Die Dialogveranstaltung wurde offiziell eröffnet von Dr. Busuulwa, Dekan der Fakultät für Sozioökonomische Studien an der Cavendish University. Er begrüßte die Veranstaltungsteilnehmer und dankte der Konrad-Adenauer-Stiftung für ihre Partnerschaft und Unterstützung bei der Umsetzung des Dialogs. Dr. Busuulwa stellte fest, dass die Diskussionen angesichts der Herausforderungen, mit denen Flüchtlinge an Universitäten konfrontiert sind, zum richtigen Zeitpunkt stattfinden. In seiner Eröffnungsrede stellte Jan-Ole Voss, Leiter des RP SIPODI Ostafrika der KAS, die Arbeit und den Auftrag der KAS vor und bedankte sich bei der Cavendish University für ihre Rolle als Gastgeberin sowie bei den Teilnehmern für ihre Anwesenheit.
Anschließend hielt Dr. Herman Tuhairwe, Postdoktorand an der Abteilung für Flüchtlingsrechte der Universität Kapstadt, eine Grundsatzrede. Darin lobte er den Dialograhmen, und betonte, dass dieser es den Studierenden ermöglichte, frei über ihre Herausforderungen als in Uganda lebende Flüchtlinge zu sprechen. In seiner Rede hob er ebenfalls hervor, dass Vertreibung kein Potenzial ausschließe, und forderte folglich einen anhaltenden und robusten Schutz von Flüchtlingsrechten. Er drängte auf den fortgesetzten Schutz von Flüchtlingsrechten, zu denen das Recht auf einen Flüchtlingsausweis, soziale Absicherung, psychologische Betreuung und eine gesicherte Zukunft gehören. Ferner appellierte er an die politischen Entscheidungsträger, dafür zu sorgen, dass Ugandas Flüchtlingsstrukturen und politische Leitlinien gezielt darauf ausgerichtet sind, die akademische und berufliche Entschlossenheit der Flüchtlinge zu unterstützen und zu stärken.
Die erste Podiumsdiskussion, moderiert von Bernard Ochan, dem Studiendekan der Cavendish University, befasste sich mit den Lebenserfahrungen und Herausforderungen von Flüchtlingen in Uganda und bot eine vielfältige Auswahl an studentischen Perspektiven. Das Podium setzte sich zusammen aus Ibrahim Musa Hussin, einem sudanesischen Studenten an der Cavendish University; Rose Modat, einer südsudanesischen Studentin an der Makerere-Universität; Hussein Ismael, einem somalischen Studenten an der Islamic University in Uganda, sowie Magong Andrew, einem südsudanesischen Studenten an der Makerere-Universität. Die Podiumsteilnehmer schilderten detailliert die systemischen Hindernisse, mit denen sie von der ersten Einreise bis zur langfristigen Ansiedlung in Uganda konfrontiert waren. Dabei nannten sie große Hürden wie Sprachbarrieren, lange Wartezeiten an den Grenzübergängen zur Beschaffung von Dokumenten sowie schlecht ausgestattete Schulen in den Flüchtlingssiedlungen. Darüber hinaus wiesen sie auf finanzielle und administrative Hindernisse hin, darunter die Verweigerung der Einrichtung von Bankkonten sowie kostspielige und äußerst bürokratische Verfahren zur Anerkennung ihrer ausländischen akademischen Abschlüsse im ugandischen Bildungssystem. Trotz dieser Herausforderungen würdigten und lobten die Podiumsteilnehmer Ugandas Bekenntnis zu einer toleranten Flüchtlingspolitik, die es ihnen ermöglicht hat, eine Hochschulausbildung zu absolvieren und — in einigen Fällen — ihre berufliche Laufbahn neu aufzubauen. Um diese Probleme anzugehen, empfahlen die Diskutanten die Einrichtung spezieller Flüchtlingsstellen an den Universitäten, die mit Personal besetzt werden, das über die Notlage und die Rechte von Flüchtlingen aufgeklärt ist. Fener empfahlen die Diskutanten den Einsatz mehrsprachiger Mitarbeiter an den Einreisestellen, um Missverständnisse und Frustrationen seitens der Flüchtlinge vorzubeugen.
In der zweiten Podiumsdiskussion, die von Winfred Nandawula Kaggwa, Programmmanager bei der Stiftung Graca Machel Trust, moderiert wurde, wurden Flüchtlingsschutz und staatliche Flüchtlingspolitik thematisiert. Die Podiumsdiskussion brachte wichtige Vertreter namhafter Institutionen zusammen, darunter Darlson Kusasira von der Abteilung für Flüchtlinge im Büro des Premierministers Ugandas, Dickson Kajuga, Einwanderungsassistent bei der ugandischen Regierungsbehörde National Citizenship and Immigration Control, Dennis Wamimbi, Beauftragter für ergänzende Wege bei der NGO Finchurch Aid, Julian Ateme, stellvertretender Schutzbeauftragter beim Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR), und Daphne Tukahebwa, Managerin für Studenteneinschreibungen an der Cavendish University Uganda. Die Diskussionsteilnehmer stellten fest, dass die Herausforderungen, denen Flüchtlinge gegenüberstehen, größtenteils durch einen Mangel an Informationen verschärft werden. Sie forderten daher die Studierenden nachdrücklich auf, an den vom Amt des Premierministers organisierten Treffen teilzunehmen, um über offizielle Informationskanäle flüchtlingspolitisch relevante Informationen zu erhalten. Die Podiumsdiskutanten beantworteten auf präzise Art und Weise die Fragen des Publikums, von denen sich die meisten darauf bezogen, wie man Zugang zu Reisedokumenten und Arbeitserlaubnissen erhält. Daraufhin gaben die Podiumsdiskutanten rechtliche Hinweise zu den genauen Verfahren, die für den Erwerb der genannten Dokumente erforderlich sind.
Die Dialogveranstaltung endete mit Gruppendiskussionen und Präsentationen, die von den Teilnehmern geleitet wurden. Im Zuge dessen wurden die Teilnehmer in themenspezifische Gruppen aufgeteilt, um über branchenspezifische Fragen zu beraten, und konnten so erfolgreich die verschiedenen Herausforderungen aufzeigen, denen sie als Flüchtlinge in unterschiedlichen Bereichen des Alltags- und Hochschullebens gegenüberstehen. Im Anschluss an diese Beratungen präsentierte der Berichterstatter der Veranstaltung eine umfassende Zusammenfassung aller vorgestellten Kernpunkte und Empfehlungen, die im Laufe des Tages vorgebracht worden waren. Mit einer Abschlussrede von Dr. Busuulwa Huthaifah, bei der er sich noch einmal bei der KAS und den Teilnehmern bedankte, wurde die Veranstaltung offiziell beendet.
Über diese Reihe
Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.