Veranstaltungsberichte

Israel-Seminar in Ahaus

von Moritz Reher, Christoph Bors

50 Jahre Diplomatische Beziehungen zwischen Israel und Deutschland

Am Lise Meitner Berufskolleg in Ahaus fand ein zweitägiges Seminar in Kooperation mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V. Arbeitsgemeinschaft Münster zur thematischen Vorbereitung eines Schüleraustausches zwischen Deutschland und Israel statt.

Am Freitag, den 18. September 2015 fand am Lise Meitner Berufskolleg in Ahaus ein zweitägiges Seminar mit dem Titel „50 Jahre diplomatische Beziehung zwischen Israel und Deutschland“ für Schülerinnen und Schüler statt.

Schwerpunkt des ersten Seminartages war die Darstellung Israels unter bilateral (multi-)kulturellen, historischen und sozialen Aspekten.

Dies wurde von Maayan Klaßing, Religionswissenschaftlerin der Uni Münster, durchgeführt.

"Israel - zwischen Torah und Techno"

Zu Beginn wurden die Schülerinnen und Schüler durch das „Cross-the-Line“-Spiel an die Thematik herangeführt. Referentin Maayan Klaßing trug zehn Aussagen rund um das Thema Israel vor, die Schülerinnen und Schüler bestätigten oder verneinten die Aussagen, in dem sie sich entweder auf der einen oder auf der anderen Seite des Klassenraumes positionierten.

Im Folgenden stellte Frau Maayan Klaßing die Grundzüge des Judentums dar. Die Essenzen waren die Berührungspunkte der drei abrahamitischen Religionen und die Erläuterung von Torah, Tanach und Talmud. Nach dieser Hinführung sammelten die Gymnasiasten ihre Impressionen rund um das vorderasiatische Land.

In vier Arbeitsgruppen teilten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den Schwerpunkten Geschichte, Wirtschaft, Religion und Gesellschaft. Die Erste Gruppe stellte die Historie Israels von der Diaspora über das 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart dar, wohingegen die zweite Gruppe die technischen Errungenschaften, den Tourismus und das Konzept des Kibbuz schilderte. Die dritte Gruppe präsentierte die religiöse Vielfalt in Israel und die Ausprägungen des Judentums, anschließend veranschaulichte die letzte Gruppe die Multikulturalität und die Protestkultur.

Nach der Mittagspause spielte Frau Klaßing das Video „Ferien vom Krieg“ – Jugend-Ferienlager für Israelis und Palästinenser (Deutsche Welle, 1.8.2008) ein, eine Sequenz, die nach Frau Klaßing das „Leben in Zerstreuung“ zwischen Krieg und Frieden in Israel nachbildet.

Jüdisches Leben in Ahaus

Am zweiten Seminartag wurde die Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. durch ihren 1. Vorsitzenden Matthias Hake und Carolin Rost, die Vorsitzende des neugegründeten „Jungen Forums“, vorgestellt. Die Geschichte, das Leitbild und die Aufgaben der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V. wurden dabei thematisiert, Fragen beantwortet.

Im Anschluss hielt Tabea Braun einen Vortrag über Ihre eigenen Erfahrungen über Begegnungen mit Israelischen Jugendlichen. Dort wurde den Schülern das Leben von Gleichaltrigen Schülern beschrieben.

Der Vortrag wurde mit einem Historischen Exkurs fortgeführt, der den Nationalsozialismus und die Jugendverfolgung behandelte.

Im Anschluss dessen, besuchten die Schüler in Form eines Stadtrundgangs Orte, wo früher jüdisches Leben in Ahaus stattgefunden hatte. Erste Station war der Jüdische Friedhof in Ahaus, wo bis 1941 jüdische Beisetzungen stattfanden. Die nächste Station waren die "Stolpersteine". Diese sind an verschiedenen Stellen in der Ahauser Innenstadt zu finden. Sie erinnern an Ahauser Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens, die verfolgt, entrechtet, vertrieben oder ermordet wurden.

Der Stadtrundgang endete am Ahauser Schloss. Dort befindet sich eine Gedenkstätte für die ermordeten Juden aus Ahaus. Auf einer Tafel sind hier alle Namen der jüdischen Holocaustopfer aus Ahaus niedergeschrieben.

Vorfreude auf den Schüleraustausch

Die Feedback und Fragerunde zum Abschluss des Seminares stand ganz im Zeichen der im November stattfindenden Israel-Exkursion. Themen wie Sehenswürdigkeiten, Bräuche, Sitten und Essgewohnheiten, aber auch Zurückhaltung, deutsch-israelische Beziehungen und das Verhältnis mit der palästinensischen Bevölkerung zeichneten den Abschluss der Veranstaltung aus.

50 Jahre Deutsch-Israelische Beziehungen KAS