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Veranstaltungsberichte

Same problem, different crises?

von Christian Kutzscher

EUROPADIALOG I – Causes and implications of migration

In 2022, migration has once again become a pressing matter. Global crises, a war on the European continent and Millions of Internally Displaced Persons. In comparison to the year 2015, which has exposed significant problems with managing migration flows and caring for refugees fleeing from war, the verdict of improvement is mixed.

Deutsche Version unten

The Europadialog “Same problems, different crises” tackled the question where the European Union has learned certain lessons when it comes to the challenges of migration or where room for improvement presents itself. Sean McCafferty, Researcher at INMENAS and AOAV (Irish Network for Middle Eastern and North African Studies Action on Armed Violence), gave the young participants a closer look at current dynamics to then engage in a discussion. Especially individual contexts and the traumata of flight experiences are often neglected when policymakers discuss about reforms of integration mechanisms.

The participants, composed of an international background, agreed that the biggest threat to migration reforms and improvements are radical right-wing sentiments and narratives that ignore any factual basis. To improve the situation on both the European society and the refugees fleeing war scenarios, it is of utmost importance to clearly define roles and give perspectives. While the Dublin regulation either has failed to regulate the dynamics of migration or has just been ignored, individual perspectives for refugees still fall behind.

The overall consensus of the Europadialog, which is supporting the consultations of Conference on the Future of Europe, is that stakeholders and policymakers should address the issue of individual backgrounds. Ignoring that fact will further aggravate upcoming issues, such as environmentally forced migration.

 

 

​​​​​Deutsche Version

Im Jahr 2022 ist die Migration erneut zu einem dringenden Thema geworden. Globale Krisen, ein Krieg auf dem europäischen Kontinent und Millionen von Binnenflüchtlingen. Im Vergleich zum Jahr 2015, das erhebliche Probleme bei der Bewältigung der Migrationsströme und der Versorgung von Kriegsflüchtlingen aufgedeckt hat, fällt das Urteil der Verbesserung gemischt aus.

Der Europadialog "Same problems, different crises" beschäftigte sich mit der Frage, wo die Europäische Union Lehren aus den Herausforderungen der Migration gezogen hat oder wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Sean McCafferty, Forscher bei INMENAS und AOAV (Irish Network for Middle Eastern and North African Studies Action on armed violence), brachte den jungen Teilnehmern die aktuellen Dynamiken näher, um dann in eine Diskussion einzusteigen. Gerade individuelle Kontexte und die Traumata von Fluchterfahrungen werden oft vernachlässigt, wenn politische Entscheidungsträger über Reformen von Integrationsmechanismen diskutieren.

Die Teilnehmer mit internationalem Hintergrund waren sich einig, dass die größte Bedrohung für Reformen und Verbesserungen im Bereich der Migration rechtsradikale Stimmungen und Narrative sind, die jeder sachlichen Grundlage entbehren. Um die Situation sowohl für die europäische Gesellschaft als auch für die vor Kriegsszenarien fliehenden Flüchtlinge zu verbessern, ist es von größter Bedeutung, die Rollen klar zu definieren und Perspektiven aufzuzeigen. Während die Dublin-Verordnung entweder versagt hat, die Dynamik der Migration zu regeln, oder einfach ignoriert wurde, bleiben die individuellen Perspektiven für Flüchtlinge weiterhin auf der Strecke.

Der allgemeine Konsens des Europadialogs besteht darin, dass sich Interessenvertreter und politische Entscheidungsträger mit der Frage der individuellen Hintergründe befassen sollten. Die Realitätsverweigerung dieser Tatsache wird die anstehenden Probleme, wie z. B. die umweltbedingte Zwangsmigration, weiter verschärfen.

Der intensive Austausch zwischen Teilnehmenden und dem Referenten trägt zur Partizipation europäischer Bürger bei. Im Kontext der Konferenz für die Zukunft Europas werden die gesammelten Ideen und Vorschläge weitergeleitet und tragen zur öffentlichen Debatte bei.