Veranstaltungsberichte

Auslandsinvestitionen in chinesischen Kapitalmärkten

von Tim Wenniges

Konzepte zur Entwicklung und Durchsetzung aus vergleichender Perspektive

In Kooperation mit der juristischen Fakultät der Tongji Universität und der Bucerius Law School, organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung Shanghai eine internationale Konferenz zum Thema Auslandsinvestitionen in chinesischen Kapitalmärkten. Reformerfahrungen und Diskussionen in einem Deutsch-Chinesischen Kontext ermöglichten einen erfolgreichen Diskurs zwischen führenden Experten.

Der chinesische Markt befindet sich gegenwärtig in einem Transformationsprozess. Die rapide wachsende Wirtschaft, die kontinuierliche Entwicklung der Industrie, sowie das Entstehen neuer Märkte hatten zur Folge, dass ausländische Investoren vermehrt den Anspruch auf direkten Zugang zu den Märkten beanspruchten. Auslandsinvestitionen in China waren aufgrund enger Kontrollen stets stark eingeschränkt. In den letzten Jahren wurde die kontinuierliche Entwicklung der chinesischen Wirtschaft durch eine sukzessive Öffnung der Chinesischen Kapitalmärkte begleitet.

Die erste Diskussionsrunde der Konferenz befasste sich mit Durchsetzungskonzepten von Finanzaufsichtsbehörden und den unterschiedlichen gemachten Erfahrungen aus China und Deutschland. In Deutschland integriert die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Aufsicht und Regulation für das Kreditwesen (Bankenaufsicht), das Versicherungswesen und den Wertpapierhandel, um zur Stabilität des Finanzmarktes beizutragen. In China befinden sich die rechtlichen Rahmenbedingungen in einem fortlaufenden Prozess des Anpassens an die rapide Entwicklung des chinesischen Marktes.

Die chronologische Entwicklung des chinesischen Kapitalmarktes und die Relevanz ausländischer Investitionen wurden in der zweiten Session behandelt. In den letzten Jahren öffnete sich der chinesische Kapital- und Aktienmarkt graduell, was sowohl eine erhöhte Menge ausländischer Investitionen, als auch steigende chinesische off-shore Investitionen zur Folge hatte.

Nach der vorangegangenen Einführung in die Durchsetzungskonzepte und Regularien öffentlicher Aufsichtsbehörden, stellte die dritte Runde private Konzepte der Durchsetzung, sowie andere Prozessalternativen vor. Diese Session fokussierte sich hauptsächlich auf den Vergleich des chinesischen und des deutschen Models.

Die vierte Session der Konferenz untersuchte die Haftungsfähigkeit der Unternehmensführung und stellte die Interaktion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat von einer komparativen juristischen Perspektive dar.

Die Konferenz zu Auslandsinvestitionen im chinesischen Kapitalmarkt ermöglichte so einen Überblick über laufende und zukünftige Entwicklungen. Vor allem die vergleichenden Perspektiven von führenden chinesischen und deutschen Experten stellten bestehende Herausforderungen in den Mittelpunkt und wiesen mögliche Lösungsoptionen auf.

Ansprechpartner

Tim Wenniges