Veranstaltungsberichte

Familien im Islam und Christentum

Zwischen Ideal und Wirklichkeit

Im Zuge einer mehrheitlich muslimisch bestimmten Einwanderung trifft die hiesige Gesellschaft auf ein Familienbild, das ihr fremd ist, weil es paternalistisch, hierarchisch ausgerichtet ist, in welcher die einzelnen Mitglieder auf festgeschriebene Rollen festgelegt sind, ein Ehrenkodex verbindlich ist und Kinderreichtum gewollt ist. Mit Blick auf die deutsche Familie wird sie ein Familienmodell erkennen, das immer weniger Strukturen aufweist, den einzelnen Mitgliedern einen großen Freiheitsraum gewährt, aber – und das ist die Kehrseite der Medaille - immer weniger Kinder hervorbringt.

Zischen Ideal und Wirklichkeit

Familie im Islam und Christentum

Der Leiter des Politischen Bildungsforums Mainz, van Lier, sprach einleitend davon, dass die vorwiegend muslimisch geprägte Einwanderung ein Familienbild importiere, das mit dem hiesigen kaum in Einklang zu bringen sei. Gleichwohl ziele aber ein hermetisch und stark hierarchisch paternalistisch bestimmtes Verständnis von Familie auf eine andere Gesellschaftsordnung hin, so wie eine stark individualistisch pluralistisches westlich geprägtes Familienbild prägende Grundlage für eine offenen demokratische Gesellschaft sei. Die Soziologin und Buchautorin mit türkischen Wurzeln, Necla Kelek, erläuterte das islamische Familienrecht als ein Ordnungsprinzip, das den einzelnen Mitgliedern der Familie eine eindeutige Rolle zuweise, die mit klaren Regeln versehen sei. Dieses Familienverständnis perpetuiere eine gesellschaftliche Ordnung, die tendenziell die Rechte der Frauen unterminiere, die die westliche Aufklärung ignoriere, die die Dominanz des Grundgesetzes durch den Koran relativiere etc. Ein solches Familienbild erziehe nicht zu einer offenen Gesellschaft, sondern verstärke eher die Entwicklung zu Parallelgesellschaften. Die Gefahr einer Zweiteilung der Gesellschaft zeigte auch die Jesidin und Journalistin Düzen Tekkal auf. Sie kritisierte die die massenhafte unkontrollierte Einreise von Flüchtlingen aus Kriegsgebieten, die nicht verhindere, dass auch IS-Sympathisanten unter ihnen seien. Viele der Flüchtlinge träfen in Deutschland auf Salafisten und auf Moscheen, deren Friedfertigkeit nicht immer unterstellt werden könne. Sie plädierte für ein klares Bekenntnis zu einem Einwanderungsland, das sich rückhaltlos zu seinem Grundgesetz und zu seinen Werten bekenne, um den großen Wert der Freiheit zu bewahren. Multikulti und Gleichmacherei würden die Entwicklung von Parallelgesellschaften unterstützen.

Ein völlig konträres Bild zeichnete die ZDF-Redakteurin Susanne Conrad von der westlich geprägten Familie. Anhand von Fernsehfilmen könne man beobachten, dass die normale Familie, bestehend aus verheirateten Eltern und Kindern nicht mehr abgebildet werde. Dagegen seien Patchwork, Regenbogenfamilien und Alleinerziehende en vogue. Der Kurarzt und Familientherapeut Dr. Joachim Moerchel verwies vor dem Hintergrund seiner Erfahrung mit Patienten, die aus zerrütteten Ehen kommen, auf die Notwendigkeit eines Ordnungsschemas, das einer funktionierenden Familie bedürfe, um deren Mitglieder Halt und Kraft geben zu können. Der Moderator des SWR, Walter Janson, leitete das Forum souverän und ergebnisorientiert und formulierte: „Die wichtigste Grundlage unserer Gesellschaft ist die Familie“