Veranstaltungsberichte

Chinas Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung

von David Merkle

Trainingsworkshop für junge Journalisten

Gemeinsam mit dem Magazin ECO-NOMY veranstaltete die KAS Shanghai ein Trainingsprogramm für junge chinesische Umweltjournalisten. Begleitet wurde der dreitägige Workshop von erfahrenen chinesischen und deutschen Journalisten und einem Pressefotografen.

Im Jahr 2013 hatte die KAS Shanghai erstmals junge chinesischen und deutsche Journalisten zu einem Trainingsprogramm zum Thema "Nachhaltiges China" eingeladen. Dabei wurde die Mittlerrolle von Medien und Journalisten für neue Themen deutlich, um ein stärkeres Bewusstsein für verantwortliches Handeln gegenüber der Umwelt zu verankern.

Gemeinsam mit dem ersten unabhängigen chinesischen Umweltmagazin ECO-NOMY entstand daraus die Idee, einen Workshop für junge Umweltjournalisten aus ganz China anzubieten. In diesem geht es um "nachhaltige Energieversorgung". Damit soll in die aktuelle umweltpolitische Diskussion eingeführt werden. Gleichzeitig sollen grundlegende journalistische Fähigkeiten gestärkt werden.

Zum Auftakt der Veranstaltung betonte Dr. YANG Baiguo, Leiter des Bereichs Industrienachrichten in der Nachrichtenagentur China Business News, die Einflussmöglichkeiten der Meiden auf das Energiekonsumverhalten von Bürgern. Jan Siefke, deutscher Pressefotograf stellte den Teilnehmern Beispiele aus seinen Arbeiten vor, und zeigte dabei, wie über visuelle Kommunikation (Bild, Video) der Inhalt von Textnachrichten effektiver vermittelt werden kann.

Wie kann es also besser gelingen, Leser von Printmedien für das Thema Nachhaltigkeit zu gewinnen und deren Bewusstsein für nachhaltiges Handeln zu schärfen?

Prof. Yu Yuefeng, Ingenieur an der Shanghaier Jiaotong Universität führte in jüngsten technologischen Entwicklungen moderner und effizienter Energieversorgung ein. Er verwies auf die Herausforderungen, die in China einem höheren Anteil von regenerative Energien entgegenstehen. Frau Dr. Liu Xiying, Expertin für Energiewirtschaft von der Xiamen Universität, wies auf die politisch-systemischen Rahmenbedingungen der Energieversorgung Chinas in Zuge der gewaltigen Urbanisierungsprozesse. Dabei zeigte sie die Handlungsmöglichkeiten und Überlegungen auf, die für chinesische Entscheidungsträger auf dem Weg zu einem emissionsärmeres Energieversorgungssystem bestehen.

Diese Fachvorträge und intensive Gruppendiskussionen legten die Grundlage für die Konzeption der eigentlichen Reportagen:

  • Die Versorgung neuer Infrastrukturprojekte mit sogenannten "intelligenten Energiesystemen"
  • Die Automobilmarke TESLA und der Markt für Elektroautos in China
  • die Entstehung von "Smart Cities", die Standards für emissionsarme Energieversorgungssysteme aufzeigen sollen
  • Moderne kohlenstoff-neutrale Kohlekraftwerke
Im Laufe des Workshops besuchten die Teilnehmer themenrelevante Projekte und führten Interviews mit Experten und Betroffenen. Die Textentwürfe wurden den Trainern und anderen Teilnehmern vorgestellt, und Problemstellungen und Verbesserungsvorschläge erörtert. Dem Trainerteam gehörte auch der Shanghai-Korrespondent der WIRTSCHAFTSWOCHE, Philipp Mattheis , an. Dieser konnte den Teilnehmern anhand seiner eigenen Erfahrung als Journalist in China und Deutschland wichtige Grundlagen modernen Journalismus vermitteln.

Ansprechpartner

Tim Wenniges