Veranstaltungsberichte

"Wichtig für die Opposition" - Digitale Früchte in Angola

von Markus Brauckmann

Web TV-Workshop vor Ort in Luanda

Die Überraschung bei den Teilnehmern in Angola war perfekt. Seit einer Stunde hörten sie aufmerksam den Ausführungen zum Thema „Web-TV“ zu, als aus der Theorie in Luanda plötzlich Praxis wurde: Mit einem Kameramann an seiner Seite interviewte Referent Markus Brauckmann, Leiter von KAS Medien Afrika, spontan einige der versammelten Politischen Kommunikatoren – direkt und ungekünstelt. Die Maßnahme sollte als alltagstaugliche Demonstration vor Ort dienen, wie einfach und effizient Internetfernsehen in der Realität operieren kann.

Seit einiger Zeit arbeitet das Regionale Medienprogramm Subsahara-Afrika der Konrad-Adenauer-Stiftung verstärkt auf dem Feld der digitalen Politischen Kommunikation. In diesem Kontext wurde gleichsam die Einrichtung der „KAS E-lection Bridge Africa“ auf den Weg gebracht. Diese regionale Konferenz afrikanischer und deutscher Wahlkampfexperten fand erstmals Ende April/Anfang Mai 2011 in Accra statt – u.a. mit Beteiligung Angolas. Im Nachgang zur erfolgreichen Veranstaltung in Ghana bat der angolanische Teilnehmer der E-lection Bridge, Rafael Massanga, die Konrad-Adenauer-Stiftung um eine Fortsetzung der Aktivitäten im Bereich „Web 2.0“. Das Länderprogramm Namibia/Angola und KAS Medien Afrika schnürten daraufhin ein Maßnahmenbündel für die Woche vom 11.-15. Juli in Angola – inklusive des hier beschriebenen Workshops „Web TV für politische Parteien“ am 12. Juli in Luanda. „Damit zeigt sich erneut, dass die KAS E-lection Bridge Africa unseren Partnern auf dem Kontintent wichtige Anstöße für die neue Politische Kommunikation gegeben hat“, sagt Markus Brauckmann.

Brauckmann, der im Superwahljahr 2009 das Internetfernsehen der Bundes-CDU leitete, erläuterte den Workshop-Teilnehmern die Philosophie, Strategie und Umsetzung dieses innovativen Kommunikationsinstruments. Zwei Überlegungen standen dabei im Mittelpunkt: Einerseits die Erkenntnis, dass die traditionelle Werkzeuge (Plakat, Auftritt auf dem Marktplatz etc.) weiterhin benötigt werden und das Web 2.0 lediglich eine Ergänzung darstellt; andererseits die neuen Möglichkeiten, mit dem Internet-TV die Basis verstärkt in Entscheidungs- und Partizipationsprozesse einzubinden. Praktische Beispiele dazu fanden sich in den vielen Videofilmen, die der Referent als Anschauungsmaterial mit nach Luanda gebracht hatte.

Abgerundet wurde das Web TV-Seminar durch die praktische Umsetzung vor Ort. Gemeinsam mit lokalen Medienschaffenden kreierte KAS Medien Afrika kontinuierlich Bewegtbildmaterial vom Workshop sowie von weiteren Maßnahmen der Stiftung in Angola, die später zu einem Video verdichtet wurden. Besonders zu erwähnen in diesem Zusammenhang ist der Besuch der Bundeskanzlerin: Das Länderprogramm Namibia/Angola hatte extra dafür eine hochkarätig besetzte Runde mit Vertretern der Zivilgesellschaft organisiert. Eine Stunde lang tauschte sich Angela Merkel mit den ausgewählten Teilnehmern zu politischen Themen aus. (Die englischsprachige Fassung des erwähnten „KAS in Angola“-Videos ist zu finden unter: www.kas.de/mediaafrica bzw. auf Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=UhYtUmueOcc; die lusophone Fassung folgt später.)

Instrumente wie das Web TV seien wichtig für die politische Opposition, befand Alcides Sakala von der Unita abschließend, schließlich habe man kaum oder keine Zugang zu den nationalen Mainstream-Medien. Die Zusammenarbeit zeige erste digitale Früchte: Nach dem Besuch der E-lection Bridge Africa sei die Unita die erste politische Partei in Angola mit einer Facebook-Präsenz gewesen. Laut Holger Haibach, dem neuen Country Representative der Stiftung für Angola, wird die erfolgreiche Kooperation fortgesetzt.

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Rafael Massanga und Markus Brauckmann KAS Media Africa