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Politische Kurzberichte der KAS-Auslandsbüros

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Zwischen Kooperation und Kalkül

Länderbericht zu den außenpolitschen Beziehungen zwischen Ägypten und den USA

Als sich im Frühjahr 2025 Delegationen aus Washington, Kairo und mehreren regionalen Akteuren in Scharm el-Scheich zu einem hochrangigen Friedensgipfel trafen, wirkte das Treffen wie ein Moment relativer Normalität in einer zunehmend fragmentierten internationalen Ordnung. Ägypten präsentierte sich erneut als Vermittler im Gaza-Konflikt, die Vereinigten Staaten als unverzichtbarer Machtfaktor, der trotz wachsender globaler Spannungen handlungsfähig bleibt. Der erzielte diplomatische Fortschritt war begrenzt, doch seine symbolische Bedeutung war erheblich. Nur wenige Monate zuvor hatte ein Terroranschlag im US-Bundesstaat Colorado die Beziehungen zwischen beiden Staaten auf eine Probe gestellt. Der Täter, ein junger Mann ägyptischer Herkunft, löste eine innenpolitisch aufgeladene Debatte in den USA aus. Präsident Donald Trump reagierte mit einer erneuten Verschärfung des sogenannten Travel Ban. Auffällig war jedoch, dass Ägypten, anders als andere mehrheitlich muslimische Staaten, erneut von den restriktiven Maßnahmen ausgenommen blieb. Diese Entscheidung verweist auf eine tieferliegende Konstante amerikanischer Außenpolitik. Ägypten gilt in Washington seit Jahrzehnten als strategischer Sonderfall. Selbst in Phasen politischer Irritationen, öffentlicher Kontroversen oder wachsender geopolitischer Differenzen bleibt Kairo ein privilegierter Partner. Die gleichzeitige Fähigkeit beider Staaten, nach dem Anschlag wieder an einem Tisch Platz zu nehmen, verdeutlicht die strukturelle Belastbarkeit dieser Beziehung.

Regional and International Engagement in the Sudanese Conflict: Limits and Potential for Activation

Spotlight on Sudan No. 10

The Sudanese war has entered its third year. Leaving behind escalating humanitarian consequences, that have extended to many regions in the Sudanese state, and impacted countries in the region. While Western governments have increasingly condemned the massacres and violations resulting from military operations; especially those involving the Rapid Support Forces. Criticism of these governments is also growing, for failing to influence the warring parties and their regional backers. In light of this, this paper analyzes the limitations of the international role in the political and military conflict in Sudan. Arguing that the shortcomings of this role, stem not only from the rise of regional powers and their direct influence over the parties of the conflict, but also from the fragmented approaches adopted by international actors. These shortcomings include: the tendency sometimes to reduce the Sudanese war to an "ideological" conflict between the warring parties, or a rivalry between two generals, the inclination to delegate the management of the conflict to regional powers allied with Western governments, the tendency towards a single civilian bloc, the introduction of simplistic frameworks for complex issues such as military reform and civil-military relations reform, the delay of economic support for the transitional government, and the weak coordination between international and regional initiatives to resolve the conflict. In light of the opportunity presented by the Quartet initiative put forward by the Trump administration in partnership with regional actors. The paper proposes a number of ideas to address the shortcomings; including the threatening to review some agreements with the regional supporters of RSF, providing economic incentives to both sides of the war; while brandishing the threat of international trials for war violations, attempting to contain moderate Islamist forces to build a broad civilian consensus on the political settlement, postponing the discussion of civilian control over military institutions until a civilian government is elected, and supporting the post-war transitional government economically with clear mechanisms to monitor the implementation of this support.

IMAGO / ZUMA Press Wire

Ägyptische Perspektiven auf die BRICS-Konferenz in Brasilien

Ägypten versteht sich als aktiver Partner im BRICS-Staatenbund, in der öffentlichen Debatte wird das Thema allerdings nur bedingt besprochen

Präsident Al-Sisi betonte auf dem BRICS-Gipfel 2024 das Potenzial der Gruppe, globale Herausforderungen wie Armut und Klimawandel effektiver anzugehen als traditionelle Institutionen. Ägypten legt besonderen Wert auf finanz- und wirtschaftspolitische Zusammenarbeit sowie eine Reform globaler Finanzsysteme. Weitere Themen sind kulturelle Kooperation und die Rückführung ägyptischer Artefakte. Gleichzeitig zeigen sich diplomatische Spannungen, etwa mit Südafrika und Äthiopien, was die interne Kohärenz von BRICS vor neue Herausforderungen stellt.

IMAGO / Xinhua

Zwei Jahre Bürgerkrieg im Sudan

Die neuesten Entwicklungen in der Krisenregion

Ende März berichteten sudanesische Medien, dass der Präsidentenpalast in der sudanesischen Hauptstadt Khartum von den sudanesischen Streitkräften (SAF) zurückerobert wurde. Der Palast, der auch als Regierungssitz dient, war wie andere Teile der Hauptstadt seit April 2023 von den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) besetzt. Die Rückeroberung stellt für die sudanesische Armee einen wichtigen Meilenstein im anhaltenden Konflikt dar. Auch mehrere Ministeriumsgebäude und ein großer Teil der Hauptstadt befinden sich wieder unter militärischer Kontrolle der SAF. Ein Ende des Krieges ist jedoch noch nicht absehbar, da die RSF-Rebellen noch immer mehrere strategisch wichtige Gebiete des Landes kontrollieren und in anderen Regionen weitergekämpft wird. Vor allem im westlichen Darfur gehen die Kämpfe unvermindert weiter. Ein Ende des Krieges ist in weiter Ferne, da auch die verschiedenen politischen Initiativen im In- und Ausland erfolglos bleiben. In der Zwischenzeit leidet die sudanesische Bevölkerung unter einer der schlimmsten humanitären Katastrophen weltweit.

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