Die Politische Meinung, (1/2000) 362

Mit einem Rückblick auf die im Mittelalter beginnende Geschichte des "Heiligen Jahres" würdigt die Januarausgabe der Politischen Meinung den Beginn des Heiligen Jahres 2000. Sie wendet sich den aktuellen Themen der langfristigen Stabilisierung der Rente und der weltweiten Vernetzung der Waren- und Kapitalmärkte ebenso zu wie den Grenzen und Möglichkeiten einer Westintegration Russlands. Eine Vielzahl von Beiträgen macht auf die strukturellen und inhaltlichen Konsequenzen der Medienexpansion aufmerksam. Das mit ihr wachsende normative Vakuum wird hier als zentrale Herausforderung der Gegenwart deutlich. Auf Folie der Literaturentwicklung des 20. Jahrhunderts, und insbesondere der Analyse der Lyrik Paul Celans, zeigen sich schließlich die humanen und mentalen Desaster der Moderne. Warum die Einbindung menschlicher Geschehnisse in einen richtungsgebenden Kontext unverzichtbare Aufgabe der autonomen Künste, der Geisteswissenschaften und ihrer Institutionen sein muß, begründet das philosphische Schlußplädoyer. Mit den geistigen Koordinaten für die nächsten Jahrzehnte wird sich die Februarausgabe unter dem Aspekt "Bildungspolitik" beschäftigen. Plädoyers für eine Flexibilisierung der Altersgrenze aufgrund tiefgreifender demographischer Umwälzungen und für eine Entstaatlichung der Gesellschaft greifen konkret in die Zukunft aus.

Zeitansage Heiliges Jahr

Die Einführung eines „Gnadenjahres“ im Jahre 1300 von Papst Bonifaz VIII. war eine Antwort auf die religiösen Unruhen zu jener Zeit. Auch der Beginn des neuen Jahrtausends ist Ausdruck eines erhofften Neuaufbruchs und einer inneren Umkehr. Matthias Kopp mehr...

Die Rente am Scheideweg

Eine nettolohnbezogene Rentenformel könnte langfristig einen Kollaps des gesetzlichen Versicherungssystems und einen dauerhaften Konflikt zwischen Generationen und Parteien verhindern. Eckart Bomsdorf mehr...

Kann Russland europäisch werden?

Falsche Prämissen führen zu der Illusion einer bereits gelungenen Verständigung mit Russland. Das Ziel westlicher Anbindung sollte die Option der Isolierung nicht vergessen machen. Wolfgang Pfeiler mehr...

Die Macht der globalen Märkte

Die potenzierte Vernetzung von Kapital- und Warenhandel erfordert eine internationale Abstimmung der Regulative. Eine Strategie im Rahmen der Europäischen Union bietet sich als realistische Perspektive an. Ralf Spiller mehr...

Medienexpansion versus Information

Die Kommerzialisierung der Massenmedien führt zu einer Verknappung des Informationsgehaltes, die den gesellschaftlichen Konsens aufzulösen droht. Barbara Pfetsch mehr...

Die föderale Medienordnung ist in Gefahr

Die Organisation und Kontrolle des Rundfunks innerhalb der Länder droht durch Pläne der Bundesregierung in ihrer Balance zwischen Lenkung und Willkür empfindlich gestört zu werden. Robert Grünewald mehr...

Medien und Moral in den USA

Destruktive Auswüchse in Film, Fernsehen und Internet rufen massiven öffentlichen Druck hervor
Der Einfluss medialer Bilder- und Filmwelten auf kriminelles Verhalten Jugendlicher ist unbestritten. Das amerikanische Beispiel zeigt die Wirksamkeit öffentlichen Drucks auf die Selbstkontrolle der Unterhaltungsindustrie. Ferdinand Oertel mehr...

Journalismus im Umbruch

Über ethische Spielräume in der „Mediengesellschaft“
Mit dem Berufsethos des Journalisten steht das Konzept verpflichtender Öffentlichkeit und damit zugleich eine Voraussetzung moderner Demokratie auf dem Spiel. Siegfried Weischenberg mehr...

Zeitenwende in der Lyrik Paul Celans

„Von Schwelle zu Schwelle“
Die Poesie Paul Celans hat die Abgründe und Erschütterungen des zwanzigsten Jahrhunderts in das Gedächtnis eingebrannt. Auf diese Weise gelang es, dem Grauen die Majestät des Menschlichen erneut entgegenzusetzen. Klaus Manger mehr...

Die Epoche der Mobilisierung

Die futuristische Idee eines heroischen Menschen führte zu einem Kurzschluss von literarischem Geist und politischen Machtinteressen, der aufklärerische Ideale für Jahrzehnte ins Abseits drängte. Helmuth Kiesel mehr...

Narrare necesse est

Die Rationalisierung der modernen Lebenswelt erzwingt eine immer stärkere Kompensation durch Geschichten, die mittels sinnstiftender Kontexte Orientierung geben Odo Marquard mehr...

Medienstandort Deutschland

Das erste Eichholzer Medienforum
Ein Bericht über das erste Eichholzer Medienforum am 28./29. 11. 1999 Anton-Josef Cremer mehr...

Ahnen, retten, vergessen

Ein Literatursymposion zur Jahrhundertwende
Bericht zum Literatursymposion Roman Luckscheiter mehr...

Die Politische Meinung, (1/2000) 362

gelesen
gelesen: Elisabeth Noelle-Neumann, Hans Mathias Kepplinger, Wolfgang Donsbach: Kampa – Meinungsklima und Medienwirkung im Bundestagswahlkampf 1998 Otto B. Roegele mehr...

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