Veranstaltungsberichte

Erinnerung sichtbar machen

80 Jahre Reichspogromnacht 2018

Mainz ist eine der ältesten jüdischen Gemeinden Europas. Im Mittelalter war es das Zentrum jüdischer Lehre und Religion in Europa.In der Reichspogromnacht 1938 wurde auch die Mainzer Hauptsynagoge zerstört. An gleicher Stelle wurde 2010 das neue jüdische Gemeindezentrum eingeweiht.An diesem Ort stellen wir den bundesweiten Schülerwettbewerb der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V. vor:„Erinnerung sichtbar machen – 80 Jahre Reichspogromnacht 2018“

Die Veranstaltung in der Neuen Mainzer Synagoge bot den Gästen die Gelegenheit, sich einen ersten Eindruck über die im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V. bereits begonnenen Projekte zu verschaffen. Den Schülern bot sich die Möglichkeit, ihre Ideen zum Thema ehemaliges und aktuelles jüdisches Leben in ihrer Stadt einem größeren Publikum vorzustellen.

Der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Mainz, Aharon Ran Vernikovsky, äußerte in seinem einleitenden Grußwort den Wunsch, dass dort, wo in der Reichspogromnacht 1938 Zerstörung war, nicht Zerstörung bleiben soll und betonte den Charakter der Neuen Mainzer Synagoge als Ort der historischen Synthese: 2010 wurde in Mainz, einer der ältesten jüdischen Gemeinden Europas, an der Stelle der zerstörten Hauptsynagoge das neue jüdische Gemeindezentrum eingeweiht.

Prof. Dr. Karl-Friedrich Fischbach, der Koordinator des Projekt-Wettbewerbs seitens der Zentrale für Unterrichtsmedien (ZUM), erläuterte den Zweck und die Zielsetzung des Schülerwettbewerbs. Dieser sei in erster Linie aus der Erkenntnis erwachsen, dass besorgniserregende Entwicklungen in unserer Gesellschaft nicht einfach hinnehmbar seien. Schüler aller Herkunft sollen mittels der Beschäftigung mit dem jüdischen Leben in ihrer Stadt gegen Vorurteile immunisiert werden.

Gegen das Vergessen anzutreten ist auch die Motivation des Schirmherrn des Projekts Dr. h.c. Johannes Gerster. Er erinnerte daran, dass der Antisemitismus nicht 1933 plötzlich vom Himmel gefallen sei, gleichzeitig sei das Wissen über die Jahre 1933 bis 1945 nach nunmehr drei Generationen langsam versiegt. Umso wichtiger sei es trotz aller Not und allen Elends in der Gegenwart, den jungen Menschen heute die systematische und fabrikmäßige Ermordung der europäischen Juden zu vergegenwärtigen. Wichtig sei es, so Gerster, lebendige und aktive junge Demokraten hervorzubringen und zu unterstützen.

Es folgte die Präsentation verschiedener Schülerprojekte, die in teils sehr eindrucksvoller Weise das individuelle Engagement junger Menschen widerspiegelte.

Die Teilnehmer nahmen die Präsentationen teils mit großer Begeisterung auf.