Veranstaltungsberichte

“Wie viel Polarisierung kann die peruanische Demokratie ertragen?“

Das Forum fand am 13.03.19 statt

Konfrontation ist ein unvermeidbarer, sogar positiver Teil des demokratischen Prozesses aber Polarisierung kann eine Gefahr  für Demokratie  werden.

Diese Aussage fasst die Diskussion die im Rahmen des Forums “Wie viel Polarisierung kann die peruanische Demokratie ertragen?“ bestens zusammen. Das Thema wurde aus den Perspektiven von  verschiedenen Spezialisten erläutert.  Anwesend waren unter anderem die Geschäftsführerin von DATUM  CONSULTING, Urpi Torrado, der Psychoanalytiker Max Hernández, der Abgeordnete des peruanischen Kongress Juan Sheput und der Politikwissenschaftler und Anwalt Juan de la Puente. Moderiert wurde die Veranstaltung durch den Spezialisten in Auslandsbeziehungen, Francisco Belaunde.

Mit statischer Information erklärte Torrado den großen Unterschied zwischen der Gesellschaft in Lima und derjenigen in den Provinzen. Aufgrund des kontinuierlichen  Wirtschaftswachstums spürt die Gesellschaft in der Hauptstadt die Vorteile einer demokratischen und liberalen Regierungsordnung. In anderen Teilen des Landes in denen Armut und Unsicherheit herrschen, zeigt sich allerdings eine zunehmende Toleranz gegenüber autoritären politischen Strömungen, die radikale Lösungen für die wichtigsten Probleme der Bevölkerung bieten auf Kosten des demokratischen Abstimmungsprozesses. Für viele Gesellschaftsgruppen gibt es denn keine politische Bewegung, welche ihre Interessen vertritt.

Juan Sheput und Max Hernandez analysierten kritisch das Benehmen der peruanischen politischen Klasse, die in den letzten Jahren in permanenten Konflikten verstrickt ist anstatt an einem gemeinsamen Plan für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Landes zusammenzuarbeiten.  

Für Juan de la Puente bedeutet das hohe Niveau von Polariserung nicht unbedingt, dass man mit den grundlegenden Debatten vorankommt. Ganz im Gegenteil geraten die wichtigsten Punkte in Hintergrund und die Aufmerksamkeit der Medien   und der Bevölkerung konzentriert sich ausschließlich auf den oft sehr grob geführten Meinungsaustausch. Der Leiter des  Auslandsbüros Peru der Konrad-Adenauer-Stiftung, Sebastian Grundberger, betonte das dieses auch ein europäisches Problem. Deutschland und andere EU Länder sind jetzt mit  der Herausforderung  des Aufstiegs autoritärer politischer Parteien konfrontiert.