Veranstaltungsberichte

#AfricaBlogging-Panel auf der re:publica 2015 in Berlin

Das KAS Medienprogramm Subsahara Afrika lud Bloggerinnen aus Kania und Uganda zur re:publica nach Berlin. Auf dem #AfricaBlogging-Panel diskutierten sie den Stand politischen Bloggings in Afrika und kündigten die Plattform #AfricaBlogging an.
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„Niemand kann für uns sprechen, außer uns selbst. Niemand wird für uns kämpfen, außer uns selbst.“, so beschreibt die kenianische Bloggerin Brenda Wambui die Motivation politischer Blogger in Afrika. Dem Drang folgend, ihre Meinung zu sagen und den Menschen eine Stimme zu verleihen, denen sonst kaum Aufmerksamkeit geschenkt wird, rief sie vor einigen Jahren das sozialpolitische Blog Brainstorm ins Leben. Letzte Woche diskutierte sie zusammen mit ihren Bloggerkolleginnen Njeri Wangari aus Kenia und Ruth Aine Tindyebwa aus Uganda sowie Christian Echle vom KAS Medienprogramm den Stand politischen Bloggings in Subsahara Afrika auf der Blogger-Konferenz re:publica. Das Panel diente außerdem der Ankündigung des #AfricaBlogging-Netzwerks, das innerhalb der nächsten zwei Monate in Betrieb genommen wird. Es soll politischen Bloggern eine Plattform zum Austausch und zur Fortbildung bieten und ihnen zugleich ermöglichen, ihre Blogs einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Unterstützung politischer Blogger ist ein zentrales Anliegen des KAS Medienprogramms Subsahara Afrika. „Das liegt daran, dass die Massenmedien in Afrika recht schwach sind.“, erklärte Christian Echle. Massenmedien, auf der einen Seite, stehen der Regierung meist sehr nahe, sind Staatseigentum oder werden von regierenden Politikern finanziert. Kleinere unabhängige Medienhäuser sind hingegen in der Regel unterfinanziert, unterbesetzt und schlecht ausgebildet. „Es mangelt daher an Meinungsvielfalt und professionell aufbereiteten Informationen.“ Echle zufolge könnten politische Blogger diese Lücke füllen.

Das Arbeitsumfeld politischer Blogger ist jedoch von Unsicherheit und Widerständen geprägt. Kritische Reporter werden nicht selten von der Regierung bedroht und verfolgt, teilweise sogar eingesperrt, berichtete Njeri Wangari. Eine weitere große Herausforderung ist laut Brenda Wambui die unsichere Rechtslage. Es sei nicht klar, inwieweit Blogger als Journalisten gelten und Medienrecht auf Blogs und Onlineveröffentlichungen anwendbar ist. Ausstattung und finanzielle Mittel sind schwer zu bekommen. Zudem variiert das Verständnis von verantwortungsvollem, ethischem Bloggen stark, was dem Ruf und der Glaubwürdigkeit vieler politischer Blogs schadet. Das zeigt, wie dringend notwendig Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten sind.

Die Blogger waren sich einig, dass Handys eine wichtige Rolle für Blogger in Afrika spielen. „Die Zukunft ist mobil.“ In Subsahara Afrika wird 40% des Datenverkehrs von Handys aus abgehandelt, deutlich mehr als der globale Durchschnitt von nur 30%. „Was auch immer Blogger machen, es muss vom Handy aus darauf zugegriffen werden können.“

Plattformen wie #AfricaBlogging haben daher großes Potenzial, hob Ruth Aine Tindyebwa hervor. Sie befördern Austausch und Kooperation und vermitteln qualitativ hochwertigen Blogs eine größere Leserschaft.

Sehen Sie hier den Videomitschnitt der Panel-Diskussion:

Weiterführende Links:

Brainstorm

Kenya Monitor

Blogger Association of Kenya

Future Challenges

Aine Ruth' Blog

Foresight for development

YouthHubAfrica

Kontakt

Christoph Plate

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Leiter des Medienprogramms Subsahara-Afrika

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