Veranstaltungsberichte

Was konnten sie tun?

von Sven Grontzki

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Das Bildungswerk Bremen hat zur Eröffnung der Wanderausstellung „Was konnten sie tun?“ im Alexander von Humboldt Gymnasium Thomas Lindenmeyer eingeladen, der den Dialog mit Schülern aus zwei 10. Klassen suchte, um die Bedeutung einer aktiven Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit herauszuarbeiten.

Lindenmeyer, seit 2011 Mitglied im Vorstand der Stiftung 20. Juli 1944, stellte in seinen einführenden Worten den Aufgabenbereich der Stiftung vor und fragte die Schüler, welche Rolle für sie der Widerstand im Nationalsozialismus überhaupt spielt. Lindenmeyer bezog sich anschließend auf die ausländische Boulevardpresse, die zum Staatsbesuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Griechenland die Kanzlerin beispielsweise in einer SS-Uniform abbildete. Für Lindenmeyer ist demnach die „Vergangenheit nicht vergangen“. Deutschland werde heutzutage sehr oft noch mit den Schrecken der Nationalsozialisten in Verbindung gebracht. Um solch eine Propaganda ausländischer Medien in den richtigen Kontext einordnen zu können, ist es laut Lindenmeyer unabdingbar, dass eine aktive Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Zeit gewährleistet wird. Ihm geht es hierbei nicht um die Schuldfrage, sondern um die Verantwortung, die jeder Einzelne trägt. Mit der Ausstellung „Was konnten sie tun?“ möchte die Stiftung 20. Juli 1944 einen Denkimpuls in den Köpfen der Schüler auslösen. Lindenmeyer betont außerdem, dass die Ausstellung keine Heldengalerie darstellt. Sie beschreibt vor allem den Prozess, wie einfache Menschen langsam zu Widerstandskämpfern wurden. Hierbei wird gezeigt, wie vielfältig die Formen des Widerstands waren, wie unterschiedlich die Motivationen und die Handlungsspielräume. Zum Abschluss hatten die Schüler die Möglichkeit einen Blick auf die Ausstellung zu werfen, um somit das Gehörte noch einmal zu visualisieren. Außerdem wurde diskutiert, ob die heutige Generation noch für den Nationalsozialismus schuldig sei.

Die Ausstellung „Was konnten sie tun?“ ist aus der Zusammenarbeit mit der Stiftung 20. Juli 1944 und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand entstanden und ausdrücklich auf eine junge Zielgruppe ausgerichtet. Auf 25 Tafeln werden die Geschichten von Menschen berichtet, die im Bewusstsein ihr Leben zu riskieren, den Mut aufbrachten sich dem politischen Kalkül zu widersetzen. Der Fokus der Ausstellung liegt auf den konkreten Handlungen der Protagonisten.

Ansprechpartner

Dr. Ralf Altenhof

Dr

Landesbeauftragter für Bremen und Leiter des Politischen Bildungsforums Bremen

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