Forschung und Menschenbild
Die Politische Meinung, (11/2004) 420
Mit ihrem Schwerpunkt „Forschung und Menschenbild“ greift die Politische Meinung die aktuellen Debatten um menschliche Willensfreiheit und personale Würde auf, die durch prominente Deutungen neuerer Ergebnisse der Hirn- und Genforschung angestoßen wurde. Dabei geht es um ein genaueres Verständnis der experimentellen Grundlagen, Klärung der Begrifflichkeit und Erörterung der Konsequenzen für die praktische und politische Freiheit und Würde der Person. Die Rubriken „Deutsch-deutsche Erinnerung“ und „Literatur zur DDR-Geschichte“ nehmen anläßlich des 15. Jahrestages des Mauerfalls den Freikauf politischer Gefangener aus der DDR, den aktuellen Ostalgietrend, den 17. Juni 1953, den „Albtraum Staatssicherheit“ und eine Biographie Christa Wolfs in den Blick. Gewürdigt werden im November Anton Čechov (100. Todesjahr), Heinrich von Brentano (100. Geburtstag) und Paul Lücke (90. Geburtstag).
Beruht die Willensfreiheit auf einer Illusion?
Hirnforschung und Ethik im Dialog
Freiheit ist kein empirischer und deskriptiver, sondern ein praktischer Begriff der menschlichen Selbstbestimmung. Zur Gefahr kurzschlüssiger Deutungen der Ergebnisse moderner Hirnforschung. Eberhard Schockenhoff mehr...
Hirn-Mensch-Welten
Historische Anmerkungen zur physiologischen Bestimmtheit des Denkens
Die physiologische Bestimmtheit des Denkens wurde in der Wissenschaftsgeschichte sowohl als Argument für die Freiheit des Menschen vor Gott als auch für seine Determiniertheit genutzt. mehr...
Identität und Freiheit
Das Selbstverhältnis ist neurobiologisch nicht einzuholen
Das Selbstverhältnis des Menschen zu seiner eigenen ganzheitlichen Persönlichkeit ist der Ort seiner Freiheit, der von System- und Neurobiologie nicht bestritten werden kann. Hinderk M. Emrich mehr...
Hirnforschung und Willensfreiheit
Zur Verbindung zwischen dem Bewusstsein und seinen neuronalen Grundlagen
Schon die Tatsache, dass zahlreiche neuronale Aktivitäten mit Erinnerungen zusammenhängen, macht die sichere Erkenntnis von Kausalketten bei Gehirnaktivitäten höchst problematisch. Jürgen Krüger mehr...
Von der Baisse in der Biopolitik zur Hausse in der Bioethik
Zu neuen Anforderungen an ethische Orientierung
Neue biowissenschaftliche Erkenntnisse und Anwendungsmöglichkeiten erfordern eine Neuverortung des Humanums. Die anstehende gesellschaftliche und transdisziplinäre Verständigungund Interpretation neuer Wissensformen erzwingt eine Orientierung an Grundsatzfragen. Dirk Lanzerath mehr...
Die Freiheit und das Gehirn
Zum Verhältnis von Vernunft und Natur
Die Prozesse des menschlichen Denkens werden immer detaillierter von ihrer naturhaften Seite her betrachtet. Das Konzept bürgerlicher Freiheit kann so längerfristig in Frage gestellt werden, wenn es nicht unter umfassenden, auch religiösen Kontexten neu und reicher reformuliert wird. Detlef B. Linke mehr...
Ein unentscheidbares Problem
Experimentelle und theoretische Argumente zur Willensfreiheit
Auf der Ebene der theoretischen Beschreibung ist weder die Freiheit noch die Determiniertheit des menschlichen Willens nachweisbar. Die Beweismethoden stehen in einem unbestimmten Verhältnis zu ihren inhaltlichen Aussagen. Reinhard Olivier mehr...
Freigekauft vor zwanzig Jahren
Rückschau eines Betroffenen
Noch fünfzehn Jahre nach dem Mauerfall ist wenig bekannt über eines der heikelsten deutsch-deutschen Geschäfte: Etwa 33800 politische DDR-Gefangene wurden zwischen 1961 und 1989 freigekauft. Ein Betroffener berichtet. Alexander W. Bauersfeld mehr...
Ostalgietrend und historische Realität
Ost-Selbstbewusstsein ist angesagt
Der nostalgischen Betrachtung der DDR-Geschichte in jüngeren Publikationen stehen Bücher gegenüber, die sich an geschichtlicher Redlichkeit messen lassen. Lutz Rathenow mehr...
Vor dem Vergessen bewahren
gelesen
gelesen: Manfred Wilke: Die Streikbrecherzentrale. Der FDGB und der 17. Juni 1953; Edda Ahrbert/H. H. Hertle/Tobias Hollitzer (Hg.): Die Toten des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 Karl Wilhelm Fricke mehr...
Albtraum Staatssicherheit
gelesen
gelesen: Baldur Haase: Briefe, die ins Zuchthaus führten. Orwells „1984“ und die Stasi. DDR-ErinnerungenGabriele Stötzer: Die bröckelnde FestungRegina Kaiser/Uwe Karlstedt: Zwölf heißt: „Ich liebe dich.“ Der Stasi-Offizier und die Dissidentin.Franz Huberth (Hg.): Die Stasi in der deutschen Literatu Udo Scheer mehr...
Ein richtiges Leben im falschen?
gelesen
gelesen: Peter Böthig (Hg.): Christa Wolf. Eine Biografie in Bildern und Texten Volker Strebel mehr...
Cechov immer wieder
Zum 100. Todesjahr des russischen Schriftstellers
Der russische Schriftsteller Anton Cechov verstarb 1904 im Alter von 44 Jahren. Eine literarische Würdigung zum 100. Todesjahr Gabriele Wohmann mehr...
Heinrich von Brentano (1904–1964)
Im Gedenken an den ersten Außenminister der Bundesrepublik Deutschland
Leider hat man in der Bundesrepublik nur noch eine blasse Erinnerung an den ersten Außenminister. Der Weggefährte Adenauers war Mitbegründer der Union und als führendes Mitglied des Parlamentarischen Rates einer der Verfassungsväter. Christian Hacke mehr...
Soziale Marktwirtschaft mit großem „S“
Vor neunzig Jahren wurde Paul Lücke geboren
Anfang der sechziger Jahre hatte der Wohnungsbauminister Paul Lücke den Mut, in Westdeutschland die staatliche Bewirtschaftung des Wohnraumes abzuschaffen. Gedenken zum 90. Geburtstag. Jürgen Aretz mehr...
Überwindung der europäischen Teilung
gelesen
gelesen: Hendrik Bispinck/Jürgen Danyel/Hans Hermann Hertle/Hermann Wentker (Hg.): Aufstände im Ostblock. Zur Krisengeschichte des realen Sozialismus Sigrid Gaisreiter mehr...
Widerstand aus dem Glauben heraus
gelesen
gelesen: Günter Buchstab/Brigitte Kaff/Hans-Otto Kleinmann (Hg.): Christliche Demokraten gegen Hitler. Aus Verfolgung und Widerstand zur Union Joachim Scholtyseck mehr...
Aktuelles intern
Neue Aktionen, Programme und Publikationen der Konrad-Adenauer-Stiftung Walter Bajohr mehr...
Kontakt
Rita Anna Tüpper-Fotiadis

Rita Anna Tüpper-Fotiadis
Tel. +49 2241 246-2522
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