Im Kontext des Moldova Security Forum 2026 stellte Konrad-Adenauer-Stiftung Republik Moldau eine Studie zu öffentlichen Wahrnehmungen von Sicherheit und Verteidigung vor.
Am 7. Oktober 2026 präsentierte das Auslandsbüro Republik Moldau der Konrad-Adenauer-Stiftung die Ergebnisse der soziologischen Studie „Öffentliche Wahrnehmungen der Sicherheit in der Republik Moldau“, die von CBS AXA durchgeführt wurde. Die Veranstaltung fand im Kontext des Moldova Security Forum 2026 statt und brachte Expertinnen und Experten aus der empirischen Sozialforschung, dem Sicherheitsbereich und der internationalen Zusammenarbeit zusammen.
Mit der Initiierung dieser Studie möchte die Konrad-Adenauer-Stiftung zu einem besseren Verständnis der Sorgen und Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger im Bereich Sicherheit beitragen. Die Ergebnisse bieten eine Grundlage für einen informierten öffentlichen Dialog, eine wirksamere strategische Kommunikation und politische Maßnahmen zur Stärkung der demokratischen Resilienz der Republik Moldau.
An der Präsentation nahmen Vasile Cantarji, stellvertretender Direktor von CBS AXA, Sanda Sandu, Sicherheitsexpertin und Projektmanagerin der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Republik Moldau, Marina Stănescu, politische Referentin im NATO-Verbindungsbüro in der Republik Moldau, sowie Arcadie Barbăroșie, Exekutivdirektor des Instituts für öffentliche Politik, teil.
Die Expertinnen und Experten erörterten die wichtigsten Sorgen, Einstellungen und Erwartungen der Bevölkerung im aktuellen regionalen Sicherheitskontext.
Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern bleibt für die Bevölkerung relevant: Sechs von zehn Befragten sind der Ansicht, dass die Republik Moldau weiterhin externe Unterstützung zur Stärkung ihrer Sicherheit und Verteidigung benötigt. Fast zwei Drittel der Befragten betrachten die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union und Rumänien als wichtig für die Entwicklung des Landes.
Laut den Ergebnissen der Umfrage sind mehr als 80 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die Republik Moldau nicht ausreichend auf einen externen Angriff vorbereitet ist.
„Die Haltung der Menschen in der Republik Moldau lässt sich durch die Folgen des Krieges an der Grenze und durch die neuen Mittel militärischer Auseinandersetzungen erklären. Dies erfordert auch in unserem Land Anpassungen und eine Stärkung des Sicherheits- und Verteidigungssektors“, erklärte Sanda Sandu.
Gleichzeitig wurden Korruption, Armut und der Krieg in der Ukraine am häufigsten als Risiken für die Sicherheit des Landes genannt. Dies zeigt ein Verständnis von Sicherheit, das über die ausschließlich militärische Dimension hinausgeht.
„Die Sicherheit der Republik Moldau beginnt nicht mit Waffen und auch nicht mit der Wahl eines Bündnisses. Sie beginnt mit dem Vertrauen der Menschen, ihrem Zugang zu verlässlichen Informationen und dem Gefühl, Risiken nicht allein ausgesetzt zu sein. Die Studie zeigt, dass ein Drittel der Bevölkerung erheblichen sozioökonomischen und informationsbezogenen Vulnerabilitäten ausgesetzt ist. Gerade dort finden Unentschlossenheit und falsche Narrative besonders leicht fruchtbaren Boden. Deshalb sollten die Ergebnisse nicht als Punktestand für oder gegen eine geopolitische Option gelesen werden. Sie zeigen, in welchen Bereichen der Staat ehrlicher und näher an den Menschen kommunizieren und die Resilienz der Gesellschaft vor einer Krise stärken muss – nicht erst während einer Krise“, erklärte Vasile Cantarji.
Die Daten zeigen außerdem, dass eine zugänglichere öffentliche Kommunikation über Krisen- und Notfallsituationen notwendig ist. Mehr als die Hälfte der Befragten, 56,5 Prozent, gibt an, nur in geringem Maße oder gar nicht darüber informiert zu sein, welche Maßnahmen sie in solchen Situationen ergreifen sollen. Zugleich berichten sechs von zehn Menschen, mindestens wöchentlich mit Desinformation konfrontiert zu sein; soziale Netzwerke werden als der am stärksten von Manipulation und insbesondere von externer Einflussnahme betroffene Raum wahrgenommen.
„Wir wollten erfahren, welche Ansichten die Bürgerinnen und Bürger zu Sicherheit und Verteidigung haben – Schlüsselbereiche für die Republik Moldau, insbesondere im aktuellen regionalen Kontext. Das Verständnis öffentlicher Wahrnehmungen ist wichtig, damit Entscheidungen und öffentliche Kommunikation den tatsächlichen Sorgen der Menschen entsprechen“, erklärte Arcadie Barbăroșie.
Die Diskussionen unterstrichen die Notwendigkeit eines umfassenden Sicherheitsansatzes, der neben der militärischen Dimension auch gute Regierungsführung, Korruptionsbekämpfung, wirtschaftliche und energetische Resilienz, Medienkompetenz sowie eine auf überprüfbaren Informationen beruhende öffentliche Kommunikation umfasst.
Die Umfrage wurde vom 25. August bis zum 9. September 2026 auf Grundlage einer stratifizierten, probabilistischen und landesweit repräsentativen Stichprobe von 2.009 Befragten ab 18 Jahren durchgeführt. Die Fehlermarge beträgt ±2,2 %.