Aufgeklärter Patriotismus

Die Politische Meinung, (2/2007) 447

Die nationale Selbstwahrnehmung der Deutschen wird nicht mehr ausschließlich von dem Gewicht einer dunklen Vergangenheit bestimmt. Eine neue Gelassenheit im Umgang mit der eigenen Nation und patriotischen Symbolen ist im Fußball-Sommermärchen des vergangenen Jahres manifest geworden. Der neuen "patriotischen Leichtigkeit des Seins" (Eckhard Fuhr) nähert sich die Februarausgabe der "Politischen Meinung" in Beiträgen, die aus einer Kooperation mit DeutschlandRadio hervorgegangen sind - mit Reflexionen über den 3. Oktober (Richard Schröder), das Verhältnis von deutscher zu europäischer Identität (Heinrich August Winkler, Klaus von Dohnanyi, Tilman Mayer), die politische Gestaltungskraft von Fußball (Hans Ottomeyer), die Überwindung von übersteigerter Selbstkritik (Juli Zeh) und das Liebesbekenntnis eines Gastarbeitersohnes zu seiner deutschen Heimat (Feridun Zaimoglu). Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble äußert sich in einem Interview zu den Sicherheitsherausforderungen der WM und einer Art "spielerischem Patriotismus" (Jean-Paul Picaper). In der Rubrik "Globale Krisenherde" werden die Lagen in Irak und Iran (Patrick Keller) sowie in Afghanistan (Rainer Winkler) beschrieben. "Politik aktuell" analysiert die Wurzeln des Rechtsextremismus in Ostdeutschland (Harald Bergsdorf) sowie die Unverzichtbarkeit von politischer Bildung für Demokratie (Lothar Frick). Die Sparte "Biowissenschaften und Globalisierung" behandelt das Verhältnis von Biomedizin und Völkerrecht (Rudolf Dolzer) sowie von Bioethik und islamischem Recht (Danja Bergmann). Persönliche Würdigungen gelten dem am 2. Januar 2007 verstorbenen Teddy Kollek (Ernst Cramer), dem Widerstandskämpfer Helmuth James von Moltke zum 100. Geburtstag am 11.März 2007 (Rüdiger von Voss) und Konrad Adenauer und seinem Bild in der Nachkriegspublizistik (Hans Maier, Teil II).

Editorial

Wolfgang Bergsdorf mehr...

Die patriotische Leichtigkeit des Seins

Zum Wandel der historischen Selbstwahrnehmung
Das Verhältnis der Deutschen zur eigenen Nation wird nicht mehr ausschließlich von dem bestimmt, was man früher die "dunklen Jahre" nannte. Selbstwahrnehmung im Wandel. Eckhard Fuhr mehr...

Plädoyer für den 3. Oktober

Über die Unfähigkeit der Deutschen zur Freude
Die einzig erfolgreiche und zudem gewaltlose Revolution der deutschen Geschichte wird häufig zur "Wende" degradiert. Dabei bietet gerade sie allen Grund, stolz zu sein. Richard Schröder mehr...

Vom deutschen zum europäischen Wir-Gefühl

Plädoyer für einen aufgeklärten Patriotismus
Deutsches und europäisches Wir-Gefühl widersprechen sich nicht. Wenn es den Deutschen gelingt, beides zu verbinden, haben sie aus ihrer Geschichte die richtige Lehre gezogen. Heinrich August Winkler mehr...

Identität sucht nur, wer keine hat

Deutschlands Rolle in Europa
Statt nach Deutschlands "Stolz" zu suchen, gilt es die besonderen Aufgaben und Ziele zu verstehen - vor allem im europäischen Einigungsprozess. Klaus von Dohnanyi mehr...

"Wir müssen immer versuchen, noch besser zu werden"

Interview mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble
Ein Gepräch mit dem Bundesminister des Innern über Terrorismus, die WM und den neuen deutschen Patriotismus. mehr...

Der Alltag ist eingekehrt

König Fußball und die nationale Choreografie
Die politische Gestaltungskraft und Ikonografie des Staates laufen gegen null. Für die nationale Chreografie sorgt König Fußball - hier hat sich der Umgang mit patriotischen Formen normalisiert. Hans Ottomeyer mehr...

Patriotismus in Europa

Ein Fundament für den europäischen Gedanken
Der nationalstaatliche Patriotismus birgt ein ernst zu nehmendes proeuropäisches Potenzial. Ein undogmatischer Diskurs über das Wohin der europäischen Integration ist dringend gefordert. Tilman Mayer mehr...

