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Veranstaltungsberichte

Neue Allianzen im Nahen Osten und die geopolitischen Auswirkungen auf das Horn von Afrika

Am 2. Juli 2026 organisierte das Regionalprogramm Sicherheitspolitischer Dialog Ostafrika der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V. (KAS RP SIPODI Ostafrika) in seinen Räumlichkeiten in Kololo, Kampala, eine Podiumsdiskussion über die geopolitischen Auswirkungen des anhaltenden Irankrieges auf die Länder des Horns von Afrika.

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Die Veranstaltung begann mit einer Begrüßungsrede von Jan-Ole Voß, Leiter des KAS RP SIPODI Ostafrika, der den zahlreichen Teilnehmern für ihr Erscheinen dankte. Anschließend begann die Podiumsdiskussion mit einer kurzen Einführung durch Patience Naamanya, Programmleiterin bei Inside Diplomacy, die die Diskussion moderierte. Den ersten Beitrag lieferte Dr. Arnold Segawa, Journalist und Experte für die Vereinigten Staaten. Dr. Segawa argumentierte, dass es dem im vergangenen Juni zwischen den USA und dem Iran unterzeichneten Memorandum of Understanding (MoU) an Realitätsnähe mangele. In seinen Ausführungen konzentrierte sich Dr. Segawa auf die US-amerikanische Perspektive und erinnerte das Publikum daran, dass das Atomabkommen von 2015 zwischen beiden Ländern unvollständig war, da die Bestände an iranischen Interkontinentalraketen (ICBM) keinen Beschränkungen unterlagen. Dr. Segawa wies zudem auf zwei wichtige Erkenntnisse hin, die aus dem Irankrieg für die Einschätzung der aktuellen Dynamik der internationalen Beziehungen gewonnen werden können. Seiner Ansicht nach offenbare der Krieg einen Wandel der Außenpolitik, weg von klassischen, staatlich gelenkten Handlungen hin zu einer stärkeren Rolle nichtstaatlicher Akteure, wie sie beispielsweise durch die iranische „Achse des Widerstands“ verkörpert wird, an der Terrorgruppen wie die Huthis und die Hamas beteiligt sind. Darüber hinaus erklärte Dr. Segawa, dass der Irankrieg die operativen Grenzen der traditionellen Seekriegsführung aufzeige, etwa anhand der begrenzten Wirkung amerikanischer Flugzeugträger gegen den Iran.


Der zweite Diskussionsteilnehmer, Barnet Musasizi, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Innovations for Democratic Engagement and Action Uganda, betrachtete das Atomabkommen von 2015 zwischen den USA und dem Iran ebenfalls als von Anfang an unvollständig. Er erläuterte dem Publikum die Entwicklung der amerikanisch-iranischen Beziehungen seitdem und ging dabei auf den zunehmenden Vertrauensverlust zwischen beiden Ländern ein, der letztendlich zum Krieg geführt habe. Laut Barnet Musasizi verdeutlicht das MoU zwischen den USA und dem Iran die begrenzte Wirksamkeit militärischer Lösungen für politische Auseinandersetzungen zwischen Staaten. Am Ende seiner Ausführungen wies der Forscher auf die geoökonomische Bedeutung der Straße von Hormus hin. Barnet Musasizi erinnerte etwa daran, dass rund 70 Prozent der Lebensmittelimporte der Golfstaaten durch dieses maritime Nadelöhr fließen.


Edgar Mwine, Projektmanager beim KAS RP SIPODI Ostafrika, hielt den dritten Vortrag und hob den wachsenden Einfluss der Golfstaaten am gesamten Horn von Afrika hervor. Er erklärte, dass die Golfstaaten nach dem Arabischen Frühling den Zusammenhang zwischen regionaler Sicherheit und ihrer eigenen inneren Sicherheit erkannt hätten und daher begonnen hätten, ihr wirtschaftliches und militärisches Engagement am Horn von Afrika auszuweiten. Edgar Mwine hob dabei das Engagement der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hervor, deren Unternehmen DP World Anteile an regionalen Häfen wie Berbera oder Bosaso erworben hat, um den emiratischen Seehandel zu sichern. In Bezug auf die Auswirkungen des Irankrieges auf das Horn von Afrika argumentierte er, dass die USA für die Länder der Region nicht mehr als verlässlicher Sicherheitspartner gelten, da es den amerikanischen Truppen nicht gelungen sei, ihre Verbündeten in der Golfregion wirksam vor iranischen Luftangriffen zu schützen. Abschließend erinnerte Edgar Mwine das Publikum daran, dass die Tatsache, dass die Länder am Horn von Afrika nicht die amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran, sondern vielmehr die iranischen Vergeltungsmaßnahmen verurteilt haben, auf den erheblichen politischen Einfluss der Golfstaaten in der Region zurückzuführen sei.


Die Diskussion wurde durch zahlreiche einschlägige Fragen aus dem Publikum bereichert, die von den drei Diskussionsteilnehmern ausführlich beantwortet wurden. In seinen abschließenden Worten dankte Jan-Ole Voß den Diskutanten für ihre aufschlussreichen Beiträge und dem Publikum für seine aktive Teilnahme. Nachdem er die Bedeutung der Auseinandersetzung mit globalen und regionalen geopolitischen Entwicklungen hervorgehoben hatte, eröffnete Jan-Ole Voß den Abendempfang, der den Veranstaltungsteilnehmern Gelegenheit zu weiteren Gesprächen und zum Networking bot.

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Kontakt Jan-Ole Voß
Jan-Ole_Voß
Leiter Regionalprogramm Sicherheitspolitischer Dialog Ostafrika
jan-ole.voss@kas.de

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Über diese Reihe

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