Expertengespräch

Arbeitskreis Junge Außenpolitiker in der Türkei

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) Türkei organisierte für den Arbeitskreis Junge Außenpolitiker der KAS ein politisches Dialogprogramm in der Türkei (Ankara– Gaziantep–Kilis) im Zeitraum vom 11.–16. November 2018.

Details

Teilgenommen haben 13 Mitglieder des Arbeitskreises Junge Außenpolitiker der KAS, darunter vertreten waren Politologen, Akademiker, Betriebswirte, Juristen sowie (Alt-) Stipendiaten der Stiftung. Abgesehen von ihren sehr unterschiedlichen Fachkompetenzen, verbindet sie das Interesse für Außenpolitik in allen ihren Facetten – von der Europapolitik bis zu den transatlantischen Beziehungen, von der Sicherheits- und Verteidigungspolitik bis zur Wirtschafts- und Entwicklungspolitik.

Die politische Dialogreise zielte darauf ab, die Jungpolitiker auf die umfassenden politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen in der Türkei, insbesondere aber auf die zunehmende Bedeutung der Deutsch-Türkischen-Beziehungen aufmerksam zu machen. Die intensiven Gespräche boten einen nachhaltigen Wissensaustausch, der dazu beitragen soll, dass zukünftig politische Lösungsvorschläge gemeinsam erarbeitet werden können. Darüber hinaus bot sich die Gelegenheit, sich mit hochrangigen regionalen sowie internationalen Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Politik zu vernetzen.

Am ersten Tag eröffnete Herr Sven-Joachim Irmer, Direktor der KAS Türkei, die Veranstaltung mit einer Willkommensrede und einer Einführung in das Programm. Der Leiter des Teams für Außen-, Sicherheits- und Europapolitik der KAS, Herr Nils Wörmer stellte dabei den Arbeitskreis Junge Außenpolitiker vor. Der Ehrengast dieses Abends war Herr Mehmet Akarca, Chefberater des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der die tief verwurzelte Freundschaft zwischen Deutschland und der Türkei verdeutlichte.

Der nächste Tag begann mit einem Termin mit Dr. Dirk Rotenberg, dem Gesandten der Deutschen Botschaft in Ankara, der ebenfalls auf die Deutsch-Türkischen-Beziehungen einging, sowie über die Arbeit der Deutschen Botschaft Ankara aufklärte. Bei dem anschließenden Termin mit dem EU Botschafter Herrn Christian Berger, sowie der Leiterin der politischen Abteilung Frau Eva Horelova hatte die Gruppe die Möglichkeit den aktuellen Stand der Türkei-EU-Beziehungen zu diskutieren. Abschließend stand eine Key Note Speech zum Thema „Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und der Türkei“ mit Dr. Thilo Pahl an, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer.

Am dritten Tag empfing der stellv. türkische Außenminister, Herr Faruk Kaymakçı, die Nachwuchspolitiker aus Deutschland. Hierbei wurden die Außenpolitik der Türkei und aktuelle Herausforderungen der Region behandelt. Der folgende Termin war mit Herrn Akif Çağatay Kılıç, Istanbul-Abgeordnete der AK Partei und Vorsitzender der Türkisch-Deutschen Parlamentariergruppe, zum Thema Arbeit der Türkei im Europarat. Herr Cevdet Yılmaz, stellv. Vorsitzender der AK Partei, zuständig für Auswärtige Beziehungen, und Frau Meryem Göka, stellv. Vorsitzende der Abteilung für Auswärtige Beziehungen der AK Partei, legten die Internationale Arbeit ihrer Partei nahe. Über die Arbeit der Jugendorganisation informierte der Jugendvorsitzende der AK Partei, Herr Ahmet Büyükgümüş (Yalova Abgeordneter).

Der vierte Tag vollzog sich in Gaziantep, welcher mit einem Gesprächstermin über Deutsche Flüchtlingsprojekte in der Region mit Dr. Manuel Paulus, Referent für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Leiter der Entwicklungskooperation in der Deutschen Botschaft Ankara, begann. Das Investitionspotenzial und die bestehenden internationalen Kooperationen der Region präsentierte Dr. Burhan Akyılmaz, Generalsekretär der İpekyolu Investmentagentur sehr anschaulich. Als nächstes besuchten die zukünftigen außenpolitischen Entscheidungsträger das Gemeinschaftsprojekt „3 Millionen Syrer, 3 Millionen Bäume“ vom Internationalen Bund (IB), Gemeinde Gaziantep und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ). Wirtschafts- und Entwicklungsprojekte in Gaziantep stellte sehr beeindruckend der Vorstandsvorsitzende der Industriekammer Gaziantep Herr Adnan Ünverdi vor. Die Werksbesichtigung und das Meeting mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sanko Holding, Herrn Adil Sani Konukoğlu, führte durch einen regen Informationsaustauch zu interessanten Erkenntnissen im Hinblick auf die türkische Wirtschaft. Frau Fatma Şahin, Bürgermeisterin von Gaziantep, lud die Delegation zu einer Diskussion beim Abendessen ein, wobei sie auf die Wichtigkeit dieses Treffens verwies, welches der Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit von Deutschland und Türkei diene.

Am letzten Programmtag besuchte die Gruppe das Flüchtlingslager Nizip II am Fluss Euphrat etwa 100 km nördlich von Aleppo. Die dort gewonnenen Eindrücke hinterließen tiefe Spuren bei allen Beteiligten. Auch aus den folgenden Gesprächen mit dem Bürgermeister von Kilis, Herr Hasan Kara sowie dem dortigen Gouverneur Herr Recep Soytürk konnte die Gruppe einen Eindruck gewinnen in welch schwieriger Situation sich die Stadt an der syrischen Grenze befindet, die mittlerweile mehr Flüchtlinge als lokale Bürger beherbergt. Schätzungen zu folge hat die Türkei mehr als 3,5 Millionen Flüchtlinge aufgenommen.

Die Dialogreise mit dem Arbeitskreis Junge Außenpolitiker hat bewiesen, dass anhaltender Gesprächsbedarf existiert. Das gewonnene außenpolitische Wissen und die Informationen sollen einen Beitrag zu einer neuen außenpolitischen Kultur in Deutschland leisten und die Beziehungen und Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Türkei verstärken.

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Veranstaltungsort

Ankara, Gaziantep und Kilis

Kontakt

Sven-Joachim Irmer