Symposium

Ein neuer Sozialvertrag. Marokko und die Türkei im Vergleich

In Zusammenarbeit mit dem « Conseil Economique, Social et Environnemental » hat die Konrad-Adenauer-Stiftung am 09 Februar 2015 ein Symposium zum Thema: « Ein neuer Sozialvertrag. Marokko und die Türkei im Vergleich » veranstaltet.

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In Zusammenarbeit mit dem « Conseil Economique, Social et Environnemental » hat die Konrad-Adenauer-Stiftung am 09 Februar 2015 ein Symposium veranstaltet zum Thema: « Ein neuer Sozialvertrag für Marokko. Welche Empfehlungen kann die Türkei beitragen ». Hierzu waren Prof. Hüseyin Bagci und Dr. Colin Dürkop aus Ankara angereist.

Als Einstieg zum Thema erläuterte Dr. Colin Dürkop den Prozess der Annäherung der Türkei an die EU, vom ersten Antrag auf Mitgliedschaft bis zur heutigen Anwartschaft. Dieses Thema stößt in Marokko immer wieder auf ganz besonders Interesse und bedarf gerade deshalb einer sorgfältigen Differenzierung. Auch die ökonomische Stärke der Türkei und ihre NATO-Mitgliedschaft spielen für ihr Verhältnis zur EU eine große Rolle.

Zudem bot es Prof. Hüseyin Bagci einen ausgezeichneten Einstieg für die Darstellung der Zusammenhänge zwischen dem, was sich in der Türkei als "Contrat social" herausgebildet hat und der außenpolitischen Stellung des Landes. Für die Türkei hatte in den vergangenen Jahrzehnten sowohl ihre außenwirtschaftspolitische Stärke als auch ihre sicherheitspolitische Bedeutung einen erheblichen Einfluss auf den Zusammenhalt der Gesellschaft. Auf der einen Seite zählt die Türkei heute zu den 20 größten Nationalwirtschaften der Welt; auf der anderen Seite kommt dem Land in allen Fragen der Sicherheit und der territorialen Integration im Nahen Osten eine Schlüsselfunktion zu.

Was den "Contrat Social" im engeren Sinne betrifft, sieht Bagci eine kohärente Grundtendenz in Richtung Demokratisierung. Es gebe einen parteiübergreifenden Konsens für stabile Institutionen, Wachstum und einen nationalen Zusammenhalt. Dieser spiegelt sich vor allem in der intensiven öffentlichen Diskussion aller politischen Themen wider, in der engen Verknüpfung von Marktwirtschaft und Demokratie sowie darin, dass die Stabilisierung der Grund- und Freiheitsrechte aus der Mitte der Gesellschaft heraus erwachsen sei.

Hieran knüpften von marokkanischer Seite mehrere Teilnehmer an, denen es vor allem um Arbeitnehmerrechte und soziale Absicherung ging. Sie betonten, dass die Demokratisierung und Modernisierung in Marokko mehr von oben gesteuert als von der Gesellschaft erkämpft worden sei. Deshalb halte sich das soziale Engagement und das Ringen um soziale Absicherung noch in zu engen Grenzen. Ein Teilnehmer erinnerte an das Diktum des türkischen Ministerpräsidenten Gül, der einmal darauf hinwies, dass Demokratie mehr bedeuten müsse als nur zur Wahl zu gehen.

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Veranstaltungsort

Conseil Economique, Social et Environnemental (CESE)
Rabat
Marokko
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  • Hüseyin Bağcı
    • University of Ankara / Colin Dürkop
    • Konrad-Adenauer-Stiftung Ankara
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V.l.n.r.: Colin Dürkop, Konrad-Adenauer-Stiftung Ankara, Helmut Reifeld, Leiter des KAS-Auslandsbüros Marokko,  Nizar Barak, Präsident des Conseil Economique Social et Environnemental, Hüseyin Bağcı, Universität Ankara Selbstgemachte Bilder
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