Présentations & compte-rendus

Mohamed Mzali (1925-2010), Politiker und Begründer des modernen Tunesiens

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Betrachtung des Politikers während seiner Regierungszeit

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Betrachtung des Politikers während seiner Regierungszeit. Besonders seine Beiträge zur Meinungsfreiheit, der Demokratisierung des politischen Lebens, der Arabisierung und dem Schutz natürlicher Ressourcen wurden hervorgehoben. Die Redebeiträge in Bezug zu seinen Funktionen skizzierten ein klares Bild des Politikers, da sie auch Bezug auf seine politische Gesinnung und persönlichen Standpunkte nahmen. Beispielsweise liefert die Zeitschrift „Al Fikr“, die Mzali zwischen 1955 und 1986 herausgab, wertvolle Einblicke in letztere politische Einstellungen, wirft aber gleichzeitig die Frage nach der Authentizität des Politikers auf.

Mehrere Themen wurden zum ersten Mal angesprochen, wie beispielsweise die Position Mzalis zu den Dossiers zum nationalen Reichtum und zur Arabisierung sowie seinen vehementen Einsatz für die Demokratie direkt nach der Unabhängigkeit. Auch die Frage der Meinungsfreiheit wurde im Hinblick auf den sogenannten „Frühling der Informationsfreiheit“ in Tunesien während der ersten Hälfte der 80er Jahre von mehreren Rednern angesprochen. Ein weiteres Thema war der Einsatz des Politikers für die Jugend, dabei besonders für den Sport und die olympische Bewegung. Auch seine Position zu den Ereignissen „Pain“ sowie sein gespanntes Verhältnis zur UGTT wurden angesprochen.

Besonders die von einigen zeitgenössischen Politikern dargestellten historischen Einblicke waren ein wertvoller Beitrag zur Veranstaltung. So stellte Rached Ghannouchi in seinem Redebeitrag das Verhältnis Mohamed Mzalis zu den Islamisten in Tunesien und sein Leben im Exil dar. Der ehemalige Minister Elyes Fakhfakh bezog sich seinerseits auf die politischen Dialoge der Partei „Ettakattol“ mit Mzali, welche besonders die Bereiche Demokratie, Reform des Bildungssystems und Integration von Islamisten in das politische Leben behandelten. Die Zeit Mohamed Mzalis im Exil wurde eingehend von Khaled Chaouket beleuchtet.

Die Redebeiträge konnten interessante Hintergrundinformationen zu Mzalis Verhältnis zur Opposition und generell zu seiner Person liefern und boten zusammen mit den Zeitzeugenberichten von Hedi Baccouche und Driss Guiga einen guten Überblick über sein Wirken.

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