Die Politische Meinung, (7/2000) 368

Die Juliausgabe der Politischen Meinung greift die aktuelle Diskussion um die Reform der Bundeswehr im Kontext einer Auseinandersetzung mit den neuen Faktoren der Friedensicherung auf. Diese sind zum einen in der außenpolitisch veränderten Landschaft zu sehen, auf die Essays zur NATO-Erweiterung, zum Bedeutungszuwachs humanitärer Interventionen, zum Tschetschenienkrieg und zur westlichen Balkanpolitik Bezug nehmen; zum anderen - so machen die anderen Beiträge deutlich - ist die Friedenssicherung der Zukunft von internen und strukturellen Wandlungsprozessen der Streitkräfte abhängig, die eine revolutionäre Technik, Organisation und Logistik betreffen sowie die Möglichkeit einer Kriegsführung im "Cyberspace". Eine anthropologische Analyse von Gewaltprozessen beschreibt die existentielle Notwendigkeit von Sicherheitspolitik. Die themenunabhänigen Beiträge setzen sich mit dem Zustand des deutschen Journalismus, dem 250. Todestag von Johann Sebastian Bach, dem Träger des diesjährigen Literaturpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung, Louis Begey, sowie mit der bedrückenden Atmosphäre des Juli 1944 und der Angst vor der Gestapo auseinander.

Editorial

Rita Anna Tüpper-Fotiadis mehr...

Krieger und Diplomaten

Ein neues Selbstverständnis der Sicherheitskräfte verbindet militärische und zivile Werte
Die Aufgabe der Streitkräfte wird immer mehr in humanitären Interventionen bestehen. Ein neues Selbstverständnis erfordert die auseinander driftende militärische und zivile Wertekultur zu verbinden. Wilfried von Bredow, Gerhard Kümmel mehr...

Die "militärische Revolution" für postmoderne Streitkräfte

Die Entwicklungen des letzten Jahrzehnts kommen einem Quantensprung gleich
Sowohl in den USA als auch in Europa haben Technik, Organisation und Logistik in den letzten zehn Jahren ein enormen qualitativen Modernisierungsschub zu verzeichnen. Doch Disziplin und Engagement ersetzen sie nicht. Lothar Rühl mehr...

Bewahren und sichern

Grundsatzfragen an den Bericht der Weizäcker-Kommission
Der Bericht der Weizsäcker-Kommission zur Erneuerung der Bundeswehr fokussiert vor allem die Krisenintervention. Andere wesentliche Funktionen der Streitkräfte werden dabei ignoriert. Dieter Wellershoff mehr...

Eine Zukunft für die Bundeswehr

Ergebnisse des Dialogs der Konrad-Adenauer-Stiftung mit den Streitkräften
Ein Dialog mit den Streitkräften zeigt auf, wie massiv ihre Funktionsfähigkeit bereits angegriffen ist. Ihre Rolle in NATO und Europäischer Union gilt es jetzt zu stärken. Karl-Heinz Kamp mehr...

Die NATO unter Reaktionszwang

Die Erweiterung des transatlantischen Bündnisses unterliegt derzeit einem eigendynamischen und kontigenten Prozess
Die Erweiterung des transatlantischen West-Bündnisses um osteuropäische Staaten war das Ergebnis eines eigendynamischen Prozesses; ihre strategisch gelenkte Fortsetzung bedarf orientierender Kriterien. Fouzieh Melanie Alamir mehr...

Der Prozess der Gewalt

Mit der Entfesselung destruktiver Kräfte sucht der Mensch seine Grenzen zu überwinden und einen utopischen Zustand jenseits seiner Individuation zu erlangen. Eine anthropologische Beschreibung. Wolfgang Sofsky mehr...

Tschetschenien in drei kaukasischen Kriegen

Nicht der Terror hat den Krieg hervorgebracht, sondern der Krieg den Terror
Die russischen Begründungen für das militärische Vorgehen im Kaukasus werden zunehmend unglaubwürdiger. Die Spirale der Gewalt hat sich von einem rationalen politischen Vorgehen längst entfernt. Paul Roth mehr...

Zunftwesen mit Mittelmaß

Anmerkungen zum deutschen Journalismus
Die Ursachen für das vergleichsweise niedrige Niveau des deutschen Journalismus reichen von der Dominanz des Fernsehens bis zu einer ungenügenden Distanz zwischen Presse und Politik Jochen Thies mehr...

"...klar, doch unerklärbar"

Johann Sebastian Bach und seine Musik im Jubiläumsjahr
Vor 250 Jahren starb Johann Sebastian Bach am 28. Juli 1750. Die Zeit der polarisierenden Interpretationen seiner gleichermaßen spirituellen wie sinnlichen Musik scheint vorüber zu sein. Meinrad Walter mehr...

Nicht nur vierzehn Tage im Juli

Die zersetzende Angst vor der Gestapo
Am 20. Juli 1944 schlug das geplante Attentat gegen Adolf Hitler fehl. Doch der Widerstand litt weniger an seinen spektakulären Niederlagen als an der zersetzenden Macht der Angst. Ein Erlebnisbericht. Enno Bartels mehr...

Auf der Suche nach dem guten Leben

Zu Louis Begleys Romanen
Louis Begleys Romane sind ironisch geschliffene Parabeln unserer Zeit. Der in den USA lebende polnisch-jüdische Schriftsteller wurde für sein ergreifendes Werk Wartime Lies mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet. Michael Braun mehr...

Wie wars denn wirklich?

Kurzgeschichte
Gabriele Wohmann mehr...

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Fax +49 2241 246-2610
Rita.Tuepper-Fotiadis[at]kas . de

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