Toleranz in Zeiten der Globalisierung
Die Politische Meinung, (10/2002) 395
Die Oktoberausgabe der Politischen Meinung setzt sich mit der gesellschaftlichen, ethischen und rechtlichen Bedeutung von Toleranz auseinander. Vor allem die besonderen Erfordernisse der Globalisierung bewirken im Hinblick auf eine dichter werdende Vernetzung der Kulturen die erhöhte Relevanz dieser Haltung. Fraglich sind dabei Gründe und Grenzen der Toleranz, deren Ausformung von einer „globalen Kultur“ oder einem „Weltethos“ unterschieden wird. An diese Grundsatzdiskussion schließen sich Essays zu Zukunftsfragen an: Wie können Ökologie und Marktwirtschaft auf das Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet werden? Und: Wie kann eine Reform der Bundeswehr zugleich die europäische Handlungsfähigkeit stärken? Historische Beiträge analysieren die behauptete, auf die Weimarer Republik zurückgehende „Erbschuld“ der bürgerlichen Parteien sowie die kulturellen Aspekte der deutschen Geschichte im östlichen Europa. Die Rubrik „Philosophie / Literatur“ ist im Oktober dem jungen Dichter Durs Grünbein und dem Philosophen Wolfgang Kluxen gewidmet, der in diesem Monat seinen 80. Geburtstag feiert. Der Ausgang der Bundestagswahl findet eine erste Kommentierung im Editorial; weitere Analysen erfolgen in der Novemberausgabe der Politischen Meinung.
Editorial Die Politische Meinung, (10/2002) 395
Wolfgang Bergsdorf mehr...
Zum Ursprung der Toleranz
Grundzüge der philosophischen Begriffsgeschichte
Die Grundzüge der philosophischen Begriffsgeschichte machen insbesondere im Hinblick auf die Religionsfreiheit den globalen Wert einer schwierigen Errungenschaft deutlich. Otfried Höffe mehr...
Auf dem Weg zu einer globalen Kultur?
Modernisierung bedeutet nicht mehr Verwestlichung
Die kulturellen Differenzen weltweit werden durch eine umfassende Modernisierung nicht überbrückt. Nach einer Phase der Verwestlichung ist vielmehr eine Rückwendung zu der je eigenen Zivilisation zu beobachten. Samuel P. Huntington mehr...
Leidenschaft für die Wahrheit
Theologisch-ethische Aspekte der Toleranz
Toleranz nährt sich weder aus der Gleichgültigkeit gegenüber den anderen noch aus der Relativierung der eigenen Überzeugung. Sie basiert auf der Anerkennung des Andersseins und ist mehr als eine empirische Klugheitsregel. Eberhard Schockenhoff mehr...
Toleranz im demokratischen Verfassungsstaat
Folgeprobleme religiöser und weltanschaulicher Konkurrenzen
Eine wertneutrale Rechtsordnung ist schlichtweg undenkbar. Hieraus ergibt sich die notwendige Unterscheidung zwischen den zu schützenden Voraussetzungen der Liberalität und ihrer aktiven und variablen Ausübung. Bernd Rüthers mehr...
Zwischen Mehrheiten und Minderheiten
Toleranz im Spannungsfeld
Für die praktische Regelung des Zusammenlebens verschiedener Kulturen ist Toleranz von größter Bedeutung. Sie ist allerdings nur ein ausgleichendes Gegenprogramm zu tieferen sozio-moralischen Prinzipien. Karl Otto Hondrich mehr...
Vom Nutzen und Nachteil des Weltethos
Wider eine Entkernung der Religion
In dem Versuch, gemeinsame ethische Positionen aller Religionen zu formulieren, geht mit der Differenz auch allzu leicht ihre Verbindlichkeit verloren. Der Kern des Religiösen aber ist durch Vernunftgründe nicht zu ersetzen. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz mehr...
Nachhaltigkeit als Ordnungsprinzip
Zu einer hyperkomplexen Herausforderung
Angesichts der Zukunftsfragen der Menschheit müssen Ökologie und Marktwirtschaft gleichermaßen darauf verpflichtet werden, die Möglichkeiten künftiger Generationen zu erhalten. Friedrich Merz mehr...
Bundeswehr, quo vadis?
Eine Reform ist nötig und möglich
Die Finanzierung der Bundeswehr und ihrer dringend notwendigen Reform sind Fragen des politischen Willens. Eine Aufgabenteilung im internationalen Verbund hilft nicht nur Kosten zu sparen, sondern erhöht zugleich die europäische Handlungsfähigkeit. Klaus Naumann mehr...
Kulturelle Aspekte zur Identität und deutschen Geschichte im östlichen Europa
angemerkt
Anmerkungen zu den kulturellen Aspekten historischer Kohärenz. Matthias Buth mehr...
Erbschuld aus Weimar?
Deutschnationale und Nationalliberale in den bürgerlichen Parteien nach 1945
Einige deutschnationale und nationalliberale Politiker der Weimarer Republik gehörten später den bürgerlichen Parteien der Bundesrepublik an. Eben diese Personen haben jedoch in einer deutlichen Opposition zu den Nationalsozialisten gestanden. Manfred Kittel mehr...
Vernunft, Natur, Geschichte
Wolfgang Kluxen zum 80. Geburtstag
Sein klares Bekenntnis zu einer metaphysischen Durchdringung der Wirklichkeit geht einher mit der Einsicht in die Vorläufigkeit des philosophischen „Geschäftes“. Wolfgang Kluxen wird 80. Georg Wieland mehr...
"Unter der Schrift arbeitet der Nerv"
Zu Durs Grünbeins Poetik
Die Poetik der Zukunft liegt für Durs Grünbein in der Neurologie. Der Dichter, der die Trennung zwischen Wissenschaft und Poesie aufzuheben bestrebt ist, wird 40. Birgit Lermen mehr...
Kommunisten ohne Maske
gelesen
Vera Lengsfeld: Von nun an ging's bergauf ... Mein Weg zur Freiheit. Harald Bergsdorf mehr...
Das Moskauer Exil 1937: Herbert Wehner und andere
gelesen
Reinhard Müller: Menschenfalle Moskau, Exil und stalinistische Verfolgung. Manfred Wilke mehr...
Die vier Stationen der Hölle
gelesen
Pierre Rigoulot, Joel Kotek: Das Jahrhundert der Lager, Gefangenschaft, Zwangsarbeit, Vernichtung. Neue Kritik Verlag (Hrsg.): Apropos Margarete Buber-Neumann. Günter Müchler mehr...
Kontakt
Rita Anna Tüpper-Fotiadis

Rita Anna Tüpper-Fotiadis
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