Anleitung zum Selbstverständnis

Über das Ende exaltierter Jammerei
Das Wesen eines positiven deutschen Patriotismus kann in zwei Schritten definiert werden: erstens die Überwindung der Neigung zu übersteigerte Selbstkritik, zweitens der Verzicht auf die Idee, dass man, wenn schon ncht schlechter, dann aber wohl besser als alles anderen sei. Juli Zeh mehr...

"Wunderland Deutschland"

Liebesbekenntnis eines türkischstämmigen Deutschen
Das Deutsche stößt einem nicht "einfach so zu": Man erlebt es, übernimmt es und lässt sich bereichern. Liebesbekenntnis eines Gastarbeitersohnes zu seinem Land. Feridun Zaimoglu mehr...

Die Krisenherde Irak und Iran

Strategische Entwicklungen und zukünftige Optionen
Gegenüber der Lage im Irak und Iran und dem Streben Irans nach nuklearer Macht mangelt es dem Westen an eindeutigen Handlungsoptionen. Strategische Entwicklungen und künftige Optionen. Patrick Keller mehr...

In der afghanischen "Falle"?

- kontrovers -
Die internationale Gemeinschaft muss vor allem ihr Engagement für den zivilen Wiederaufbau verstärken. Es gilt, das in letzter Zeit verspielte Vertrauen der Afghanen zurückzugewinnen. Rainer Winkler mehr...

Lebenslügen der PDS

Wurzeln des Rechtsextremismus in Ostdeutschland
Die Wurzeln des Rechtsextremismus im Osten Deutschlands reichen zurück in die SED-Diktatur. Eine Diskussion in der PDS über die geistig-moralischen Hinterlassenschaften der DDR wäre längst überfällig. Harald Bergsdorf mehr...

Politische Bildung ist unverzichtbar

- angemerkt -
Informierte Staatsbürger sind das Fundament von funktionierender Demokratie. Das entsprechende Wissensgut liefert die politische Bildung - unabhängig von Auflagendruck und Wählerquoten. Lothar Frick mehr...

Weltweite Regelung von Biowissenschaften

Zu den Chancen völkerrechtlicher Abkommen
Der rasante Fortschritt der Biowissenschaften macht völkerrechtliche Absprachen zwingend notwendig. Zur Vorbereitung muss wissenschaftlicher Konsens über die Nutzbarkeiten gefunden werden. Rudolf Dolzer mehr...

Bioethische Konfliktlinien im islamischen Recht

Einschätzungen zu Klontechnik und In-Vitro-Fertilisation
Die Haltungen sunnitischer Rechtsgelehrter zu Klontechnik und künstlicher Befruchtung sind verwirrend vielfältig. Besondere Sorge gilt dem Schutz von Familie und Abstammung. Danja Bergmann mehr...

Ein Baumeister Jerusalems

Zum Tod von Teddy Kollek
Teddy Kollek, Mitbegründer Israels und langjähriger Bürgermeister von Jerusalem, starb mit 95Jahren in der Stadt, die er liebte. Mit seinem Namen verbindet sich vor allem eine Politik, die auf Aussöhnung und Frieden zwischen Israelis und Arabern gerichtet war. Ernst Cramer mehr...

Adenauer in der Nachkriegspublizistik, Teil II

Auf den Spuren in Presse und Hörfunk
Das Bild des ersten Bundeskanzlers in der Publizistik seiner Zeit ist vielschichtiger und differenzierter als in der Literatur. Über die Rezeption Konrad Adenauers in Presse und Hörfunk (Teil II). Hans Maier mehr...

Widerstand aus verletztem Gewissen

Zum 100. Geburtstag von Helmuth James von Moltke
Am 11. März dieses Jahres jährt sich der 100. Geburtstag von Helmuth James von Moltke. Für sein Streben nach Freiheit und Gerechtigkeit in dunkler Zeit wurde dem Begründer des Kreisauer Kreises das Leben genommen. Rüdiger von Voss mehr...

Rekonstruktion eines Schlüsselbegriffes

- gelesen -
Volker Kronenberg: Patriotismus in Deutschland. Perspektiven für eine weltoffene Nation Christoph Böhr mehr...

Impressionen vom Bosporus

- gelesen -
Orhan Pamuk: Istanbul. Erinnerungen an eine Stadt Oliver Ruf mehr...

Aktuelles intern

Aktionen, Programme und Publikationen der Konrad-Adenauer-Stiftung
Walter Bajohr mehr...

Kontakt

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Die Politische Meinung / Redaktion
Rita Anna Tüpper-Fotiadis
Tel. +49 2241 246-2522
Fax +49 2241 246-2610
Rita.Tuepper-Fotiadis[at]kas . de

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