Présentations & compte-rendus

Parteiendemokratie und politische Partizipation heute

Fachtagung mit ehren- und hauptamtlichen Politikern

Am 15.-16. Februar 2013 führte das Bildungswerk Oldenburg der Konrad-Adenauer-Stiftung eine Tagung mit ehren- und hauptamtlichen Politikern in Wilhelmshaven durch. Das Thema der Tagung lautete "Politisches Engagement und Parteiendemokratie heute". Ausgehend von substanziellem Input, entwickelten sich wertvolle Diskussionen über demokratietheoretische Aspekte sowie über die Praxis parteipolitischer Mitwirkung.

Den Aufschlag machte die führende Parteienforscherin der Konrad-Adenauer-Stiftung: Frau Dr. Viola Neu war aus Berlin angereist, um die Ergebnisse der niedersächsischen Landtagswahl vom 20. Januar 2013 näher vorzustellen und sozialwissenschaftlich zu analysieren. Neben der Erörterung landesbezogener Spezifika dieser Wahl, ging Frau Neu auf grundsätzliche Fragen wie das Phänomen der Nichtwähler, Gerechtigkeit als zentrales emotionales Desiderat unserer Gesellschaft und ästhetisch wie inhaltlich attraktive Wahlmotive ein. Die Gruppe der Nichtwähler belief sich bei der Niedersachsenwahl 2013 auf rund 40 Prozent, also eine quantitativ mächtige Größe. "Die Nichtwähler rekrutieren sich nicht zuvorderst aus Stammwählern.", so Viola Neu. Vielmehr zeigt sich dieser Personenkreis zunehmend dynamisiert und sensibilisiert, auf einzelne und kurzfristige politische Impulse ausschlagend. Entsprechend erratischer würden Wahlkämpfe "auf den letzten Metern", wenn die Volksparteien dieses Wählerpotenzial gezielt zu gewinnen suchten.

Die Tagung wurde weiterhin durch den Beitrag von Prof. Dr. Torsten Müller von der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung NRW bereichert. Professor Müller legte seinen Schwerpunkt auf die Erörterung der sozioökonomischen Veränderungen in Deutschland. Dabei fokussierte er u.a. die Wertorientierung junger Erwachsener und stellte das daraus resultierende Wahlverhalten dar. Schließlich zeigte der Referent auf, mit welchen neuen Ansätzen und praktischen Instrumenten die Parteien zukünftig mehr Bürger zur Partizipation anregen könnten - sowohl innerparteilich wie im Blick auf aktives Wahlverhalten.

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