Veranstaltungsberichte

Demokratie-Frühstück am „Schicksalstag der Deutschen“

von Sebastian Tümmel

Die Konrad-Adenauer-Stiftung überrascht Bremerhavener

Am 9. November 2013 lud die Konrad-Adenauer-Stiftung Bremerhavener Bürger zu einem „Demokratie-Frühstück“ ein. Mit einem Frühstück - bestehend aus Brötchen, Marmelade, Müsli und Milch – sowie Informationsmaterial zur historischen Bedeutung des 9. November im Gepäck gingen wir zwischen 09.00 und 11.00 Uhr von Haus zu Haus und warben für die Demokratie.

Anlass für die ungewöhnliche Aktion war das Datum selbst. Der 9. November, ist gewissermaßen der „Schicksalstag“ der Deutschen: Am 9. November 1989 wurde durch den Fall der Berliner Mauer die Wiedervereinigung eingeläutet. Wegen der Reichspogromnacht im Jahr 1938 steht das Datum aber auch für einen Tiefpunkt in der deutschen Historie. Zudem scheiterten 1848 die Märzrevolution für ein demokratisches, geeintes Deutschland und 1923 die versuchte Machtergreifung der Nationalsozialisten durch den „Hitler-Ludendorff-Putsch“. Auch die Novemberrevolution 1918, aus der die „Weimarer Republik“ hervorging, ereignete sich am 9. November.

So versuchten wir mit den Bürgern über den Mauerfall und die Reichspogromnacht ins Gespräch zu kommen und daran zu erinnern, dass Freiheit und Demokratie keine Geschenke sind, sondern täglich neu erarbeitet werden müssen.

Die Reaktionen der Bremerhavener auf den unerwarteten Besuch waren erwartungsgemäß unterschiedlich, der Tenor war jedoch positiv: Viele sprachen von einer „sehr ungewöhnlichen“ oder „durchaus sympathischen“ Idee. In den Gesprächen zeigte sich auch, dass die Bürger um die Wichtigkeit des Datums wussten. Ein junger Mann äußerte die Vermutung, dass die Ereignisse 1938 und 1989 zwar noch in den Köpfen der meisten Deutschen wären, in den jüngeren Generationen aber zunehmend in Vergessenheit gerieten. Diese Ansicht wurde in anderen Gesprächen mit jungen Leuten bestätigt. Eine Frau berichtete, dass eine Fernsehdokumentation sie dazu angeregt habe, sich im Internet über die Ereignisse zu informieren. Da kamen die Informationsmaterialien der Konrad-Adenauer-Stiftung gerade recht. Doch nicht alle Anwohner des Stadtteils Speckenbüttel zeigten sich interessiert. Während ein älterer Herr das Demokratie-Frühstück mit der Äußerung „Ich bin kein Freund von Konrad Adenauer“ ablehnte, behauptete ein anderer gar, Deutschland wäre keine Demokratie.

Für das „Demokratie-Frühstück“ wurde die Konrad-Adenauer-Stiftung von verschiedenen Sponsoren unterstützt. Schäfer´s Brot und Kuchen Spezialitäten und die Bäckerei und Konditorei Schulz spendeten Brötchen. Die Firmen Faller Konfitüren, Maintal, Mühlhäuser, Schneekoppe und Zentis stellten Marmelade zur Verfügung. Von Nestlé Deutschland und den C. Hahne Mühlenwerke erhielten wir Frühstückscerealien sowie Milch und Milchdrinks von Hochwald Foods und dem Deutschen Milchkontor. Zudem enthielten die Frühstücks-Beutel Informationsmaterial zum Nationalsozialismus, zur Berliner Mauer, zur Demokratie und zur Aktion selbst: Die Bürger erhielten die Broschüre „Was war die Mauer? Die Errichtung der innerdeutschen Grenzanlagen durch das SED-Regime und ihre Folgen“ von der Konrad-Adenauer-Stiftung, ein Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und „Nationalsozialismus: Krieg und Holocaust“ aus der Reihe „Informationen zur politischen Bildung“ der Bundeszentrale für politische Bildung.

Ansprechpartner

Dr. Ralf Altenhof

Dr

Landesbeauftragter für Bremen und Leiter des Politischen Bildungsforums Bremen

ralf.altenhof@kas.de +49 421 163009-0 +49 421 163009-9
Der Beutel des "Demokratie-Frhstücks" und die Spenden der deutschen Firmen. Eigenaufnahme
Das "Demokratie-Frühstück" bstehen aus Brötchen, Marmelade, Milch, Müsli und Informaionsmaterialien. Eigenaufnahme