Aufstand gegen die Diktatur

Die Politische Meinung, (6/2003) 403

Der 50. Jahrestag des Volksaufstandes gegen das SED-Regime am 17. Juni 1953 bildet den Schwerpunkt der Juniausgabe der Politischen Meinung. Die Themenessays zielen auf Vorgeschichte und außenpolitischen Kontext dieser Ereignisse ebenso wie auf ihre über Berlin weit hinausgehende Breite in der Provinz hin. Das Beispiel Jena macht die allgemeine Heftigkeit der Erhebungen deutlich. In einem Überblick über die Geschichte der DDR erscheint die blutige Niederschlagung der Revolution als Element eines langen Prozesses des Scheiterns. Die Opfer des Regimes ringen auch heute noch vielfach vergeblich um eine angemessene Rehabilitierung, wie ein eigener Beitrag zu den Opferverbänden zeigt. Ein Portrait des Dissidenten Hugo Dornhöfer und die Zustandsbeschreibung der inneren Einheit Deutschlands skizzieren die tiefen biographischen und historischen Einschnitte die die zweite deutsche Diktatur im 20. Jahrhundert hinterlassen hat. Unter der Rubrik „Krieg und Frieden“ befassen sich drei Beiträge mit dem Krieg im Irak aus je unterschiedlicher Perspektive: Wie kann der Wiederaufbau und die Demokratisierung des Irak gelingen? War dieser Krieg ethisch zu rechtfertigen? Und: Welche Konsequenzen hat die gegen diesen Krieg geschmiedete Allianz zwischen Paris, Berlin und Moskau? In einem Interview äußert sich Günter Kunert zu der Frage der Bewertung der US-amerikanischen Politik durch die Intellektuellenszene in Deutschland. Der israelisch-palästinensische Konflikt und seine möglichen Auswege sind Gegenstand eines weiteren Beitrages Der große Anti-Utopist George Orwell wäre am 25. Juni 100 Jahre alt geworden; seine Würdigung zeigt dass Literatur auch als Reflex auf die Gewalttätigkeit ihrer Zeit wirken kann.

Der Wille des ganzen Volkes

Ziele und Zeugnisse des 17. Juni 1953
Vielfalt und Breite der Erhebungen in der DDR, die im 17. Juni gipfelten, werden bis zum heutigen Tag unterschätzt. Volker Koop mehr...

Der 17. Juni 1953 - "Tag der Deutschen Einheit" (I - II)

Geteilte Erinnerung
Zum Verständnis der Vorgeschichte und der Ereignisse des 17. Juni 1953 ist nicht zuletzt der Kurswechsel Moskaus von zentraler Bedeutung. Teil I - II einer grundsätzlichen Analyse. Manfred Wilke mehr...

Ruf nach Freiheit

Der 17. Juni 1953 in Jena
Auch in Jena verlief der 17. Juni 1953 mit besonderer Heftigkeit. Dem Volksaufstand folgten Sitzstreiks von Zeiss-Beschäftigten. Udo Scheer mehr...

Die DDR – eine Geschichte des Scheiterns

Ulbrichts Proklamation eines sozialistischen Musterstaates
Die Verwirklichung einer mustergültigen sozialistischen „Volksdemokratie“ lief den ökonomischen und nationalen Realitäten zuwider – eine Tatsache, die sich in den Jahrzehnten ihrer Existenz in unterschiedlicher Weise zeigte. Gerhard Wettig mehr...

Im Kampf gegen die Diktatur

Der Eichsfelder Christdemokrat Hugo Dornhofer
Im Widerstand gegen den Repressionsapparat von SED und sowjetischer Militärverwaltung reiht sich Hugo Dornhofer in die demokratischen Traditionen Deutschlands ein. Thomas Speckmann mehr...

Die Deutsche Einheit

Eine Bestandsaufnahme
Verzerrte Erinnerungsbilder trennen mehr, als dass sie verbinden. Der fünfzigste „Tag der Deutschen Einheit“ ist Anlass, die Einigungslegenden der ost-westdeutschen Geschichte unter die Lupe zu nehmen. Richard Schröder mehr...

