auf zwei Rädern" ist ein Dutzend Motorradfahrer der Einladung der KAS zu einem außergewöhnlichen Seminar gefolgt. Auf dem Motorrad wollen wir den Spuren Konrad Adenauers und der Europäischen Einigung folgen. Motorradfahren heißt: Mit allen Sinnen, mit Kopf und Körper dabeisein. Nicht als Konsument, sondern als Mitgestalter.

Helm ab, rein in die Casemate Esch! Die Angst, die Menschen im Inneren des kalten, muffigen Bunkers erfahren haben müssen, steht im Kontrast zum frischen Duft der Frühlingskräuter, der draußen in der Luft liegt. Das hier spürbare Ausmaß von Hass und Verblendung, das vor gerade noch 65 Jahren unseren Kontinent durchzog, scheint unvorstellbar, als wir wenige Minuten zuvor mit den Motorrädern an einem kleinen blauen Schild mit dem europäischen Sternenkranz vorbeifahren, das bei Weißenburg die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland markiert. Wie wurde dieses friedliche Europa, das uns heute so selbstverständlich scheint, möglich?

Eines wissen wir bereits: Das Hambacher Fest von 1832 war einer der Meilensteine auf diesem Weg. "Diese für die damalige Zeit gewaltige Demonstration gehört in eine Reihe mit den politischen Bewegungen der Wartburg und der Frankfurter Paulskirche", erklärt Prof. Dr. Bernhard Vogel im Turm des Schlosses, der herrliche Ausblicke ins Rheintal erlaubt. Das Fest auf dem Hambacher Schloss habe den Weg zum Grundgesetz geebnet. Stichworte sind "Preßfreiheit", Demokratie und die Einigung Europas. Beim Pfälzer Saumagen im Hambacher Schloss – die Leibspeise von Alt-Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl benötigt wegen des hohen Kartoffelanteils eine EU-Ausnahmegenehmigung - kreisen die Fragen jedoch nicht nur um die Vergangenheit. "Natürlich", so gesteht der ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen ein, "beobachte ich das mit Sorge", als die Sprache auf die Milliardenstützen für den Euro kommt. Doch sei ein Rückschritt hinter die erreichte politische Einigung Europas mit viel größeren als nur wirtschaftlichen Risiken behaftet.

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Stumme Zeugen im Elsässer Idyll: Die Casemate Esch an der Maginot-Linie.

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"Nicht wieder die Hütchen!" - Feldjägerin Anke Engels gibt Sicherheitstipps.

Geschwungene Straßen, Fachwerk und grober Asphalt im Elsaß. Navigationsgeräte, bereitgestellt von Touratech, erweisen sich wieder als unverzichtbar. Denn Wegweiser zu den kleineren Dörfern, die unsere Route markieren, fehlen oft. Woher soll man wissen, wohin die D26 führt? Dann glaube ich, eine Abkürzung zu kennen ... und muss mich schließlich – im Rückspiegel die ästhetisch blinkende Perlenschnur von acht Motorradscheinwerfern - auf die freundliche (und zum Glück zielsichere) Ansage von "Steffi", der Stimme des Navis, verlassen.

Schuman: Vertrauen statt Ressentiment

Vom Bunker trotz Umweg pünktlich ins Europäische Parlament: Dr. Hans-Gert Pöttering empfängt uns im Parlamentsgebäude nach einer Schweiß treibenden Odyssee durch den nachmittäglichen Stau in Straßburg. Schlips und Kragen wären an diesem Ort angemessen. Wir kommen dagegen in schwerer Schutzkleidung, Stiefeln und T-Shirts. Doch der ehemalige EP-Präsident und jetzige KAS-Vorsitzende stört sich nicht am protokollarischen Faux-Pas: Auf die Sache kommt es an! "Auf Misstrauen mit Vertrauen antworten – stellen Sie sich vor, was das damals für ein Schritt war!", führt uns Pöttering in die Schuman-Erklärung ein. Kohle und Stahl, die einst kriegswichtigsten Industrien, unter gemeinsame Kontrolle zu stellen, Transparenz und Mitbestimmung zuzulassen, wo zuvor nur Hass und Missgunst geherrscht hatten. Mit diesem Schritt sei eine Spirale durchbrochen worden, die dem Europäischen Haus nun ermögliche, wichtige Weichen für die Zukunft zu stellen, sagt Europa-Abgeordneter Pöttering. Zum Beweis zückt er seinen Federhalter, mit dem er zuvor als EP-Präsident das EU-Klimaschutzpaket unterschrieben und damit rechtswirksam gemacht hatte. Anschließend folgen wir noch eine halbe Stunde der Debatte im kreisrunden Plenarsaal.

