Zukunftsprojekt Europa
Die Politische Meinung, (11/2006) 444
Ein tiefgreifender Orientierungs- und Legitimationsverlust der Europäischen Union manifestiert sich im doppelten Nein der gescheiterten Verfassungsreferenden Frankreichs und der Niederlande. Die in Folge aufgelebten Diskussionen um die künftige Entwicklung des größten Staatenverbundes der Welt greift die Politische Meinung mit ihrem Novemberschwerpunkt „Zukunftsprojekt Europa“ auf. Angela Merkel und Jean-Claude Juncker analysieren in ihren Beiträgen die aus der europäischen Krise resultierenden Herausforderungen für die bevorstehende deutsche Ratspräsidentschaft. Mit der Frage des Verfassungsvertrages befasst sich Peter Hartmann und folgert, auf das Reizwort „Verfassung“ könne verzichtet werden, nicht aber auf die institutionellen Neuerungen zur Sicherung europäischer Handlungsfähigkeit. Die Symptomatik einer Krise, die zugleich auch Chancen birgt, erfasst Albrecht Rothacher, und Michael Mertes beschreibt „Die Stunde der Avantgarde“ mit Blick auf die Wiederbelebung des „Kerneuropa“-Konzeptes als möglichen Weg aus der europäischen Sackgasse. In Zusammenhang mit der Aufnahme Rumäniens und Bulgariens prognostiziert Olaf Leiße über alle sozialistischen Experimente weit hinausgehende Umwälzungen, und Herbert Vytiska liefert eine Analyse der österreichischen Nationalratswahl vom 1. Oktober 2006. Beiträge in der Rubrik „Werte“ untersuchen christliche Wertidentität im Umfeld weltanschaulicher Pluralität sowie die neue Gesellschaftsrelevanz von christlichem Glauben. Den Papst als Hüter abendländischer Werte sowie Streiflichter seines heimatlichen Besuches beschreiben zwei weitere Artikel. Ein Essay spürt der sukzessiven historischen Deklassierung von „Eigentum“ unter dem Vorwand des vermeintlichen Allgemeinwohles nach. Eine besondere Würdigung gilt der Philosophin Hannah Arendt, die sich selbst als politische Theoretikerin verstand, anlässlich ihres 100. Geburtstages; in einer Zitatauswahl kommentieren Literaturpreisträger der Konrad-Adenauer-Stiftung die späte Selbstenthüllung von Günter Grass; und die politische Kraft zeitgenössischer Kunst schildert ein Report über das Kunstgeschehen in den Metropolen Berlin, Basel und New York.
Wertegebundene Europapolitik
Herausforderungen für die deutsche Ratspräsidentschaft
Bei der Frage künftiger Erweiterungen der Europäischen Union ist Zurückhaltung geboten - nicht zuletzt mit Blick auf das Vertrauen ihrer Bürgerinnen und Bürger. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten des deutschen Ratsvorsitzes. Angela Merkel mehr...
Große Erwartungen
Die EU-Ratspräsidentschaft als Herausforderung für Deutschland
Der deutsche EU-Ratsvorsitz 2007 steht im Zeichen der gescheiterten Verfassungsreferenden: Enorme Herausforderungen auf der einen erfordern europäisches Feingefühl auf der anderen Seite. Jean-Claude Juncker mehr...
Wie weiter mit dem Verfassungsvertrag?
Handlungsfähigkeit als Ziel
Auf das Reizwort "Verfassung" kann Europa verzichten - nicht aber auf die institutionellen Neuerungen, die den Zusammenhalt um die künftige Handlungsfähigkeit der Europäischen Union sicherstellen sollen. Peter Hartmann mehr...
Am Ende der blau-gelben Fahnenstange
Auswege aus der EU-Erweiterungskrise
Schon jetzt wird die EU als zu groß, zu weit entfernt und zu bedrohlich empfunden. Über die Symptomatik einer Krise, die es zu nutzen gilt. Albrecht Rothacher mehr...
Die Stunde der Avantgarde
"Kerneuropa" als Weg aus der Sackgasse
Richtung und Tempo der europäischen Integration lassen sich nicht mit der Brechstange durchsetzen. Einen Weg aus der Sackgasse verspricht die Wiederbelegung des "Kerneuropa"-Konzeptes. Michael Mertes mehr...
Die EU vor der Südosterweiterung
Bulgariens und Rumäniens schwierige Rückkehr nach Europa
Rumänien und Bulgarien sehen mit ihrer Aufnahme in die EU gewaltigen Umwälzungen entgegen. Insbesondere die Modernisierung der Landwirtschaft wird tiefgreifendere Veränderungen mit sich bringen als alle sozialistischen Experimente. Olaf Leiße mehr...
