Veranstaltungsberichte

Initiativen zu religiöser Koexistenz

von Marc Frings
Am 7. Februar durften wir den Vorstand des International Councils for Christian and Jews (ICCJ) in Ramallah begrüßen. Er bereiste Israel und die Palästinensischen Gebiete und legte in den Begegnungen einen Schwerpunkt auf „Initiativen zu religiöser Koexistenz“. Der ICCJ fungiert als Dachorganisation von mehr als 40 nationalen christlich-jüdischen Dialogorganisationen weltweit und setzt sich dabei für ein friedvolles Zusammenleben der drei abrahamitischen Religionen ein. Als Teil ihrer Konsultationen besuchte die Gruppe unter anderem auch unser Büro in Ramallah und profitierte von unserem politischen und zivilgesellschaftlichen Netzwerk.
The International Councils for Christian and Jews (ICCJ) during a briefing at the KAS office in Ramallah
The International Councils for Christian and Jews (ICCJ) during a briefing at the KAS office in Ramallah

Nachdem sich die Diskussion zuerst auf die Förderung religiösen Zusammenlebens verschiedener Gruppen innerhalb der israelischen Gesellschaft fokussiert hatte, gab unser Programm Manager Johannes Lutz einen ersten Einblick in die Komplexität der israelisch-palästinensischen Beziehungen und leitete damit einen Perspektivenwechsel ein. Aus palästinensischer Perspektive spielt Religion in den bilateralen Beziehungen zu Israel eine nachgeordnete, aber dennoch wichtige Rolle.

Marc Frings giving a political briefing on the general situation in the Palestinian Territories at a joint dinner
Marc Frings giving a political briefing on the general situation in the Palestinian Territories at a joint dinner

Inès Abdel Razek-Faoder, ehemalige politische Beraterin im Büro des Premierministers, gab einen wertvollen Einblick in die komplexe politische Situation vor Ort, speziell im Hinblick auf die jüngere Generation. Während sie einerseits den Fokus auf „gleiches Recht für alle“ legte, sprach sie sich andererseits auch für das Recht jüdischer Selbstbestimmung sowie für eine Zwei-Staaten-Lösung aus. Ferner stellte Iman Haddad, Pastor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Ramallah, seine Sichtweise zu einem interreligiösen Dialog dar und fokussierte sich dabei auf Beispiele seiner Kirchengemeinde, die verschiedene Dialogprogramme vorantreibt.

Zum Abschluss gab unser Büroleiter Marc Frings bei einem gemeinsamen Abendessen ein politisches Briefing zur allgemeinen Lage in den Palästinensischen Gebieten. In diesem wurde deutlich, dass es zwar Hoffnung für eine Befriedung des Konfliktes gibt, alle Akteure jedoch Kompromisse unterbreiten müssen. Bei der anschließenden Diskussion wurde nochmals die wichtige Rolle des interreligiösen Dialogs zwischen allen Parteien hervorgehoben.

Ansprechpartner

Marc Frings