Am Abend statt Saumagen eine pikante Käse-Tarte, Wildschwein und Elsässer Wein in Ottrott. An der deutsch-französischen Grenze mischen sich Sprachen, Rebsorten, Gebräuche und Rezepte. Pfälzisch handfest und doch mit französischem Pfiff ist das Abendessen etwa 30 Kilometer südöstlich von Straßburg. "Europa erfahren", ganz buchstäblich mit den Händen am Lenker, macht hungrig. Dazu: "Bikerlatein" und das erste Resümmee. Wie waren die Referenten? Und: Was hat das Sicherheitstraining gebracht, mit dem uns Oberfeldwebel Anke Engels, Eskorte-Spitzenfahrerin des Feldjägerbataillon 252 Bonn, kompetent in die Tücken des Langsam-, Kurven- und Gruppenfahrens eingeführt hatte. Das erste Fazit: "Die Tipps waren Gold wert, aber wir müssen noch viel üben!"

Schnee auf den Pässen: Wir müssen durch den Gotthardtunnel

Die Vorfreude auf den Weg durch die Schweiz ist ein wenig getrübt. Pass auf, Pass zu. Schnee meldet sich in den Alpen zurück, macht Wege unberechenbar, blockiert den Oberalppass und das dort geplante Mittagessen. Also: durch den Tunnel. Nicht so schön. Auf der Fahrt dorthin, an der Grenze vor Basel hält uns jedoch ein Stau auf. Und vorne steht - ein Zöllner. Nein, Schengen ist nicht außer Kraft gesetzt. Aber in den Autobahntunnels in Basel gibt es weitere Staus. So darf der Verkehr nur schubweise ins Land. Doch nach dem Gotthardtunnel kommt die Belohnung. Wolken und der zuletzt aufgekommene Regen sind weg. Die Motorradkluft entwickelt sich an der nächsten Raststätte zum Bratschlauch.

Auch auf der Landstraße ab Bellinzona wird es nicht besser. Statt Kurven kommen Autos, Staus und eine Polizeikontrolle, die uns aber jovial durchwinkt. Die Verkehrsführung in Lugano steigert den Wunsch nach Ankommen immer weiter, bis wir schließlich an den Comer See kommen. Und schließlich steht sie vor uns: Die Villa La Collina. Die engen und steilen Kehren der Auffahrt haben ihre Tücken. Jetzt aber endlich eine Dusche, ein kühles Bier, und natürlich die Pasta von Koch Roberto, für die uns heute Konrad Adenauer beneiden würde.

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Im Blickpunkt: die Krise. Politische Bildung in der Villa mit Heinz-Gerd Lenssen.

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Am Ende der Passagiata Konrad Adenauer: Das Panorama an der Kapelle San Martino

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Ralph Schmuhl, Sektionsleiter Oldenburg der Gesellschaft für Wehr und Sicherheitspolitik, ist mit seiner Yamaha mitgekommen. Er erörtert nach dem Gespräch mit Dr. Wahlers die Frage: "Europa: Eine Supermacht?". Schmuhl stellt dabei Europa in den Kontext einer Reihe von Kennzahlen wie Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaftsmacht, Währungsreserven und militärischem Potenzial. Dabei umfasst seine Analyse auch die Entwicklungsperspektive einzelner Länder und Regionen. So sei zu erwarten, dass Russlands internationale Einflussmöglichkeiten aufgrund der abnehmenden Bevölkerungsentwicklung eher sinken. Schmuhls Fazit: Europas Zukunftschancen sind gut, aber intensivere Kooperation gerade in Sicherheitsfragen sei vonnöten.

Kritisch setzt sich am Folgetag Heinz-Gerd Lenssen, der auf seinem Honda-Chopper die 1250 Kilometer bis Cadenabbia "geritten" war, mit der Finanz- und Wirtschaftskrise und dem europäischen Krisenmanagement auseinander. Obwohl uns am Vorabend der Villa-Geschäftsführer Heiner Enterich in die Hintergründe des Adenauerschen Lebens in Cadenabbia eingeführt hatte, die bis spät in die Nacht vom Villa-Kenner Vittorio ergänzt worden waren, kommen alle pünktlich zum ersten Programmpunkt. Lenssen ist als ehemaliger Prokurist der Bremer Landesbank für Financial Markets vom Fach, doch er spricht vor ebenfalls kompetentem Publikum. Banken-Expertise besitzen auch einige der Teilnehmer. Und so fallen Lenssens Argumente, für die Finanzkrise habe es insbesondere ein falsches Anreizsystem seitens der staatlichen Regelungen gegeben, auf sachkundigen Boden.

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Vor der Fahrt: noch ein kurzer technischer Check.

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"Highway to Europe" - aber bitte erst ein paar Pässe!

Nach einem Film über Adenauers Wirken für die Europäische Einigung neigt sich das Seminar dem Ende zu. Noch einmal Robertos Pasta, vielleicht noch ein Spaziergang zur Kapelle. Und spätestens am nächsten Tag geht es für die meisten zurück nach Oldenburg, Delmenhorst, Wilhelmshaven, Hörstel, Sage, Köln, Thüringen. Über den schneebedeckten Julierpass, vorbei an Zürich und Bern mit Stopp in Speyer und Europas größter romanischer Kirche, dem Kaiserdom zu Speyer. Europa erfahren...

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Bikerromantik: Oben am Julierpass.

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In Speyer: Pilgerer vor dem Kaiserdom.

Fotos: Stefan Hofmann (wenn nicht anders angegeben)

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