Veranstaltungsberichte

EU-China Cooperation on Climate Change

Webinar

Am 16. Oktober 2020 führte das Pekinger Büro in Zusammenarbeit mit dem China Center for International Economic Exchanges (CCIEE) ein Webinar zum Thema „EU-China Cooperation on Climate Change“ durch. Experten zu den Themen Klimawandel, Energie und Finanzen aus der EU und China diskutierten die aktuellen Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels und das Potenzial für eine engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Seiten.

Wei Jianguo, Vice Chairman von CCIEE, stellte in seiner Begrüßungsrede die globale Bedeutung und das Potential der Zusammenarbeit zwischen der EU und China bei der Bekämpfung des Klimawandels dar, und legte mehrere Initiativen für eine bessere Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten vor, wie z.B. die Stärkung der Zusammenarbeit in Drittmärkten wie Afrika. Er forderte jedoch auch, dass negative Auswirkungen von Klimaschutzmaßnahmen auf den zwischenseitigen Handel vermieden werden sollen. Denis Schrey, Leiter des Multinationalen Entwicklungspolitischen Dialogs der KAS Brüssel, erläuterte in seinem Grußwort die EU-Klimaziele für 2030 und 2050. Die Klimapolitik der EU sei eine integrative Politik und sollte an die Bedürfnisse und Interessen der globalen Partner der EU angepasst werden. Gleichzeitig sollte die Klimapolitik der EU handlungsorientierter sein. Er nannte „carbon-pricing“ und „green finance“ als zwei wichtige Themen im Bereich der Klimaschutzpolitik und meinte, dass trotz des Drucks der aufgrund verschiedener Problemfelder auf den EU-China-Beziehungen laste, es noch viel Raum für die Entwicklung der Zusammenarbeit im Bereich des Klimawandels gebe.

Im ersten Panel des Webinars gingen die Referenten aus der EU und China auf die entsprechenden Strategien und Aussichten der Klima-/Kohlenstoffneutralität der EU und Chinas bis 2050 bzw. 2060 ein. Das Panel wurde von Christoph Nedopil Wang, Gründungsdirektor des Green Belt and Road Initiative Center und Senior Research Fellow des Internationalen Instituts für grüne Finanzen an der Zentraluniversität für Finanzen und Wirtschaft Peking, moderiert. Er gab einen kurzen Überblick über die jeweiligen Pläne der EU und Chinas zur Bekämpfung des Klimawandels und betonte die Bedeutung einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen der EU und China. Anschließend betonte Philip Owen, Abteilungsleiter der Klimafinanzierung bei der Generaldirektion für Klimaaktion (DG CLIMA) der Europäischen Kommission, die Bedeutung aber auch Herausforderungen der Umsetzung von Plänen in die Aktion.

Li Junfeng, Direktor des Akademischen Ausschusses des Energieforschungsinstituts der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), wies auf die Bedeutung der energiewirtschaftlichen Forschung hin, um Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels voranzubringen. Er stellte fest, dass China großen Herausforderungen gegenüberstünde, das selbstgesteckte Ziel zu erreichen, bis 2030 den Höchstwert an Kohlenstoffemissionen und bis 2050 die Kohlenstoffneutralität erlangt zu haben. Zudem drückte er seine Hoffnung aus, die Zusammenarbeit mit der EU zu vertiefen und aus ihren wertvollen Erfahrungen im Bereich des Klimaschutzes zu lernen.

Georg Zachmann, Senior Fellow für Energie- und Klimapolitik bei Bruegel, und Kang Yanbing, Direktor des Energy Sustainablity Centers und Energieforschungsinstituts bei NDRC, beschrieben jeweils mögliche Kooperationsfelder für die Zusammenarbeit zwischen der EU und China bei der Bekämpfung des Klimawandels. So nannten sie z.B. „Null-Kohlenstoffemissionen-Demonstrationszonen“ eine EU-China-Energie-Kooperationsplattform sowie Dekarbonisierungs-Technologien.  

Während des zweiten Panels erörterten die Experten aus der EU und China das Potenzial für eine Zusammenarbeit zwischen der EU und China in der Klimapolitik in Bezug auf grüne Finanzen/Klimafinanzierung und Kohlenstoffpreisgestaltung. Vicky Pollard, stellvertretende Abteilungsleiterin für Internationale Kohlenstoffmärkte der DG CLIMA der Europäischen Kommission, führte das Emissions Trading System (ETS) der EU an. Sie erwähnte, dass die EU und China gemeinsam für ein für China funktionierendes ETS arbeiten, was zu mehr Kooperationsmöglichkeiten führen würde. Dr. Christian Hübner, Leiter des Regionalprogramms Energiesicherheit und Klimawandel Asien-Pazifik (RECAP) der Konrad-Adenauer-Stiftung, sagte, dass nun die entscheidende Zeit für die EU und China gekommen sei, im Kampf gegen den Klimawandel zusammenzuarbeiten und nannte mehrere Schlüsselthemen für die Zusammenarbeit wie die Integration von Drittländern, die EU-Politik zur Anpassung der Kohlenstoffgrenzen, die Energiewende und Digitalisierung.

Li Liping, Abteilungsleiterin des Instituts für Internationale Umweltpolitik des Zentrums für Politikforschung für Umwelt und Wirtschaft des chinesischen Ministeriums für Ökologie und Umwelt, und Yin Hong, stellvertretende Generalsekretärin des Grünen Finanzausschusses der Chinesischen Gesellschaft für Finanzen und Bankwesen, sahen z.B. die Schaffung von Städten mit Null-Kohlenstoff-Emissionen, die Entwicklung grüner Finanzierungen und die Stärkung der technischen Zusammenarbeit bei der Reduzierung von Kohlenstoffemissionen als hervorragende Kooperationsfelder zwischen der EU und China.

In den anschließenden Diskussionen zeigten sich beide Seiten einig, dass der Klimawandel nur gemeinsam bekämpft werden könne und ein stetiger Austausch zwischen der EU und China als zwei der wichtigsten Akteure bei diesem Vorhaben von enormer Bedeutung sei. In diesem Sinne bot das Webinar eine gute Gelegenheit für die Diskussion miteinander und eine Plattform, um die Sichtweisen und Interessen der anderen Seite besser zu verstehen.   

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Michael Winzer

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