Deutsche Verhältnisse - spiegelverkehrt
Österreich nach den Wahlen
Das für die Österreichische Volkspartei enttäuschende Wahlergebnis vom 1. Oktober 2006 weist auf Mängel in der Parteiarbeit hin. Gefordert sind vor allem eine neue Stadtpolitik, deutliche Positionierung in Grundsatzfragen sowie ein Arbeitnehmerprofil. Herbert Vytiska mehr...
Christliche Wertidentität und pluralistische Wirklichkeit
Zur Konsensfähigkeit und Vorzugswürdigkeit des christlichen Freiheitsbegriffes
Die gegenwärtige Krise der Sozialen Marktwirtschaft stellt deren christliches Fundament nicht in Zweifel: Auch ein humanistischer Wertekonsens vermag die Vorzugswürdigkeit naturrechtlicher Begründung zu bewahren. Elmar Nass mehr...
Der Papst in der Heimat
Streiflichter eines heimatlichen und politischen Besuches
Die heitere Gelassenheit, die Papst Benedikt XVI. während seiner vierten Auslandsreise vermittelte, wurde von der Dramaturgie im Zusammenhang mit der Regensburger Vorlesung überschattet. Streiflichter eines heimatlichen Besuches im Dienste des Glaubens. Matthias Kopp mehr...
Hüter des Abendlandes
Plädoyer für eine kulturelle Selbstbesinnung
Papst Benedikt XVI. betont die innere Korrespondenz von Christentum und Aufklärung als weltgeschichtlich entscheidenden Vorgang. Heinz Theisen mehr...
Die neue Relevanz des Glaubens
Trendwende für das "C" in Gesellschaft und Politik?
Umfrageergebnisse postulieren einen für die Kirchen bedrohlichen Glaubensschwund. Die Begeisterungswelle beim Papstbesuch 2005 und die große Anteilnahme am Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche aber sprechen eine völlig andere Sprache. Andreas Püttmann mehr...
Eigentum in Bedrängnis
Ursachen und Folgen der Gefährdung des Eigentums
Privateigentum hat durch staatliche Eingriffe und unter Vorwand des vermeintlichen Allgemeinwohles eine erhebliche Deklassierung erfahren. Dabei fördert es als Motor effizienten Wirtschaftens nicht nur innovativen Wettbewerb, sondern auch Verantwortlichkeit. Franz Kromka mehr...
Geständnis mit Widersprüchen
Literaturpreisträger der Konrad-Adenauer-Stiftung kommentieren die späte Selbstenthüllung von Günter Grass. mehr...
Die politische Kraft von zeitgenössischer Kunst
Kunst und Politik in Berlin, Basel und New York
Der Blick zurück auf das Vergangene und die Auseiandersetzung mit Krieg spielen eine wichtige Rolle auf dem Kunstmarkt. Über eine neue Ernsthaftigkeit in Berlin, Basel und New York. Hans-Jörg Clement mehr...
Unerschrocken und angstvoll
Hannah Arendt zum 100. Geburtstag
Vor hundert Jahren wurde Hannah Arendt geboren. Unerbittlich und radikal im Denken, passt die Philosophin, die sich selbst als politische Theoretikerin verstand, in kein gängiges Schema. Peter D. Krause mehr...
Vom Mehrwert des Geldes
- gelesen -
Alexander Karmann/Joachim Klose (Hg.): Geld regiert die Welt? / Hans Tietmeyer: Herausforderung Euro Stefan Deges mehr...
Katholische Lebenswelt im sozialistischen Staat
- gelesen -
Literatur zu den Existenzbedingungen von Kirche in Ostdeutschland Thomas Brose mehr...
Aktuelles intern
Aktionen, Programme und Publikationen der Konrad-Adenauer-Stiftung
mehr...
Kontakt
Rita Anna Tüpper-Fotiadis

Rita Anna Tüpper-Fotiadis
Tel. +49 2241 246-2522
Fax +49 2241 246-2610
Rita.Tuepper-Fotiadis[at]kas . de
Die gedruckte Fassung der Monatsschrift ist über oben genannte Kontaktadresse, über den Verlag oder über den Buchhandel erhältlich. Die Politische Meinung erscheint zehnmal im Jahr. Der Bezugspreis für zehn Hefte beträgt 50,- € zzgl. Porto. Einzelheft 6,- €. Schüler und Studenten erhalten einen Sonderrabatt (25 Prozent). Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht bis zum 15. November eines Jahres schriftlich abbestellt wird.
