Identität und Erinnerung

Die Politische Meinung, (3/2000) 364

Der Herausgeber der Politischen Meinung, Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel, zieht in seinem Editorial Schlussfolgerungen aus der Diskussion über die Finanzierung der CDU und entwickelt eine Batterie von Fragen, denen sich die CDU noch in den nächsten Wochen stellen muss. Weiter widmet sich die Märzausgabe der Politischen Meinung dem Thema Identität und Erinnerung unter vielfältigen Aspekten: Die deutsch-jüdische Problematik und die Traumatisierung durch Auschwitz findet dabei besondere Beachtung neben den Auswirkungen der Deutschen Einheit vor allem auf die Christlich Demokratische Union im Osten. Eine Kontrastierung von Selbst- und Fremdwahrnehmung der Deutschen nach 50 Jahren Bundesrepublik sowie eine Analyse der Instrumentalisierung von Historie durch die Medien geben neue Impulse für einen abgeklärten Umgang mit der Vergangenheit. Die im Diskurs um deutsche Identität und Erinnerung virulenten ethischen Fragestellungen spiegeln sich auch in den außen- und europapolitischen Beiträgen: Wie stark unterliegen wertepolitische Ansprüche in der Außenpolitik internationalen Konstellationen und ihren machtpolitischen Implikationen? Wie entwickelte sich in der europäischen Union der Primat der Menschenrechte vor dem Diktat der Nichteinmischung? Welche Motive stehen hinter den hysterischen Reaktionen auf die Regierungsbildung in Österreich?

Editorial

Bernhard Vogel mehr...

Deutsch-jüdische Erinnerungen

Laudatio auf Peter Gay zur Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises
Der Lebensweg Peter Gays und seine sensible Überlieferung eröffnen eine neue Dimension gegenseitigen Verstehens. Die Vermittlung weniger spektakulär verlaufener Schicksale vermag Zeitgeschichte exemplarisch zu beschreiben. Karl Dietrich Bracher mehr...

Zehn Jahre nach der freien Volkskammerwahl

Zur Geschichte und Lage der CDU in den neuen Bundesländern
Seit dem 18. März 1990 wählen die ostdeutschen Bürger ihre Repräsentanten und ihre parteipolitische Heimat ohne Repressionen. Im Prozess der Selbstbestimmung hat die CDU dem zeitweiligen Trend zur Ausbildung einer eigenen ostdeutschen Identität widerstan Manfred Agethen mehr...

Geschichte als Instrument der Medien

Die öffentliche Thematisierung historischer Debatten folgt der Eigengesetzlichkeit eines Vermittlungssystems
Von den Massenmedien geht eine zunehmende Politisierung der Historie aus, indem sie Fachdebatten zu öffentlichen Diskussionen machen und dabei Sachfragen in moralische Fragen transformieren. Jürgen Wilke mehr...

Besser wird es nicht

Anmerkungen aus der Ferne zu 50 Jahren Bundesrepublik
Die Politische Meinung, (3/2000) 364, Konrad-Adenauer-Stiftung, Publikationen, März, Robert Hetkämper, Deutschlandbild, Ausland, 50 Jahre, Bundesrepublik Robert Hetkämper mehr...

Philosophischer Antijudaismus

Hegels Interpretation des Christentums als „absoluter Religion“ prägt noch heute die Haltung zu Auschwitz
In der Hegelschen Auffassung des Christentums als „absoluter Religion“ sind jüdische Verhaftungen am Individuellen scheinbar überholt. Diese prägende Negation der Sterblichkeit ist eine wesentliche Ursache für das Unvermögen um Auschwitz zu trauern. Hans Erler mehr...

Demokratischer Verfassungsstaat und Internationales System

Kosmopolitische Utopien entbinden nicht von den außenpolitischen Realitäten und Interessen
Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland wird wesentlich von internationalen Konstellationen determiniert. Wertepolitische Ansprüche wie die Verteidigung der Menschenrechte stehen unweigerlich unter den Gesetzen machtpolitischer Logik. Werner Link mehr...

Die Menschenrechte in der Europäischen Union

Humanitäre Ziele stehen über dem Diktat der Nichteinmischung
Die Wahrung von humanitären, demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien hat in der Innen- und Außenpolitik der Europäer den berechtigten Vorrang vor dem Diktat der Nichteinmischung errungen. Marlene Lenz mehr...

Appell aus Österreich

Eine europäische Kampagne diskreditiert die Demokratie und die Opfer der NS-Diktatur
Zu Recht erwarten die Österreicher, dass ihre demokratisch gewählte Regierung vom Europarat respektiert wird. Die durch die Regierungsbeteiligung der FPÖ ausgelöste Hysterie verrät parteipolitische Motive. Alois Mock mehr...

Glücksfall oder Störfall Kind?

Leise Revolutionen in modernen Familien – eine Zustandsbeschreibung
Die Geburt eines Kindes ist häufig Auslöser für eine folgenreiche Neuverteilung von beruflichen und familiären Rollen zwischen zuvor gleichberechtigten Ehepartnern. Sabine Fritzen-Herkenhoff mehr...

Wie altmodisch, Herr Biller

Porträt eines konservativen Schriftstellers
Porträt des Schriftstellers Maxim Biller Hannes Stein mehr...

Deutsche Zustände

Über Erinnerungen und Tatsachen, Heimat und Literatur
angemerkt Günter de Bruyn mehr...

Fragen an das wiedervereinte Land

angemerkt
Christine Lieberknecht mehr...

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