Sprache und Politik
Die Politische Meinung, (11/2011) 504
Das Verhältnis von Sprache und Politik sucht die Novemberausgabe der Politischen Meinung unter den Bedingungen einer sich rasant verändernden Medienlandschaft zu bestimmen. Sie greift damit ein zentrales Forschungsthema ihres Chefredakteurs Wolfgang Bergsdorf auf, der am 7. November 2011 seinen siebzigsten Geburtstag feierte. Unter der Schriftleitung der anderen Redaktionsmitglieder werden zu seinen Ehren die vielfältigen Facetten politischer und gesellschaftlicher Kommunikationsprozesse und ihrer sprachlichen Dynamik beleuchtet: politikwissenschaftliche, sprachwissenschaftliche, europa- und außenpolitische, journalistische, medienkritische, literarische, philologische, theologische, religionswissenschaftlich-historische und philosophische Perspektiven ergänzen einander. In dieser Ausgabe sind die Rubriken als Unterkapitel des umfassenden Schwerpunktes gefasst: „Politische Kommunikation“ und „Sprachkultur und Medien“ werden von „Sprachimpulse und Religionen“ und „Wirkmacht der Literatur“ gefolgt. Durch die Fokussierung der vielfältigen Ansätze auf die Sprache wird deutlich, dass eine hohe Aufmerksamkeit auf die Modalitäten sprachlicher Verständigung ein überaus hilfreicher Kompass für politisches Handeln ist.
Reden oder Schweigen?
Zum Verhältnis von Publizität und Diskretion im demokratischen Prozess
Politische Kommunikation steht in der Demokratie von jeher im Spannungsverhältnis von Publizität und Diskretion. In der postmodernen Informationsgesellschaft wird die Gratwanderung zwischen öffentlicher Transparenz und vertraulichen Verhandlungen zu einer besonderen Herausforderung. Ulrich Sarcinelli mehr...
Politische Kommunikation als Sprachstrategie
Zur demokratischen Bestimmung inhaltsbezogener Rhetorik und ihrer Krise
Im parlamentarischen System gibt es einen ständigen institutionellen Zwang zur Rede. Er enthält alle Chancen zur Aufklärung, aber ebenso eine heute besonders virulente Gefährdung zur Verschleierung und Manipulation. Die Krise der politischen Rhetorik rührt an das Fundament der Demokratie. Heinrich Oberreuter mehr...
"Caesar non est supra grammaticos"
Über den Gemeinspruch: Der Staat soll sich in die Sprache nicht einmischen
Woran es der Pflege der deutschen Sprache mangelt, ist nicht staatliches Geld, sondern die Wertschätzung vor allem der Führungsschichten. Die politischen Eliten könnten hier Vorbild sein, anstatt wie bei den Beitrittsverhandlungen zur EU unnötigen Selbstverzicht zu leisten. Helmut Berschin mehr...
Politischer Sprengstoff Sprache
Vom Mittel der Verständigung zum Kampfplatz
Sprache ist besonders in multi-ethnischen Gesellschaften stets eng verbunden mit der kulturellen Identität einer Volksgruppe. Die Politisierung von Sprachgebrauch trägt auch im geeinten Europa von heute noch ein hohes Konfliktpotenzial in sich. Marianne Kneuer mehr...
Sprichst Du Volkspartei?
Zur Rolle der Sprache für die Zukunft der Volksparteien
Die Unverbindlichkeit und Konfliktscheue der politischen Sprache entfremdet die Politik zunehmend von ihrem eigentlichen Adressaten, dem Bürger. In der Rückbesinnung auf eine transparente Kommunikation liegt daher besonders für die Volksparteien eine große Chance, ihre Rolle als politische Sammelbecken dauerhaft zu erhalten. Michael Borchard mehr...
Der Faktor Macht und der Idealismus
Was können Theorien zur Erklärung der Internationalen Politik leisten?
