Veranstaltungsberichte

Erste KAS Media Africa Stipendiaten erhalten Abschlüsse

Die Great Hall der Wits Universität war in dieser Woche ein prunkvoller Ort, als Absolventen der Fakultät für Geisteswissenschaften ihre akademischen Roben anlegten und stolz die Bühne betraten, um vom Vizekanzler der Universität offiziell zu ihrem Abschluss beglückwünscht zu werden.

Unter den B.A.-Absolventen war auch der ugandische Journalist Raymond Mpubani, einer von drei Stipendiaten des Medienprogramms Subsahara-Afrika. Er besuchte im vergangenen Jahr ein Postgraduierten-Programm der Journalismus-Fakultät der Universität.

Bevor er mit dem Studium an der Wits begann, war Raymond der jüngste Online-Redakteur der Monitor Group, dem zweitgrößten Verlagshaus in Uganda. Sein akademischer Fleiß wurde mit einem zweiten Stipendium belohnt, das ihm nun ein anschließendes Masterstudium ermöglicht.

Der Vizekanzler der Wits Universität, Professor Adam Habib beglückwünschte die Absolventen, die nach seinen Worten nun zu einem elitären Kreis von Alumni einer international für ihre intellektuellen Führungsqualitäten bekannten Universität zählen würden. Er betonte, dass die Wits Universität mehr Geschäftsführer hervorgebracht habe, als jede andere Universität in Afrika. Auch erfolgreiche Politiker, inspirierende Aktivisten und angesehen Intellektuelle würden zu den Alumni zählen.

Während der Zeremonie wurde die Ehrendoktorwürde an den Journalisten, Herausgeber und Aktivisten für Meinungsfreiheit, Raymond Louw, verliehen - in Anerkennung seiner 70-jährigen Tätigkeit. Louw war Herausgeber der Rand Daily Mail während des Soweto-Aufstands 1976, als die Zeitung sich mit investigativen Recherche über das Apartheid-Regime einen Namen machte. Sein Aktivismus gegen Zensur während und nach der Apartheid ist allgemein bekannt: Er gründete und leitete die Campaign for Open Media von 1985 bis 1994, spielte einen entscheidenden Part beim Privatisierungsprozess des öffentlichen Rundfunks und war Gründungsmitglied des südafrikanischen National Editors Forum, dessen Media Freedom Committee er heute noch vorsitzt.

In seiner Rede warnte Louw vor Selbstgefälligkeit angesichts anhaltender Bedrohungen der in der Verfassung zugesicherten Freiheiten in Südafrika. Obwohl Louw schon mehr als 80 Jahre alt ist, versprüht er immer noch Aktivismus, wenn es um die Verteidigung der Pressefreiheit geht. Deshalb ist er als herausragender Verfechter der Meinungsfreiheit – und nun auch als Ehrendoktor - in Südafrika und der Welt bekannt.

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