Veranstaltungsberichte

Besuch der Axel Springer Akademie in Ramallah

Am 03. Mai 2012 verschafften sich 29 Angehörige der Axel Springer Akademie ein eigenes Bild von der Situation in den Palästinensischen Gebieten und informierten sich über die mit der Zweistaatenlösung verbundenen Chancen und Hürden.

Ausgewählte Gesprächspartner ermöglichten der Delegation einen komprimierten Überblick über die Auswirkungen des Nahostkonflikts auf die gegenwärtige politische Situation in den Palästinensischen Gebieten und die sozioökonomische Lage der Bevölkerung. Im Rahmen der Veranstaltung beschäftigten die Besucher zwei zentrale Fragen: Welche Hemmnisse konterkarieren eine Zweistaatenlösung und wie ließe sich der festgefahrene Friedensprozess neu beleben.

Schon bei ihrer Anreise erhielt die neunundzwanzigköpfige Gruppe am Checkpoint Qalandiya durch Projektmanagerin Judith Daemberg erste Hintergrundinformationen zum Sperranlagenbau in den besetzten Gebieten.

Nach der Ankunft im Büro der KAS vermittelte Christian Jetzlsperger, Stellvertretender Leiter des Deutschen Vertretungsbüros in Ramallah, der Besuchergruppe einen Überblick über die Lebenswirklichkeit der Palästinenser und thematisierte die Herausforderungen, mit denen sich die Autonomiebehörde konfrontiert sieht: Dazu gehören die Auswirkungen der anhaltenden Besatzung des Westjordanlands, die Teilung des palästinensischen Gebietes in zwei politisch und geographisch getrennte Teile sowie der kontinuierliche Siedlungsbau.

Eingebettet in diesen Kontext erläuterte Büroleiter Felix Dane das Aufgabenspektrum des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in den Palästinensischen Gebieten und die laufenden Projekte. Während des Vortrags teilte er seine Erkenntnisse und Beobachtungen zur aktuellen politischen Lage mit den Besuchern.

Darüber hinaus ermöglichte die selbstständige Erkundung der lebhaften Innenstadt von Ramallah einen direkten Austausch mit der palästinensischen Bevölkerung.

Im Anschluss präsentierte Dr. Khalil Shikaki vom „Palestinian Center for Policy and Survey Research“ (PSR) seine in letzter Zeit erhobenen Umfrageergebnisse. Diese spiegeln das aktuelle Meinungsbild der Palästinenser zu gesellschaftlichen, sozialen sowie innen- und außenpolitischen Themen wider. Besonderes Interesse zeigte die Delegation am palästinensischen Stimmungsbild hinsichtlich des Friedensprozesses. Ebenso diskutiert wurden die Auswirkungen des Arabischen Frühlings auf die Einstellung der Palästinenser gegenüber der eigenen politischen Repräsentation und die außenpolitischen Ereignisse in der MENA-Region.

Das darauf folgende Gespräch mit Dr. Sa’eb Erekat, Chefunterhändler der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), rundete den Delegationsbesuch der Axel Springer Akademie ab. Im Negotiations Affairs Department (NAD) der PLO hatten die Beteiligten die Gelegenheit, Näheres über die palästinensische Position in den Nahost-Friedensgesprächen zu erfahren und eigene Fragen an Dr. Erekat zu stellen. Debattiert wurden die Chancen einer friedlichen Koexistenz und einer Aussöhnung beider Seiten. Seiner Auffassung nach sei die Voraussetzung dafür die israelische Anerkennung eines eigenständigen palästinensischen Staates in den Grenzen von 1967.

Im Notre Dame in Ost-Jerusalem ließ die Besuchergruppe das Erlebte noch einmal bei einem Debriefing Revue passieren .