„Die können die Tür zumachen“

Ausbleibende Erfolge der Opferverbände sorgen für Frust und Unmut
In 46 Vereinen kämpfen die Opfer der DDR-Diktatur bundesweit um ihre Rehabilitierung und Würdigung als Verfolgte, mit mäßigem Erfolg. Die Frage einer Ehrenpension ist immer noch unentschieden. Alexander Gruber mehr...

Der Schriftsteller und der Krieg

Mit Günter Kunert sprach Wolf Scheller
Mit Günter Kunert sprach Die Politische Meinnung über den Irak, Amerika, Antiamerikanismus, Demokratie und Islam, Lichterketten und Tschetschenien. mehr...

Nach dem Krieg den Frieden gewinnen

Wiederaufbau und Friedenssicherung im Irak
Wiederaufbaupläne für den Irak müssen Sicherheitsfragen, zivile Verwaltung und wirtschaftliche Belebung berücksichtigen. Langfristiges Ziel der Demokratisierung politischer Strukturen ist eine frei gewählte irakische Regierung. Patrick Fitschen, M.A., Jan C. Irlenkaeuser mehr...

Bellum iustum im Irak?

Zur ethischen Rechtfertigung des Irak-Krieges
Am Beispiel des Irak-Krieges zeigt sich, wie aktuell die Lehre eines gerechten Krieges heute noch ist. Manfred Spieker mehr...

Scheinheilige Allianz

Chiracs Dreibund mit Schröder und Putin folgte weder hehren Friedensidealen noch diplomatischer Klugheit. Die Achse erinnert an die nachnapoleonische Ära und verdankt sich einem kurzsichtigen Reflex gegen die Hegemonialmacht USA. Christian Müller mehr...

Gewalt in Israel (II.)

Nur die Perspektive eines souveränen palästinensischen Staates beschreibt einen Ausweg aus der Gewaltspirale. Eine Friedenslösung setzt den Verzicht auf unerfüllbare Ansprüche sowie eine schrittweise Veränderung des Status quo auf beiden Seiten voraus. Dietmar Herz mehr...

Flammen des Aufruhrs

gelesen
Hans Bentzien: Was geschah am 17. Juni? – Vorgeschichte, Verlauf, Hintergründe Volker Koop: Der 17. Juni 1953 – Legende und Wirklichkeit Hans-Peter Löhn: Spitzbart, Bauch und Brille sind nicht des Volkes Wille! Manfred Funke mehr...

Leben im Widerspruch

Der 17. Juni 1953 in Jena
Fricke/Steinbach/Tuchel: Opposition und Widerstand in der DDR – Politische Lebensbilder Udo Scheer mehr...

CDU-Stammland im Osten

gelesen
Helge Matthiesen: Greifswald in Vorpommern – Konservatives Milieu im Kaiserreich, in Demokratie und Diktatur 1900–1990 Henner Jörg Boehl mehr...

Aussprechen, was keiner hören will

George Orwell zum 100. Geburtstag
Mit seinen beiden großen satirischen Anti-Utopien „Animal Farm“ und „1984“ schuf er Werke der Weltliteratur. George Orwell zum 100. Geburtstag. Porträt. Raoul Löbbert mehr...

Kontakt

Abbildung
Die Politische Meinung / Redaktion
Rita Anna Tüpper-Fotiadis
Tel. +49 2241 246-2522
Fax +49 2241 246-2610
Rita.Tuepper-Fotiadis[at]kas . de

Die gedruckte Fassung der Monatsschrift ist über oben genannte Kontaktadresse, über den Verlag oder über den Buchhandel erhältlich. Die Politische Meinung erscheint zehnmal im Jahr. Der Bezugspreis für zehn Hefte beträgt 50,- € zzgl. Porto. Einzelheft 6,- €. Schüler und Studenten erhalten einen Sonderrabatt (25 Prozent). Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht bis zum 15. November eines Jahres schriftlich abbestellt wird.