Veranstaltungsberichte

Anwälte in Palästina: Beruf und Berufung

Der Beruf des Anwaltes ist eine Berufung. Dies gilt besonders in den palästinensischen Gebieten, wie am 23.06.2007 eine Vorlesung mit dem Titel „Die Palästinensische Anwaltskammer und der Berufsstand der Juristen: Realität und Ausblick“ zeigte. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Serie „Legal Encounters“ statt, zu der das Institute of Law der Universität Birzeit mit Förderung der Konrad-Adenauer-Stiftung regelmäβig einlädt.

Gastredner Ali Muhanna, Vorsitzender der Palästinensischen Anwaltskammer, machte besonders auf die Unterteilung der palästinensischen Anwaltschaft in Anwälte in der West Bank, im Gaza Streifen und in Israel aufmerksam. In diesem Zusammenhang erwähnte er ebenfalls die hieraus resultierenden Auswirkungen auf den Beruf, auftretende Schwierigkeiten und Überlappungen. Um diesen Zustand zu verbessern, strebt die PA fortlaufend nach Maßnahmen zur weiteren Vereinheitlichung und Organisation der Kammer sowie deren rechtlicher Strukturen.

Der Dozent sah in der mangelnden Erfahrung der gerade einmal seit 10 Jahren existierenden Anwaltskammer ein weiteres Hindernis. Bis heute fehlen die Formulierung eines Berufsethos, Regeln bezüglich der Honorare, und Richtlinien hinsichtlich der Berufsausbildung. Die Prioritäten der Anwaltskammer stellen daher zunächst die Institutionalisierung ihrer Arbeit und die Formulierung eines finanziellen und administrativen Regelwerkes dar.