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Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Veranstaltungsberichte

Über 30 Wissenschaftler und Experten aus Belarus, den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland diskutierten vom 17. bis 19. September 2017 in Warschau über die wirtschaftliche Situation in Belarus und der Region. Die Konferenz wurde durch die Europäische Forschungsassoziation Oikonomos in Zusammenarbeit mit dem Auslandsbüro Belarus der Konrad-Adenauer-Stiftung durchgeführt.

Die Konferenz fand im Rahmen des VII. Belarusforscher-Kongresses statt, der sich neben der Wirtschaft mit einem Dutzend weiterer Themenfelder befasste und dazu über 400 internationale Experten versammelte. Der Kongressrahmen ermöglichte für die Wirtschaftskonferenz der KAS einen breiteren und intensiveren Meinungsaustausch nicht nur innerhalb der Konferenz selbst, sondern auch mit anderen Teilnehmern des Kongresses.

Aktuelle Herausforderungen der belarussischen Wirtschaft und der Region

Die Teilnehmer der Konferenz, welche staatliche und unabhängige Einrichtungen aus Belarus, der Ukraine, Armenien, Aserbaidschan und Russland vertraten, befassten sich mit den aktuellen Herausforderungen der belarussischen Wirtschaft und der Region, dem Wirtschaftswachstum und den dafür erforderlichen Voraussetzungen. Ebenfalls diskutiert wurden die internen und außenwirtschaftlichen Faktoren, die die wirtschaftliche Entwicklung in Belarus und den anderen Ländern in der Östlichen Partnerschaft und der benachbarten Region beeinflussen.

Ein Grundlagenvortrag des Wirtschaftsanalytikers Alexander Obukhowitsch über die Rolle der Auswahl des Wirtschaftsmodels für die Strukturreformen, der das erste Panel der Konferenz eröffnete, deckte die wichtigsten Herausforderungen vor allem im Bereich der Industrie- und Investitionspolitik auf. Das für die ganze post-sowjetische Region relevante Thema sorgte nicht nur für eine rege Diskussion, sondern bestimmte einen gewissen Blickwinkel für die Auseinandersetzung mit den weiteren Themen der Konferenz.

Wirtschaftsprozesse in der Östlichen Partnerschaft

Im Konferenzverlauf stand die Betrachtung der Wirtschaftsprozesse in der Östlichen Partnerschaft, in benachbarten Staaten wie Russland und in der Eurasischen Wirtschaftsunion im Fokus. Der größere regionale Rahmen ermöglichte es unter anderem auch, die Zusammenwirkung zwischen verschiedenen Integrationsprozessen anzusprechen.

In den Vorträgen und Diskussionen wurden die folgenden Fragestellungen behandelt:

  • Faktoren für das Wirtschaftswachstum in den Ländern der Östlichen Partnerschaft;
  • Wesen der Östlichen Partnerschaft der EU und Interessen der Mitgliedsstaaten;
  • Östliche Partnerschaft und Belarus: Entwicklung der außenwirtschaftlichen Zusammenarbeit;
  • Effekte der internationalen und regionalen Produktionskooperation;
  • Einzelne Einflussfaktoren für die internationale Wirtschaftsintegration in der Eurasischen Wirtschaftsunion;
  • Aussichten und Herausforderungen für die Einführung von sozial relevanten internationalen Standards in Belarus und Russland;
  • Änderungen in der Betriebswirtschaft unter den Bedingungen der internationalen Integrationsprozesse in der Ukraine.


Regionaler Kontext

Auch Detailaspekte der nationalen Wirtschaftspolitik in Belarus, den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland – Sozialpolitik, branchenspezifische Transformationsansätze, öffentliche Finanzen u.a. – wurden unter der Beachtung des regionalen Kontextes thematisiert:

  • Allokation der verarbeitenden Unternehmen in Belarus;
  • Optimierung der Planung von öffentlichen Ressourcen im Bereich der Kultur in Belarus;
  • Soziale und wirtschaftliche Faktoren für die Entwicklung der Regionen mit nationalen Minderheiten in Aserbaidschan;
  • die aktuelle Situation in der Touristikbranche in Belarus;
  • Migranten auf dem Arbeitsmarkt: Einflussnahme der Wirtschaftsintegration;
  • Analyse der öffentlichen Haushaltsausgaben in Belarus und der Ukraine;
  • Verbesserung der Personalmotivation unter der Beachtung von ausländischen Erfahrungen;
  • Entwicklung des Exportpotentials von Belarus auf dem Dienstleistungsmarkt;
  • Unternehmenssteuerung und Integrationsstrukturen als Voraussetzungen für die Transformation der belarussischen Wirtschaft;
  • Entwicklung des belarussischen Transitpotentials zwischen Ost- und Westeuropa.


In Bezug auf Belarus waren sich die Experten einig, dass die Wirtschaft des Landes von außenwirtschaftlichen Faktoren erheblich abhängig sei. Andererseits sei die Rezession 2014-2017 jedoch auch in überwiegendem Maße durch eine einseitige außenwirtschaftliche Orientierung von Belarus bedingt.

Die Vielfalt der besprochenen Themen bereicherte die Diskussion und schilderte Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich der wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen die Länder der Östlichen Partnerschaft und der benachbarten Region konfrontiert werden.

Ausblick

Der für Belarus zuständige Auslandsmitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. Wolfgang Sender, bewertete die Ergebnisse der Konferenz als eine gute Basis für die weitere Vernetzung der Experten aus den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland. Dies erfolge insbesondere durch die Förderung von gemeinsamen Forschungen und Publikationen u.a. in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Oikonomos: Journal of Social Market Economy“, die vom Auslandsbüro Belarus der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt wird.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.

Herausgeber
Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.


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