Veranstaltungsberichte

In den Sand gesetzt? Deutsche Hilfsprojekte in Afghanistan

von Christine Leuchtenmüller

Eine Bilanz des Darmstädter Gesprächs 2. Februar 2012

„Die Afghanen wollen nichts geschenkt bekommen. Den Wiederaufbau möchten sie selber stemmen“. Im Darmstädter Gespräch der Konrad-Adenauer-Stiftung berichtete Ulrich Schimmelpfennig über deutsche Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan.

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Ulrich Schimmelpfennig (Foto: Christine Leuchtenmüller)

Seit über 30 Jahren prägen kriegerische Konflikte und ethnische Spannungen die Situation in Afghanistan. Die Lebensgrundlagen der Bevölkerung sind weitgehend zerstört. Afghanistan zählt heute zu einem der ärmsten Länder der Welt.

Von Mai bis Juni 2010 begleitete der Journalist Ulrich Schimmelpfennig in der Provinz Badakhshan im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums Hilfsprojekte, die durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gefördert werden. In der Entwicklungshilfe, so Schimmelpfennig, habe ein Umdenken eingesetzt. Dem Zusammenspiel von Sicherheits- und Entwicklungspolitik werde ein größerer Stellenwert beigemessen. Entwicklungshilfe frage heute nach den Bedürfnissen der Menschen und die einzelnen Projekte würden in enger Abstimmung mit den einheimischen Bevölkerung durchgeführt.

Gemeinden könnten Anträge auf Projekte stellen, die mit Unterstützung der GIZ eingenverantwortlich realisiert würden. So würden Brunnen, Wasserkanäle oder Brücken gebaut. Die Lebensbedingungen der Bevölkerung werde dadurch schnell und effektiv verbessert. Solche stabilisierenden Maßnahmen gingen in langfristige Vorhaben über – eine Hilfe, die sich am Ende selbst tragen werde.

Die Entwicklungshilfeprojekte geben in diesem kriegszerrütteten Land Anlass zur Hoffnung. „Die Afghanen sehnen sich nach nichts mehr als nach Frieden“. Es müsse gelingen, so Schimmelpfennig, das Land nach und nach wieder sicherer zu machen. Denn von der Stabilität Afghanistans hänge die Stabilität einer ganzen Region ab.