Politikwissenschaft und Außenpolitik in Deutschland haben sich auf die einseitige Lehre eines optimistischen Idealismus versteift. Dass die jahrelange Missachtung von historischen, persönlichen und geopolitischen Machtfaktoren jedoch der Komplexität von Internationalen Beziehungen nicht gerecht werden kann, zeigt nicht zuletzt das deutsche Scheitern in der Libyen-Krise. Christian Hacke mehr...
Die Welt muss dreimal untergehen
Journalismus in der digitalisierten Welt
Die beschleunigte Kommunikation und der unentwegte Nachrichtenfluss der digitalisierten Welt haben den Journalismus in einen existenziellen Konkurrenzkampf getrieben. Auch der Qualitätsjournalismus kann dem rastlosen Wettrennen um die Quote nur entgehen, wenn er sich auf seine Wurzeln besinnt. Stefan Kornelius mehr...
Mit Sendungsbewusstsein ins Unverbindliche surfen
Herrschaft und Sprache im Internet
Das Internet bietet seinen Nutzern die Möglichkeit freier Kommunikation über räumliche und zeitliche Grenzen hinweg. Der ungezwungene Umgang mit Sprache bringt dabei sehr ambivalente Effekte mit sich, die nicht nur positive Auswirkungen auf die Kommunikationskultur haben. Stephan Eisel mehr...
Islam heißt einträchtiges Nebeneinander
Zur geschichtlichen Herkunft eines aktuellen Slogans
Im Blick auf die muslimische Religion kann eine genaue philologische Analyse historischer Quellen politischer Radikalisierung entgegenwirken. Die Blütezeit des Islam lässt spätere Verengung als kulturelle Regression erscheinen. Johannes Thomas mehr...
"Und das Wort ist Fleisch geworden"
Die Inkarnation des Logos und die Politik
Eine distanziert-engagierte Hinwendung zur Politik liegt in der Konsequenz eines recht verstandenen christlichen Selbstverständnisses. Seine geistige Basis findet sich schon im Prolog des Johannesevangeliums. Andreas Püttmann mehr...
"Worte waren das nicht, sondern Taten"
Sprache und Mysterium in Patrick Roths "Riverside" - Wolfgang Bergsdorf zum 70. Geburtstag
Die Frage, worauf die Verständigung zwischen Menschen beruht und was sie bewirkt,reicht ins Mystische, das sprachlich kaum gefasst werden kann. Mit seiner Christusnovelle „Riverside“ hat Patrick Roth einen Antwortversuch unternommen. Rita Anna Tüpper-Fotiadis mehr...
In Gottes Namen?
Religion und Gewalt in der Literatur
Die im zehnten Jahr nach „9/11“ besonders präsente Verbindung von Religion und Gewalt hatte Heinrich von Kleist exemplarisch und in exzessiver Weise in seinem Werk vor Augen gestellt. Aber auch die Literatur der Gegenwart sucht diese paradoxe Verbindung zu entschlüsseln. Michael Braun mehr...
Wenn das Telephon nicht klingelt
Wolfgang Bergsdorf zum Geburtstag
„Dauernd ruft er an, er ruft immerzu an, sagte ich. Und genau eben das ist sie, die grosse Liebe, sagte Cordula.“ Eine Kurzgeschichte über ausgesprochene und unausgesprochene Gefühle. Gabriele Wohmann mehr...
Poesie von Tyrannen
- gelesen -
Albrecht Koschorke / Konstantin Kaminskij (Hrsg.): Despoten dichten. Sprachkunst und Gewalt Roman Luckscheiter mehr...
Veröffentlichungen
Wolfgang Bergsdorf - eine Auswahl seit 2002
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Aktuelles intern
Aktionen, Programme und Publikationen der Konrad-Adenauer-Stiftung
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Kontakt
Rita Anna Tüpper-Fotiadis

Rita Anna Tüpper-Fotiadis
Tel. +49 2241 246-2522
Fax +49 2241 246-2610
Rita.Tuepper-Fotiadis[at]kas . de
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