Veranstaltungsberichte

Ist Bremen noch zu retten? Wege aus der Bildungskrise

von Ralf Altenhof, Maren Öttjes
Zu einem symbolischen Handschlag zwischen Senatorin Renate Jürgens-Pieper und Claas Rohmeyer kam es beim 1. „Bremer Podiumsgespräch der Konrad-Adenauer-Stiftung im Theater Bremen“. Die beiden Politiker von SPD und CDU symbolisierten damit den Bildungskompromiss zwischen SPD, CDU, Bündnis 90/ Die Grünen und FDP.

„Ist Bremen noch zu retten? Wege aus der Bildungskrise“ lautete vor 130 Zuhörern das Thema der Podiumsdiskussion im Theater am Goetheplatz. Neben Renate Jürgens-Pieper und Claas Rohmeyer saßen noch Karlheinz Heidemeyer (Handelskammer) und Imke Kuhmann (Zentralelternbeirat) auf dem Podium.

Wiewohl es die Senatorin für „müßig“ hielt, sich über die Fehler der Bremer Bildungspolitik in der Vergangenheit zu verständigen, wurden diese Fehler sowohl von den übrigen Podiumsteilnehmern als auch vom Publikum immer wieder angesprochen.

Es bestand Konsens darüber, dass in Bremen das Anspruchsniveau über Jahre hinweg abgesenkt wurde, das Leistungsprinzip kaum eine Rolle spielte, die Lernzeit (gemessen an der Zahl der Schulstunden) in Bremen beträchtlich unter der der PISA-Sieger Sachsen und Thüringen liegt und die Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund vernachlässigt wurde.

Karlheinz Heidemeyer bestätigte die Nachteile von Bremer Jugendlichen bei der Ausbildungsplatzsuche gegenüber Jugendlichen aus dem Umland oder aus den neuen Bundesländern. Claas Rohmeyer zitierte den ehemaligen SPD-Bürgermeister Hennig Scherf: „PISA ist die Quittung von 50 Jahren SPD-Bildungspolitik in Bremen“.

Das Gymnasium ist in Bremen mit dem Bildungskompromiss für die nächsten zehn Jahre zwar zunächst gesichert, Renate Jürgens-Pieper betrachtet die Existenz dieser Schulform dennoch als „historischen Zwischenschritt“.

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von links: Heidemeyer, Dr. Altenhof, Kuhmann, Senatorin Jürgens-Pieper und Rohmeyer