Veranstaltungsberichte

Poetry Slam – ein politischer Jahresrückblick

von Daniel Schedler
„Poetry Slam - ein politischer Jahresrückblick“ unter diesem Motto stand die Jahresabschluss-Veranstaltung der KAS im Modernes in Bremen vor mehr als 140 überwiegend jugendlichen Gästen. Neun Poetry Slammer begeisterten das Publikum. Der Sieger erhielt den erstmals von der KAS vergebenen KASper.

Im Gegensatz zu den anderen Veranstaltungen der Konrad-Adenauer-Stiftung hatte diese Abendveranstaltung nicht das erklärte Ziel, politische Bildung im traditionellen Sinne zu leisten, sondern es sollte ein Event der etwas anderen Art sein – ein kreativer Jahresrückblick 2011. Poetry Slam ist ein literarischer Vortragswettbewerb, bei dem selbst geschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit vorgetragen werden. Eine aus dem Publikum zusammengestellte Jury bewertet anschließend den Inhalt sowie die Darstellung der kreativen Darbietungen und wählt nach der Vorrunde die Teilnehmer ins Finale.

Ralf Altenhof eröffnete die Veranstaltung und bedankte sich bei den Gästen für die Unterstützung im Jahr 2011. Durch den Abend führte der Moderator Sebastian Butte. Die neun Dichter traten mit lustigen, skurrilen, nachdenklichen und lehrreichen Beiträgen zu verschiedenen Themen an. Wer es bis ins Finale schaffte, durfte einen zweiten Text „performen.“ Insa Kohler begeisterte das Publikum mit einem Beitrag, indem Sie das politische Jahr in Bezug zu ihrer Bachelor-Arbeit Revue passieren ließ. Sätze wie „Kleines Missgeschick – man schreibt Passagen aus Arbeiten ab, ohne es zu merken“ oder „Lohnt es sich nach Fukushima und Finanzkrise noch mit einer Bachelor-Arbeit zu beginnen?“, sowie eine "Bachelorarbeit schreiben ohne Loriot ist möglich, aber sinnlos.", sorgten für Stimmung im Saal. Fabian Navarro brachte sein Gedicht „schlaflos“ dem Publikum näher. Es handelte von den heutigen Sorgen junger Leute und charakterisiert diese Generation als „erschlagene Generation“ oder „eine Generation ohne Ziel“.

Rita Apel zeigte ihr Können mit dem Text „Der beste Westerwelle der Welt“, indem Sie diesen fulminant aufs Korn nahm. Der „Schriftstehler“ Armin Sengbusch beeindruckte durch einen frei gehaltenen, sehr tiefschürfenden und zugleich berührenden Vortrag über die „Bedeutung des Geldes“. Jan-Philipp Zymnys Beitrag „Muh“ handelte von einem Mordfall.

Ins Finale wurden vom Publikum gewählt: Rita Apel, Insa Kohler, Ninia La Grande, Armin Sengbusch und Jan-Philipp Zymny. Die fünf Finalisten trugen ihren zweiten Text ohne Zeitlimit vor. Den meisten Applaus erhielten Insa Kohler für ihr „WG-Casting“, Rita Apel für ihren coolen Vortrag aus der Perspektive einer Lehrerin an einer „Brennpunktschule“ und Jan-Philipp Zymny für „Märchen mit Opa“. Das Publikum bewertete die Beiträge, und der Sieger wurde per Beifallsbekundungen ermittelt. Zymnys Witz und seine schauspielerische Leistung gaben den Ausschlag. Das Publikum tobte. Viele hatten Tränen in den Augen – vor Lachen. Zymny nahm den erstmals von der KAS vergebenen KASper begeistert entgegen und sagte: „Das passt!“

Ansprechpartner

Dr. Ralf Altenhof

Dr

Landesbeauftragter für Bremen und Leiter des Politischen Bildungsforums Bremen

ralf.altenhof@kas.de +49 421 163009-0 +49 421 163009-9